Netzwelt-Ticker Gerüchte um iPhone-Gebühren in Deutschland

MySpace und Skype verkünden eine Partnerschaft, das iPhone gibt's doch auch in Frankreich, Yahoo wird vorgeladen, erste Gerüchte über die Gebührenhöhe für das iPhone in Deutschland. Das und mehr im Überblick.


MySpace und Skype kooperieren

Zwei der größten Internetangebote, das soziale Netzwerk MySpace und der Netztelefondienst Skype, werden heute ihre Zusammenarbeit bekanntgeben, wie die "New York Times" meldet. Ab November können MySpace-Nutzer auch einige Skype-Funktionen nutzen. Der Instant Messenger des Netzwerks wird mit den entsprechenden VoIP-Features aufgerüstet, was kostenlose Telefonate ermöglicht. Außerdem seien auch kostenpflichtige Anrufe ins normale Festnetz möglich.

Dafür müssen die MySpacer lediglich die neueste Programmversion herunterladen. "Wir verbinden das größte Sprachtelefonie-Netzwerk der Welt mit dem größten Video- und Social-Network", so Michael van Swaaij, Skypes Interims-Chef.

Von der Kooperation erhoffen sich beide Häuser dicke Gewinne durch die Kombination der sehr unterschiedlich lokalisierten Kunden. Denn von den 110 Millionen aktiven MySpace-Nutzern leben die meisten in den USA, wohingegen die 220 Millionen Skype-User zum allergrößten Teil außerhalb Amerikas leben.

Web 2.0-Guru Tim O'Reilly sieht sich in seinen Voraussagen bestätigt. Schon vor längerer Zeit habe er die Auffassung von der Konvergenz von Social Networks und Kommunikation vertreten, beide Bereiche würden sich vereinigen. Aber diese Integration sei nur die Spitze des Eisbergs. Die Verbindung dieser Bereiche führe über kurz oder lang "zu einer Art 'Smart Adress Book', das unser Wissen über Leute sammelt, die uns wichtig sind, und ebenso Kontakt mit ihnen aufnimmt".

Was für die Integration von Skype ins MySpace-Angebot gelte, sei auch grundsätzlich für das Funktionieren eines sozialen Netzwerks wichtig: die Interoperabilität zwischen den diversen Anwendungen, die auf die Verbindung mit anderen Menschen abzielen. Und natürlich werde dieses System zu einer weiteren Ausdifferenzierung der Art und Weise von Kontakten führen, von kleinen Freundeskreisen bis hin zu beruflichen Kontakten, etwa zwischen den Gästen einer Veranstaltung oder für Unternehmen, die ihre Kundenbindung verbessern möchte.

Hüh und hott in Frankreich: Orange bekommt das iPhone doch

Jetzt also doch: Ab dem 29. November soll Apples Kulthandy auch in Frankreich in die Läden kommen, Vertriebspartner im Lande wird der Mobilfunker Orange sein. In der 8-GB-Version soll das Gerät 399 Euro kosten.

Zwischendurch hatte es schon danach ausgesehen, als ob die Franzosen in die Röhre gucken müssten. Denn Apple und Orange stritten lange über die genauen Vertragsbedingungen. Da in Frankreich die exklusive Kopplung eines Gerätes an nur einen Dienstanbieter gesetzlich verboten ist, wollte sich Apple den entgangenen Monopolvorteil mit einer Umsatzbeteiligung von 30 Prozent versüßen, in anderen Ländern sind zehn Prozent üblich, Exklusivbindung sei Dank.

Gegen diesen hohen Anteil hatte sich Orange lange gesträubt. Nun wird es spannend zu sehen sein, ob die Franzosen das iPhone auch ohne Vertragsbindung anbieten werden, wie es die französischen Bestimmungen vorsehen.

Gerücht: So teuer wird das iPhone

"Von einer Quelle, die wir für glaubwürdig halten", heißt es bei Macnotes.de, habe das Apple-Blog "erste Details zu den iPhone-Tarifen bei T-Mobile zugespielt" bekommen. Macnotes: "Demnach soll der günstigste Tarif mit monatlich 50 Euro zu Buche schlagen und neben 100 Freiminuten eine Daten-Flatrate sowie 40 Frei-SMS beinhalten. Außerdem soll es zwei weitere Tarife geben, mit monatlichen Kosten von bis zu 90 Euro."

Und da Macnotes eine Quelle ist, die wir jetzt mal für glaubwürdig halten, nehmen wir das Gerücht beim Wort und testen - als kleinen Service für unser aller Telekom - schon mal die Akzeptanz beim Nutzer. Stimmen Sie ab: Wie empfinden Sie den Preis von 399 Euro für das Telefon plus mindestens 50 Euro im Monat (ergo 1200 Euro plus 399 Euro für zwei Jahre) bis zu 90 Euro im Monat (2160 Euro für zwei Jahre, plus 399 Euro Kaufpreis)? Stimmen Sie ab!

(pat)

New Yorks Staatsanwaltschaft und Facebook schließen Frieden

Vor drei Wochen hatte der Generalstaatsanwalt des amerikanischen Bundesstaates New York Andrew Cuomo gegen die Betreiber der Online-Plattform Facebook wegen eklatanter Mängel beim Jugendschutz eine offizielle Untersuchung angestrengt. Immer wieder war die Plattform als Spielwiese für Sexualstraftäter und Pädophile ins Gerede gekommen, wogegen auch der wiederholte Rauswurf identifizierter Missetäter nicht viel half.

Nun scheint zwischen beiden Seiten Tauwetter zu herrschen, gestern trat der Generalstaatsanwalt gemeinsam mit dem Facebook-Vize und Datenschutzbeauftragten Chris Kelly vor die Presse, um ihre Besorgnis über Sexualstraftäter auszudrücken. Nachdem man bei Facebook mit dem Thema ziemlich nachlässig umgegangen sei, nehme man das Problem nun sehr ernst, so Kelly. Ab sofort soll Facebook-Nutzern eine Meldekategorie "Sexuelle Belästigung" mit höchster Priorität offenstehen, die vom Betreiber zwingend eine Antwort binnen 24 Stunden erfordert. "Das alles hat als Ermittlung begonnen, aber nun hat sich die Bemühung zur Zusammenarbeit verändert, und wir hoffen, die gesamte Wirtschaft wird folgen", wird Kelly von "News.com" zitiert.

Unterdrückung in China: Yahoo vor den Auswärtigen Ausschuss in Washington zitiert

Das könnte eine hochnotpeinliche Befragung werden, wenn am 6. November Yahoo-Chef Jerry Yang vor dem Auswärtigen Ausschuss in Washington zu Menschenrechtsverletzungen in China und der Beteiligung des Suchmaschinenbetreibers angehört wird. Der Termin wurde vom Ausschussvorsitzenden Tom Lantos anberaumt, nachdem offensichtlich geworden war, dass Yahoo noch im letzten Jahr gelogen hatte, als die Firma ihre Ahnungslosigkeit von den chinesischen Vorgängen beteuerte.

Der regierungskritische Journalist Shi Tao war in China zu einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Die Verurteilung war nur möglich, weil Yahoo den chinesischen Behörden mit den Providerdaten auch den Klarnamen des Kritikers enthüllt hatte. "Unser Ausschuss hat festgestellt, dass Yahoo dem Kongress Falschinformationen gab", so Lantos. Das Unternehmen müsse zur Rechenschaft gezogen werden.

Apple schraubt am SDK fürs iPhone

Und noch ein Gerücht zum iPhone: Möglicherweise überlegt man bei Apple, das bisher exklusiv verschlossene Gerät für Anwendungen von Drittanbietern weiter zu öffnen, berichtet die "Business Week". Bislang beschränken sich diese nämlich auf YouTube und Google Earth und einige weitere webbasierte Applikationen.

Also soll endlich ein Zugang zur iPhone-Plattform her, so seit längerem die Forderungen an den Hersteller. Der aber lässt sich Zeit und wird das entsprechende Software Development Kit (SDK) für das iPhone wahrscheinlich erst zu Beginn des nächsten Jahres veröffentlichen. Möglicherweise will man sich bei Apple erst einmal aufs neue Mac OS namens Leopard konzentrieren, das eine geeignete Plattform für externe Entwickler darstellen sollte.

Neues vom iPlayer

Vor geraumer Zeit begeisterte die BBC die Onlinegemeinde mit der Ankündigung, seine Senderinhalte frei zugänglich online zu stellen. Bei näherem Hinsehen erwies sich das Angebot dann als nicht ganz so toll, man braucht zum Anschauen einen on-Demand-Player namens iPlayer. Und der läuft auch nicht auf jedem Betriebssystem.

Zwar bemühen sich die Techniker, ein plattformübergreifendes Angebot zu erstellen, bis Ende des Jahres sollen die Streaming-Inhalte nicht nur für Windows-Nutzer zur Verfügung stehen, sondern auch für andere Systeme wie Mac und Linux. Eigentlich. Denn die verschiedenen Features des iPlayers lassen sich nach wie vor nur auf Windows-Basis vollständig nutzen, BoingBoing macht auf eine Aussage von BBC-Technik-Chef Ashley Highfield aufmerksam, derzufolge ein kompletter, herunterladbarer iPlayer nur denen zur Verfügung stehe, die die neueste Windows-Version nutzten.

Nichtsdestotrotz meldet der britische "Guardian", dass zumindest die Apple-Jünger sich freuen dürfen, bis Ende des Jahres sei der iPlayer Mac-kompatibel. Außerdem könnte das Sendeangebot nun auch unterwegs am eigenen Notebook genutzt werden. Dazu bietet die BBC an insgesamt 7500 Hotspots, in Cafés oder an Flughäfen, freie Wlan-Zugänge an.

Außerdem:

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.