Netzwelt-Ticker Google macht die Welt rund

Googles Online-Kartendienst Maps zeigt die Welt jetzt auch als Kugel an - und macht das sehr hübsch. Außerdem: Das Geheimnis des iPad-Kamera-Dongles, zusätzlicher Käuferschutz bei Paypal, weiter massive Kritik an Facebook und das Ende der 3,5-Zoll-Diskette. Das und mehr im Überblick.
Google Maps auf dem iPad: Ab sofort mit Google-Earth-view

Google Maps auf dem iPad: Ab sofort mit Google-Earth-view

Google hat den Online-Landkartendienst Google Maps um eine "Earth view"-Ansicht erweitert , ein 3-D-Modell der Welt auf Basis des digitalen Globus "Google Earth". Wer das nächste Mal Google Maps ansurft, wird von einer kleinen Meldung aufgefordert, das "Earth"-Browser-Plug-in herunterzuladen . Damit können die Google-Landkarten künftig auch in einer Globus-Version überflogen werden. Einzelne Städte und Sehenswürdigkeiten sind zudem als Pappdeckelhaus-artige 3-D-Modelle dargestellt.

Bisher gab es in "Google Maps" nur mehrere abstrakte Karten und eine Satellitenansicht, jetzt schaltet eine "Earth"-Schaltfläche, rechts oben auf der Maps-Website in den Globus-Modus. "Earth view" gab es übrigens schon länger als Browser-Plug-in, neu ist die Integration in den weitverbreiteten Kartendienst Google Maps.

Schön an der neuen Funktion: Die Maps-Routenplanung funktioniert auch in 3D; zumindest in Innenstädten, die als 3-D-Modell vorliegen dürfte das zur Orientierung beitragen. Vor allem aber ist "Google Earth" im Browser eine Pracht! Im Gegensatz zum Vollprogramm ist das Plug-in im Nu installiert  - und fügt sich so in Google Maps ein, als ob es immer ein Teil davon gewesen wäre.

Nutzen sollen die neuen Funktionen vor allem Web-Entwickler, die eigene 3-D-Landkarten und -Mash-ups bauen können. Wie das geht, erklärt Google in seinem Werkzeugkasten .

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Das Geheimnis des iPad-Kamera-Dongles

Das "iPad Camera Connection Kit", das Apple anbietet, dient nicht nur dazu, Kameras mit dem iPad zu verbinden . Tidbits zufolge können mit dem USB-Verbindungskabel auch andere USB-Geräte ans iPad angeschlossen worden, etwa Lautsprecher, Mikrofone oder Headsets. Moment, mag da einer einwenden, das funktioniert doch auch alles über die Audio-Klinkenstecker! Nicht aber, wendet Tidbits ein, wenn man bereits ein USB-Audiogerät besitzt, keine Lust auf Bluetooth hat oder schlicht nicht 30 Dollar für Apples Headset ausgeben will.

China plant Petz-Pflicht für Internet-Provider

In China steht ein neues Gesetz zur Kommunikationsüberwachung kurz vor der Verabschiedung. Es soll nach Behördenangaben den Verrat von Staatsgeheimnissen unterbinden und Telekommunikations- und Internetanbieter verpflichten, verdächtige Aktivitäten ihrer Kunden zu melden. Die Unternehmen sollen mit Polizei und Organen der Staatssicherheit zusammenzuarbeiten und zu beanstandende Inhalte gegebenenfalls löschen. Der amtlichen Tageszeitung "China Daily" zufolge wurde das Gesetzesvorhaben am Montag dem Ständigen Ausschuss des Nationalen Volkskongresses zur dritten Lesung vorgelegt. Dies ist meist der letzte Schritt, bevor ein Gesetz verabschiedet wird. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, bezieht sich das Gesetz auf alle "Informationen, die staatliche Interessen und Sicherheit berühren".

Demnach betrifft dies die Bereiche Politik, Wirtschaft und Verteidigung. Aufgrund der weiten Auslegung könnten auch Landkarten, GPS-Koordinaten und Wirtschaftsstatistiken als Staatsgeheimnisse gelten. Das Strafmaß für Verstöße gegen das Gesetz wurden nicht bekanntgegeben. Die chinesischen Behörden verfolgen nach eigenen Angaben eine restriktive Informationspolitik, um Unruhen vorzubeugen und einzudämmen. Als im vergangenen Juli in der mehrheitlich muslimischen Provinz Xinjiang im Westen Chinas Unruhen ausbrachen, blockte Peking die Web-Seiten von Twitter und Facebook und schaltete das Internet kurzfristig ganz ab. Auch das Mobilfunknetz wurde gestört, um Berichte aus der Region zu unterbinden. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, Pekings Informationspolitik diene nur dazu, die Macht der Kommunistischen Partei zu sichern. China ist mit 384 Millionen Nutzern der größte Internetmarkt der Welt.

apn

US-Senator feuert FTC zu mehr Datenschutz an

In einem offenen Brief  ruft US-Senator Charles Schumer (Demokraten, New York) die US-Regulierungsbehörde FTC auf, Datenschutzrichtlinien für soziale Netzwerke wie Facebook, MySpace und Twitter aufzusetzen. Darin soll die FTC festschreiben, wie diese Netzwerke Daten ihrer Mitglieder nutzen und verbreiten können dürfen . Schumer, schreibt "Computerworld", verschickte seinen Brief kurz nach Facebooks Entscheidung, neue Entwicklungswerkzeuge und Features zu veröffentlichen, über die Facebook Nutzerinformationen mit andere Websites austauschen kann. Dieser Zug brachte Facebook den Vorwurf ein, nicht nur nach der Web-Herrschaft zu greifen, sondern auch die Mitglieder gegen ihren Willen und übermäßig zu entblößen. Wer Facebook so eine Nutzung seiner Daten untersagen wolle, so der Senator in seinem Brief, müsse "durch einen komplizierten und verwirrenden Abmelde-Prozess." Aber noch schlimmer, erklärt Golem.de: "Dieses Opt-out-Verfahren  ist für jede einzelne Facebook-Partner-Web-Seite mit eigener Anwendung separat nötig."

Und weil der Prozess so kompliziert ist, hat die US-Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation (EFF) eine (englischsprachige) Anleitung veröffentlicht, wie man Facebook zu mehr Datenschutz zwingt .

Bei all der Aufregung dürfen sich deutsche Facebook-Nutzer fragen, was eigentlich aus der Ausstiegsdrohung der deutschen Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geworden ist, die noch Anfang April Facebook-Chef Mark Zuckerberg drohte: "Sollte Facebook nicht bereit sein, seine Firmenpolitik zu ändern und die eklatanten Missstände zu beheben, sehe ich mich gezwungen, meine Mitgliedschaft zu beenden." Jetzt hat Facebook ja die Firmenpolitik geändert - zum Datenschutz-Schlimmeren…

Paypal führt zusätzlichen Käuferschutz ein

Der Internet-Bezahldienst Paypal sichert seine Nutzer mit einem neuen Käuferschutz beim Online-Kauf zusätzlich ab. Wird eine bereits bezahlte Ware vom Verkäufer nicht geliefert, erstatte Paypal künftig die bereits gezahlte Summe, teilte die Ebay-Tochter am Dienstag mit. Die zusätzliche Absicherung hatte das Unternehmen bereits im März in den USA und Großbritannien eingeführt, ab sofort gelte sie auch für Nutzer in Deutschland bei Einkäufen im In- oder Ausland.

dpa

Spotify wird soziales Netzwerk

Der Musik-Streaming-Dienst Spotify  wird sozialer und vernetzt sich mit Facebook: Die mit "'Spotify Music Pro@ile" etwas kryptisch zusammengefassten Neuerungen bedeuten vor allem: Intern wird Spotify ein soziales Netzwerk, extern öffnet sich der Dienst via Facebook Connect. Das heißt: Statusmeldungen von Spotify können zu Facebook umgeleitet werden und vice versa. Spotify lässt sich übrigens in Deutschland - offiziell - nicht nutzen, weil es bislang keine Einigung zwischen der Verwertungsgesellschaft GEMA und dem schwedischen Unternehmen  gibt.

Sony: Aus für 3,5-Zoll-Diskette

Es hat sich ausgefloppt für die Dreieinhalb-Zoll-Diskette (3,5"). Der japanische Elektronikkonzern Sony will sich bis Ende des laufenden Geschäftsjahres im März 2011 von dem überholten Speichermedium trennen, schreibt die ORF Futurezone . Doch halte ein, wessen Spott nicht fern: Noch im Geschäftsjahr 2009 hatte Sony allein in Japan zwölf Millionen solcher Disketten verkauft - zu einem Zeitpunkt also, zu dem die meisten anderen Hersteller die Produktion längst eingestellt hatten.

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