Netzwelt-Ticker Fujitsu - "das iPad stammt von uns"

Mit dem Namen für sein neuestes Gadget sorgt Apple für viel Aufmerksamkeit, wenn auch anders als gedacht. Außerdem wird endlich VoIP für das iPhone erlaubt und Google bastelt am schnelleren Internet.
Fujitsu iPad: Seit 2002 wird das gerät unter diesem Namen in den USA verkauft

Fujitsu iPad: Seit 2002 wird das gerät unter diesem Namen in den USA verkauft

Foto: AFP / Fujitsu

Apples

iPad

Kaum legt sich der erste Staub nach der Vorstellung von neuem Flachrechner , zeichnet sich der erste Rechtsstreit ab. Der japanische Elektronikkonzern Fujitsu beharrt darauf, alle Rechte am Namen iPad zu besitzen und erwägt, in der Sache gegen Apple vor Gericht zu ziehen. Bereits 2003 hatten die Japaner versucht, beim US-Patentamt die Markenrechte für ein "iPad" genanntes Gerät zu sichern. Über den Antrag war allerdings nie abschließend entschieden worden, ein erneuter Antrag von Anfang 2009 wurde sogar als abgelehnt eingeordnet.

Das soll auch daran gelegen haben, dass mit Magtek ein US-Unternehmen großes Interesse an der Patentierung des Namens gezeigt hatte. Im Sommer hatte dann Apple begonnen, sich die entsprechenden Rechte international zu sichern. "Nach unserer Auffassung gehört der Name uns", so Fujitsu-Sprecher Masahiro Yamane zur "New York Times" . Sein Unternehmen sei über die Pläne Apples für einen iPad-Tablet-Rechner informiert gewesen und habe sich bereits mit seinen Anwälten über die nächsten Schritte beraten.

Fujitsus iPad hat allerdings wenig mit dem von Steve Jobs vorgestellten Plattrechner gemeinsam. Von der Optik her ist es mit seinem 3,5-Zoll-Farb-Touchscreen einem Smartphone ähnlich, soll vom Einzelhandel genutzt werden, um Inventarlisten zu erstellen und andere Geschäftsvorgänge abzuwickeln.

Und auch sonst dürfte Apple mit dem Namen nicht völlig glücklich werden. "Waren eigentlich Frauen im Raum, als die Marketing-Genies von Apple beschlossen, das neueste Gadget ausgerechnet iPad zu nennen?" Eine Frage, die sich nicht nur AP stellt . Denn der Unterhaltungselektroniker aus Cupertino ist in eine Falle gestolpert, in der schon so manch schicker Produktname hängengeblieben ist. Zumeist, weil er in anderen Sprachen etwas Lustiges oder Obszönes bedeutet.

Hier aber ist bereits der englische Name tückisch, denn "pad" bedeutet unter anderem schlicht "Damenbinde". Was der entzückten Internetgemeinde ausgiebig Gelegenheit zu Hohn und Spott eröffnet. Während die einen lästern, ob Frauen ihre Ehemänner zum App Store schicken würden, um iPads zu kaufen, ätzen andere, man könne die Geräte ja auch iTampons nennen.

Zehn-Zoll-Tablet von MSI kommt im Sommer

Auch der taiwansche Elektronikhersteller MSI nutzt den Tablet-Hype, um Neuigkeiten über sein erstmals auf der CES vorgestellten Android-Tablet zu verkünden. Das Gerät mit einem Zehn-Zoll-Touchscreen soll in der zweiten Jahreshälfte zu einem Preis von 500 Dollar auf den Markt kommen, meldet "Ars Technica" . Auch wenn die MSI-Techniker lange daran gearbeitet haben, die für Smartphones entwickelte Android-Software an das wesentlich größere Tablet-Format anzupassen, erwarten manche einige Schwierigkeiten. So sei es unklar, ob Android mit der höheren Auflösung zurechtkomme, zum Beispiel bei der virtuellen Tastatur.

Auch Asus nutzt den derzeitigen Publicity-Boom der flachen Rechner und ließ Vizepräsident Eric Chen mitteilen, "in naher Zukunft" werde man ein "Eee Pad" herausbringen. Das Gerät zu einem erschwinglichen Preis werde mit einem Touchscreen aufwarten und sei mit dem schnellen Mobilfunkstandard 3G und Nvidia-Tegra-2-Prozessoren ausgestattet.

Deutscher Buchhandel freut sich aufs iPad

E-Books

Und noch jemand freut sich ganz herzlich über Apples neueste Errungenschaft: die deutsche Bücherbranche. Das Gerät könne der Verbreitung von einen wichtigen Impuls geben. "Wir freuen uns, dass mit dem iPad von Apple nun ein weiteres Gerät auf dem Markt ist, das das mobile Lesen von E-Books attraktiv macht. Der Börsenverein (des Deutschen Buchhandels, d. Red.) ist davon überzeugt, dass das E-Book die Lesekultur fördert und das Prinzip Buch auch bei neuen Leserschichten populär macht", so der Verband in einer Stellungnahme .

Allerdings legt der Branchenverband auf die Beseitigung von technischen Beschränkungen wert. Digitale Bücher müssten für den Besitzer auf Dauer und unabhängig vom genutzten Gerätetyp verfügbar sein. Was direkt auf die recht restriktiven geschlossenen Systems von Apple und Amazon abzielt, die diese Offenheit eben nicht vorsehen.

VoIP auf dem iPhone endlich auch per Telefonnetz erlaubt

Nach langem Hickhack zeigt Apple ein Einsehen und erlaubt auf seinem iPhone endlich die Nutzung von VoIP per UMTS. Bislang war die internetgestützte Telefonie auf den Mobiltelefonen nur via W-Lan erlaubt, wohl aufgrund des Einflusses von US-Exklusivvertriebspartner AT&T. Doch wie das VoIP-Unternehmen iCall jetzt erklärte, scheint die entsprechende Funktion jetzt endlich nutzbar zu sein . Und es scheint sich dabei nicht um eine PR-Ente zu handeln, die Autoren von "Engadget" haben sich schon neugierig über das neue iPhone SDK gebeugt und bestätigen, dass VoIP über den 3G-Standard nun funktioniere .

GeoDNS könnte das Web beschleunigen

Google hat einen konkreten Vorschlag gemacht, wie das DNS-Protokoll zukünftig schneller und effizienter genutzt werden könnte. Dazu soll ein Teil der IP-Adresse des Surfers, die über seinen Aufenthaltsort informiert, an den DNS-Server weitergeleitet werden. Diese Information bleibt so auch dann erhalten, wenn Serveranfragen weitergeleitet werden. Damit kann dann ein dem Nutzer möglichst nahe gelegener Server zugewiesen werden, was die Datenlaufzeiten abkürzt. Für diesen Service würden die ersten drei Ziffern der IP-Adresse völlig ausreichen, dabei könne der Standort des Nutzers hinreichend bestimmt werden, die Privatsphäre werde dennoch nicht berührt . Googles Interesse an dieser Weiterentwicklung ist anscheinend so groß, dass der Suchmaschinist im letzten Monat einen eigenen öffentlichen DNS-Server online brachte .

W-Lan gegen die Piratenpartei

Bad Homburg ist ein beschauliches und wohlhabendes Städtchen vor den Toren Frankfurts. So ist es den Stadtvätern möglich, ein Vorhaben umzusetzen, das andernorts vor allem aus Kostengründen scheitert: Gratis-W-Lan für alle. Alle Parteien im Stadtrat unterstützen dieses Vorhaben und haben ihre Zustimmung auch zu Protokoll gegeben. Dass dabei nicht nur bürgerfreundliche Erwägungen eine Rolle spielen, sondern auch schnöde parteipolitische Konkurrenz, wird bei der Bürgerliste Bad Homburg (BLB) deutlich. Deren Fraktionsvorsitzender Armin Johnert nannte als Grund für seine Zustimmung: " Wir wollen nicht, dass sich die Piratenpartei hier ausbreitet ."

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