Netzwelt-Ticker Google zahlt angeblich für Android-Fernseher

Hersteller von Fernsehgeräten bekommen von Google angeblich Geld, wenn sie ab Werk Android als Betriebssystem installieren. Außerdem im Überblick: O2 will im Stadtzentrum Londons Gratis-W-Lan anbieten, was Experten Sorgen macht, und Siri hat Lust auf thermonuklearen Krieg.
Google TV: Android soll auf neuen Fernsehern laufen

Google TV: Android soll auf neuen Fernsehern laufen

Foto: Google/ dpa

High-Tech-Freunde werden kurz vor der CES in Las Vegas langsam nervös. Auf der Verbrauchermesse für Elektronik sollen unter anderem endlich auch TV-Geräte mit Android ihren Siegeszug antreten. Damit der nicht wieder ausfällt, überlässt Google nichts dem Zufall. Der Fachdienst "Neowin" will in Erfahrung gebracht haben, dass Google Herstellern und Vertreibern von Fernsehern ein bislang noch unbekanntes Sümmchen zahlt, damit sie das mobile Betriebssystem auf den Geräten vorinstallieren.  Deshalb sei in diesem Jahr mit einer Flut derartiger Android-Fernseher zu rechnen. Allerdings, so wird eingewandt, könnte die Scheckbuch-Politik Googles eine wichtige Frage aufwerfen. Nämlich die, ob es sich bei Google TV tatsächlich um eine zukunftsträchtige Plattform handelt, wenn die TV-Branche nur gegen Bezahlung von Android zu überzeugen ist.

Warnung vor kostenlosem W-Lan in London

Nur noch wenige Monate bis zur Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in London. Für die zahlreichen Besucher, die sich in dieser Zeit in der britischen Hauptstadt aufhalten, und auch für die Bewohner, hat sich Mobilfunker O2 ein Zückerchen ausgedacht: Im Londoner Stadtzentrum, in den Bezirken Westminster und Kensington sowie Chelsea wird es kostenfreies W-Lan geben. Das werbefinanzierte Angebot werde die größte Zone für Gratis-W-Lan in Europa sein, erklärt der Konzern in einer Mitteilung. 

Die Verantwortlichen legen Wert darauf, dass nicht nur die Nutzung frei ist, sondern auch Installation und Betrieb keinen Penny öffentliche Mittel kosten. Die Ankündigung kam nur kurze Zeit nach der Bekanntmachung, die öffentlichen Verkehrsmittel der Hauptstadt würden in 120 U-Bahn-Stationen W-Lan-Hotspots installieren, wie das "Wall Street Journal" berichtet.  Das O2-Netz soll nach und nach ausgebaut werden, die Übertragungsgeschwindigkeit zwischen 1 und 5 Megabit pro Sekunde liegen.

Sicherheitsexperten warnen jedoch vor den Risiken, die mit der Nutzung eines derartigen freien Netzes verbunden sind. "Wenn die Kommunikation nicht verschlüsselt wird, ist es für Kriminelle einfach, Daten abzugreifen", wird Sophos-Sicherheitsmann Graham Cluley zitiert. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Scammer für ihre illegalen Zwecke eigene Hotspots einrichten würden und diese als Teil des offiziellen Netzes ausgäben. "Alle Ihre Daten würden dann über deren Service abgewickelt", so Cluley - und womöglich ausspioniert.

Chinesische Autoren verklagen Apple wegen illegaler E-Books

Alles nur geklaut, ärgern sich neun chinesische Autoren. Sie beschweren sich, dass insgesamt 37 von ihnen geschriebene Bücher ohne ihre Erlaubnis in Apples App Store angeboten werden. Die Verlage, die diese Werke über den iBookstore verkauften, hielten an ihnen gar keine Rechte. Dass Apple von diesen Verkäufen auch noch jeweils 30 Prozent Gebühr einstreiche, sei "reiner Diebstahl", so Bei Zhicheng vom chinesischen Schriftstellerverband.  Die neun Autoren wollen Apple nun auf eine Schadenersatzsumme von 11,91 Millionen Yuan verklagen, umgerechnet knapp 1,5 Millionen Euro.

Apple könnte mit Verbot von Steve-Jobs-Puppe scheitern.

Am Freitag machte die Geschichte von Apples Zorn über eine chinesische Firma die Runde, die eine - ziemlich detailgetreue - Plastikfigur des kürzlich verstorbenen Steve Jobs verkaufen will. Geht nicht, teilten die Apple-Anwälte dem Unternehmen mit, Cupertino halte die Rechte am Erscheinungsbild des Firmengründers. Was dem Vernehmen nach den Hersteller nicht sonderlich beeindruckt haben soll. Berichten zufolge will er an seinen Verkaufsplänen festhalten. Möglicherweise mit guten Erfolgsaussichten.

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Apple-Chef im Kleinformat: Die Steve-Jobs-Actionfigur

Denn das Recht auf das Erscheinungsbild einer Person setzt eine wichtige Tatsache voraus, wie PaidContent anmerkt , dass nämlich die betroffene Person noch am Leben ist. Mit dem Tod erlöschen zwar nicht die Urheberrechte, wohl aber an den meisten Orten der Welt das Recht am eigenen Bild. In den USA existiere nur in einem Dutzend Bundesstaaten ein Persönlichkeitsrecht, das die Bildrechte auch nach dem Tod als gegeben anerkennt. Im Bundesstaat Indiana erlösche dieser Schutz sogar erst 100 Jahre nach dem Tode der betreffenden Person. An anderen Orten wie New York jedoch gebe es keine derartigen Regelungen. Apples Klageankündigung sei also nichts als eine leere Drohung. Darauf, den Plastik-Jobs mit Apple-Produkten im Miniaturformat auszustatten, hat der Hersteller wohlweislich verzichtet.

Siri hat Lust auf thermonuklearen Krieg

Es gibt ja schon die tollsten Gesprächsprotokolle mit Apples neuer Sprachsoftware Siri, aber auch in deutscher Sprache liefert das elektronische Helferlein einige Stilblüten. Vor allem dann, wenn die Spracheingabe dialektgefärbt erfolgt. Siri versteht zum Beispiel bei Wienerisch nur Bahnhof.  Auf die Frage, ob es an Gott glaube, demonstriert das System Bescheidenheit und erklärt: "Eigentlich ist es egal, was ich denke." Hingegen ist Siri eindeutig kriegslüstern, lässt sich aber immerhin von Verboten beeindrucken. Die Aufforderung "Starte thermonuklearen Krieg" (in Anlehnung an ein Steve-Jobs-Zitat) quittiert der Sprachassistent mit: "Das würde ich gern tun, darf ich aber nicht. Tut mir leid."

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iPhone-Assistent Siri: "Ich kenne keine guten Witze!"

Auch das noch:

  • Das 100-Dollar-Tablet von One Laptop per Child (OLPC) kommt:  Nach dem 100-Dollar Laptop kommt der der 99-Dollar-Flachrechner. Pünktlich zur CES bingt OLPC das Gerätchen heraus, betrieben mit einem Android-System. Seinen Strom soll es durch eine Handkurbel oder Solarzellen erhalten. OLPC-Chef zielt vor allem auf Entwicklungsländer mit schwacher Infrastruktur ab.
  • Solarzellen-Hülle für den Kindle:  Auch für Amazons elektronische Bücherkiste kommt die Rettung von oben. Eine spezielle Hülle mit Solarzellen soll den Leser bis zu drei Monate lang von jeder Steckdose unabhängig machen. Eine zusätzlich in der Hülle verbaute Mini-Batterie kann entweder eine kleine Leselampe oder den Kindle-Akku zusätzlich versorgen. Ideal für Rucksackreisende in entlegenen Weltregionen.
  • Balten quasseln in Europa am häufigsten online, Deutsche sind VoIP-Muffel:  EuroStat hat das Telefonierverhalten der Europäer im Internet untersucht. Am fleißigsten nutzen die Balten VoIP, zwei Drittel der Letten und Litauer telefonieren übers Internet. In Deutschland liegt die Rate bei 20 Prozent.

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