Netzwelt-Ticker Fuchteln für Ärzte und Autofahrer

Microsoft sieht Potential in der Gestensteuerung und startet Kinect for Business. Außerdem im Überblick: Zweifel an der Anonymous-Aktion gegen die mexikanische Mafia, und The-Who-Sänger bezeichnet Apple als digitalen Vampir.
Microsoft-Geschäft in den USA: Fuchtelsteuerung für Profis

Microsoft-Geschäft in den USA: Fuchtelsteuerung für Profis

Foto: Elaine Thompson/ AP

Microsoft wird nächstes Jahr eine professionelle Version der Fuchtelsteuerung Kinect auf den Markt bringen. Zielgruppe: alle Unternehmen der Welt, deren Mitarbeiter oder Kunden die Hände frei, eine sterile Umgebung oder ein aufmerksames Publikum brauchen. Sprich: Medizinbranche, Fahrzeughersteller, Bildungssektor.

Weil Microsoft "von Firmen rund um die Welt" auf die tollen Möglichkeiten, wie "Kinect ihre Branche umwälzen könnte", gestoßen wurde, werde das Unternehmen nun das kommerzielle "Kinect for Windows"-Programm vom Stapel lassen - "damit Firmen sich ihre Träume wahrmachen können". 200 Unternehmen seien bereits beim Pilotprojekt dabei, darunter Toyota und der spanische Kinect-Vertraute Tedesys, der medizinischem Personal im OP-Saal Patientenakten per Handschwenk verfügbar machen will.

Anonymous vs. Zetas: Kritik und Widersprüche

Erpresst Anonymous die mexikanische Mafia mit brisanten Daten? Was ist dran am Zeta-Hack, der irrsinnigen Ankündigung der Aktivisten-Gruppe Anonymous, das mexikanische Drogenkartell Zeta mit der Veröffentlichung von Geheiminformationen in die Knie zu zwingen ?

Vielleicht nicht viel: Das Global-Voices-Online-Blog nimmt das Ankündigungsvideo und die spärlichen Informationen rund um die angebliche Entführung eines Anonymous-Mitgliedes auseinander  und kommt zu dem Schluss: Die Informationen sind widersprüchlich, die Hintergrund-Erzählungen löchrig und die Pläne, falls doch alles stimmen sollte, total gaga.

Dass der oder die Hacker damit sogar tatsächlich Menschenleben auf's Spiel setzen, liegt auf der Hand. Immerhin gehen die Zetas äußerst brutal gegen Blogger und Journalisten vor, die das Kartell an der freien Entfaltung hindern.

Was am Dienstag sonst noch in der Netzwelt wichtig war

  • Die französische Atomfirma Areva wurde offenbar Opfer eines Cyber-Angriffes  - was genau geschah, darüber gehen die französischen Presseberichte, die Threatpost aufführt , auseinander; Areva kommentierte den Vorfall bislang nicht öffentlich.
  • Wie lebt es sich eigentlich so als Bürgerrechts- und WikiLeaks-Aktivist? Jacob Appelbaum, Hacker, Tor-Mastermind und WikiLeaks-Sprecher erzählt erzählt bei Boing Boing  von seinen regelmäßigen, natürlich rein zufälligen Sicherheitschecks am Flughafen.
  • Chinas Regierung dementiert   jede Beteiligung an dem - Jahre zurückliegenden, aber erst neulich bekannt gewordenen - Hack-Angriff auf amerikanische Satelliten. Entsprechende Unterstellungen zeugten von "versteckten Motiven".
  • "Apple hasst dich", bringt Tech.Blorge die Nachricht auf den Punkt, wonach sich Apples Sprachsteuerung Siri per Jailbreak auch auf dem iPhone 4 (statt iPhone 4S) installieren lässt . Apple hatte immer gesagt, Siri funktioniere nur auf der neusten Hardware. Eine Behauptung, die eh niemand glauben wollte.
  • Das MIT versucht seit Dezember 2009, die Verbreitung zehn roter Heliumballons anhand von Nachrichten in sozialen Netzwerken nachzuverfolgen  - das Experiment war Teil eines spannenden Wettbewerbs der amerikanischen Rüstungs-Forschungsbehörde Darpa zu Ehren des 40. Geburtstages des Internets. Nun hat das Gewinner-Team des MIT die Experiment-Ergebnisse in einem wissenschaftlichen Paper zusammengefasst .
  • Facebook will mit "vertrauenswürdigen Freunden" eine soziale Schutzschicht um seine Mitglieder legen - aber die ist leicht zu umgehen, erklärt The Hacker News .
  • Von wegen böse Hacker knacken Klima-Satelliten! Alternet zeigt, wie man die frei verfügbaren Foto-Daten tieffliegender Satelliten abgreifen kann . Alles, was dazu nötig ist, ist ein Computer, ein Elektronik-Bausatz und eine genau gehende Uhr.
  • The-Who-Gitarrist Pete Townshend bezeichnet Apple als "digitalen Vampir" , der, anstatt ihnen zu helfen, Künstler bluten lasse, wie die Krisenbank Northern Rock den britischen Steuerzahler.
  • Sicherheitslücken in Wahlmaschinen? Lassen sich ganz einfach beheben, behauptet Microsofts Sicherheitsabteilung: Versteckt einfach eine kryptografische Hash-Signatur des vorigen Wählers auf der Wahl-Quittung des nächsten (PDF-Datei, 507 KB) .

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