Netzwelt-Ticker Gates kritisiert digitales Rechte-Management

Microsoft Word hat schon wieder ein Loch, Bill Gates findet DRM gar nicht so toll, 2007 wird angeblich das Jahr der Blogger, mit dem Weihnachtsmann kann man jetzt chatten. Das und viel mehr im Überblick.

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Bill Gates kritisiert DRM: "Kauft lieber CDs"

Microsoft-Gründer Bill Gates: DRM macht Kopfweh
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Microsoft-Gründer Bill Gates: DRM macht Kopfweh

Gegenüber einer Gruppe von Bloggern, die Microsoft zu einer Diskussionsrunde ins Firmenhauptquartier eingeladen hatte, gab Bill Gates ein paar Einsichten bezüglichen digitaler Rechtemanagement-Systeme (DRM) zum Besten. Auf die Frage zur langfristigen Durchsetzbarkeit solcher Systeme erklärte Gates, man könne mit den derzeitigen DRM-Systemen nicht zufrieden sein. Schließlich, so Gates, bereiten diese Systeme ehrlichen Käufern zu viele Kopfschmerzen. Insbesondere kritisierte er DRM-Mechanismen, die Musik-Dateien mit einer eigenen „Intelligenz“ versehen, um sie an bestimmte Geräte zu binden, berichtet "TechCrunch"-Blogger Michael Arrington von der Veranstaltung. Mit dieser Aussage zielte der Microsoft-Gründer ganz offensichtlich auf Apples Kombination aus iTunes Musicstore und iPod ab, die der Windows-Konzern gerade mit dem Zune-Shop und dem Zune-Player zu kopieren versucht. Zum Abschluss gab Gates noch den Rat, „die Leute sollten einfach CDs kaufen und digitalisieren. Das ist legal.“

Word-Exploit Nummer Drei

Während Microsoft es am vergangenen Patch-Dienstag versäumte, die bereits bekannten Sicherheitslücken in Word abzudichten, meldet „eWeek“ nun bereits ein drittes Exploit für die Textverarbeitung. Damit sei es möglich, bei Öffnen manipulierter Textdateien Schadcode auszuführen, der den Speicher des Rechners überschreibt. Noch gibt es von Microsoft noch keine offizielle Stellungsnahme zu dieser neuen Sicherheitslücke. Das United States Computer Emergency Readiness Team (US-CERT) warnt jedoch bereits eindringlich davor, fremde Word-Dateien ungeprüft zu öffenen. Zudem solle man sich hüten anzunehmen, nur Dateien mit der Endung .DOC würden von Word geöffnet. Ausschlaggebend seien die unsichtbaren Header-Informationen, welche beispielsweise auch eine Datei namens „document.qwer“ Windows gegenüber als Word-Dokument ausweisen können. Als dritten Hinweis gibt das US-CERT Word-Anwendern den Tipp, das automatische Öffnen von Office-Dokumenten aus dem Internet Explorer mithilfe des „Office-Tools zur Öffnungsbestätigung von Dokumenten“ zu unterbinden. Für Firefox-Nutzer liegt eine Anleitung bereit die erklärt, wie man das automatische Öffnen von Dateien von Hand abschalten kann. Diese Hinweise sollten Word-User unter Windows tunlichst befolgen, denn laut Plan werden die drei Word-Exploits erst am nächsten Patch Day beseitigt – und der steht erst im Januar an.

2007: das Jahr der Blogger

Im kommenden Jahr, so vermuten es die Analysten des Marktforschungsinstituts Gartner, wird der Blogging-Boom seinen Zenit erreichen. Vorläufig würde die Zahl der Blogs und Blogger noch zunehmen, sich jedoch im Laufe des Jahres auf hohem Niveau einpendeln. Viele Mitläufer, die das Bloggen einfach mal ausprobieren wollten, haben sich von dem Thema bereits wieder verabschiedet, glaubt Gartner Chief Fellow Daryl Plummer. Laut Gartner gibt es bereits 200 Millionen Ex-Blogger. Dennoch werden insgesamt 100 Millionen Menschen weltweit ein Blog betreiben, wenn der Trend im kommenden Jahr seinen Höhepunkt erreicht. „Ars technica“ weist allerdings darauf hin, dass die Blogger-Szene ihre künftige Entwicklung durchaus anders sieht. Schließlich seien immer noch große Teile der Menschheit vom Internet ausgeschlossen. Als Beispiel wird China genannt. Obwohl dort bisher nur eine vergleichsweise kleine Bevölkerungsgruppe Zugang zum Internet hat, gibt es bereits 17 Millionen chinesische Blogger. Das, so „ars technica“ ließe noch reichlich Platz für Neu-Blogger.

Suchen wird sicherer

Noch vor einem halben Jahr warnte die Sicherheits-Software-Firma McAffee, man setzte sich durch die Benutzung von Internet-Suchmaschinen erheblichen Risiken aus. Damals kam das Unternehmen zu dem Schluss, dass beinahe fünf Prozent aller Suchanfragen an die Suchmaschinen von Google, Yahoo, MSN, AOL und Ask.com zu gefährlichen Websites führen, auf denen man sich mit Viren, Trojanern oder Würmern infizieren könnte. Eine neue Studie hat nun laut McAffee gezeigt, dass das Suchen im Web in der Zwischenzeit bedeutend sicherer geworden ist. Insbesondere AOLs Suchdienst habe sich deutliche verbessert, während Yahoo und MSN im Sicherheitsranking die Schlusslichter bilden. Als Grundlage für diese Aussage zieht McAffee laut „Newsfactor“die neuen Studienergebnisse heran. Die zeigen nämlich, dass nunmehr nur noch 4,4 Prozent aller Suchanfragen zu „bösen“ Websites führen. Um es nochmal zu sagen: 4,4 statt 5,0. Ja, das hört sich wirklich nach einer ganz enormen Verbesserung an. Oder etwa nicht?

Büro-PCs zu Weihnachten bitte abschalten

Einer Studie des Elektronik-Konzerns Canon zufolge werden in britischen Büros während der Weihnachtsferien 43,6 Millionen Kilowattstunden elektrischer Energie sinnlos verpulvert, weil Fotokopierer, PCs und Faxgeräte nicht vollständig abgeschaltet werden. Diese Energiemenge, so rechnet Canon vor, würde ausreichen 4,4 Millionen Truthähne (bei uns würde man sagen: Weihnachtsgänse), knusprig zu braten. Die Kosten für diese Energieverschwendung veranschlagt die Studie mit 12,9 Millionen Euro. Die daraus resultierende Belastung der Umwelt wird auf 19.000 Tonnen Kohlendioxid geschätzt. Den bei weitem größten Anteil daran haben PCs. David Smith von Canon UK weist gegenüber „silicon.com“darauf hin, dass die Unternehmen durch diese Nachlässigkeit nicht nur der Umwelt schaden, sondern sich selbst unnötige Kosten verursachen. Ich weise darauf hin, dass die Lage hier in Deutschland ganz sicher mit der auf den britischen Inseln vergleichbar ist.

Chat mit dem Weihnachtsmann

Wer bis heute daran gezweifelt hat, dass es den Weihnachtsmann gibt, muss sich eines besseren belehren lassen: Es gibt ihn. Absolut sicher und über jeden Zweifel erhaben. Wie sonst sollte es möglich sein, dass er via Windows Live Messengerim Chat erreichbar ist? Schließlich geht auch der älteste Paketbote der Welt mit der Zeit. Das man ihn dort ausschließlich auf englisch anquatschen kann, hat seinen Grund sicher darin, dass er möglichst international auftreten will. So leicht macht es sich das North American Aerospace Defence Command, kurz NORAD, nicht. Die amerikanischen Luftverteidiger haben ihre Website „NORAD Tracks Santa“ auf der man des Weihnachtsmanns Weg am Heiligen Abend verfolgen kann komplett deutsch lokalisiert. Die eigentliche Sendungsverfolgung geht dort zwar erst in acht Tagen los, aber man kann sich jetzt schon darüber informieren, welchen technischen Aufwand die Amerikaner treiben, um dem Weißbart und seinen Rentieren auf der Spur zu bleiben. So heißt es dort, NORAD nutze Radar, Satelliten, Santa-Kameras und Düsenjets, um auf Santas Spuren zu bleiben. Besser als das weihnachtliche Programm der TV-Sender wird das bestimmt.

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