Netzwelt-Ticker Gratis-Vista im Tausch gegen Privatsphäre

Windows Vista gibt's auch kostenlos, wenn man Microsoft im Gegenzug detailliert mitschneiden lässt, was man am PC so treibt. Außerdem im Überblick: Toshiba macht Akkus schneller, Facebook macht seinen Nachahmern Konkurrenz und vieles mehr.


Windows telefoniert gern nach Hause. Das ist seit jeher eines der bekanntesten Features der Microsoft-Betriebssysteme. Allerdings kein sehr beliebtes. Aber frei nach dem Motto "ist der Ruf erst ruiniert..." gehen die Datensammler aus Redmond nun in die Vollen und offerieren einen originellen Tausch: die eigene Privatsphäre gegen Vista Ultimate.

Windows Vista Ultimate: Bekommt man in den USA kostenlos - wenn man dafür seine Privatsphäre aufgibt
AP

Windows Vista Ultimate: Bekommt man in den USA kostenlos - wenn man dafür seine Privatsphäre aufgibt

Das funktioniert folgendermaßen: Der Auskunftswillige registriert sich beim "Windows Feedback Program" und erlaubt Microsoft drei Monate sämtliche Vorgänge auf seinem Rechner zu protokollieren. Alle zwei Wochen werden die gesammelten Daten via Internet zur Auswertung nach Redmond geschickt.

Zur Teilnahme sind bislang ausschließlich US-Staatsbürger über 18 Jahre zugelassen. Zur Belohnung darf sich der Proband unter anderem eine kostenlose Windows Vista Ultimate-Lizenz aussuchen und auch eine für Microsofts Encarta Premium 2008. Zweifellos wird es genügend Interessenten geben, denn auch in den USA ist in der Debatte um Datenschutz die Reaktion vieler Zeitgenossen nicht viel mehr als ein müdes Schulterzucken und ein schlichtes "ich hab' doch nichts zu verbergen".

Wer rippt der klaut

Digitale Musikformate wie MP3 und AAC sind grundsätzlich illegal. Das zumindest glaubt die US-Plattenfirmenorganisation RIAA. Ein Tauschbörsen nutzendes Ehepaar hatte vor Gericht argumentiert, die von ihnen online zur Verfügung gestellten Musikdateien hätten sie selbst von ihren eigenen CDs gerippt. Die Dateien seien nur für den privaten Gebrauch vorgesehen gewesen und sollten auf mobile Geräte übertragen werden. Das, so die Angeklagten, sei doch wohl vollkommen rechtens.

Die RIAA scheint das freilich ganz anders zu sehen. Auf Anfrage, ob es denn falsch wäre, wenn Käufer ihre CDs kopierten, sagte Sony BMG-Chefanwältin Jennifer Parser: "Ich glaube wir können sagen, dass wenn jemand eine Kopie eines Songs für sich selbst anfertigt, dann stiehlt er." Wer sagt, so Pariser, er würde einen Song "kopieren" würde lediglich freundlich ausdrücken, dass er "nur eine Kopie klaut". Die Plattenfirmen berufen sich in ihrer Argumentationen darauf, dass sie den Plattenkäufern nie ausdrücklich das Recht eingestanden hätten, Kopien der gekauften Musik anzufertigen. So kann man das natürlich aus sehen.

mak

Toshiba kündigt Turbo-Akkus an

Anscheinend hat Toshiba gerade Ankündigungstage. Nach der Mitteilung, bis zu 128 Gigabyte große Flash-Speicher für Notebooks in Serie bauen zu wollen, zaubert der japanische Elektronikkonzern die nächste Neuheit aus dem Hut: Ab März sollen sogenannte SciB-Akkus auf den Markt kommen. Die neuartigen Batterien sollen mit bis zu 5000 Ladezyklen nicht nur besonders langlebig sein, sie sind auch schnell zu laden: Schon nach fünf Minuten am Ladekabel seien die Zellen zu 90 Prozent aufgetankt .

Möglich wird das durch die Verwendung eines neuartigen Materials für die negativen Elektroden, neue Separatoren und ein spezielles Elektrolyt. Toshibas Technik soll auch alte Akku-Probleme wie die plötzliche Selbstentzündung beenden. Der Hersteller verspricht "hervorragende Sicherheit". Denkbar sei der Einsatz in elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Aber auch in mobilen Geräten wie Notebooks würde die Verwendung solcher Akkus eine große Verbesserung des Bedienungskomforts bedeuten.

Facebook kommt nach Deutschland

Deutsche Netzwerke wie StudiVZ begegnen ihrem Vorbild: Facebook, das Muster für unzählige geklonte Social Networks, kommt nach Europa und wird dabei auch einen Ableger in deutscher Sprache eröffnen. "Im ersten oder zweiten Quartal werden wir in mehreren europäischen Ländern Seiten in deren Heimatsprache starten, darunter auch Deutschland", wird Net Jacobsson, Direktor für das Auslandsgeschäft, heute im "Handelsblatt" zitiert.

Nach eigenen Angaben hat Facebook weltweit etwa 57 Millionen angemeldeter Nutzer. Das Auslandsgeschäft schwächelt allerdings noch. Derzeit nutzen nur gut 530.000 User in Deutschland und eine Million Franzosen das englischsprachige Angebot der Kontakt- und Unterhaltungsplattform. Sollte sich die deutsche Facebook-Version jedoch ähnlich erfolgreich schlagen wie das Teenie-Netzwerk MySpace, könnten die goldenen Zeiten für StudiVZ bald Geschichte sein.

Office 2007: SP1 ist draußen

Ein Jahr auf dem Markt, da wird es Zeit für eine erste Überholung: Microsoft hat das Service Pack Nummer Eins für die Büroprogramme von Office 2007 veröffentlicht. Mit dem 200 Megabyte schweren Datenpaket versprechen die Techniker aus Redmond "Stabilität und erhöhte Leistung sowie weitere Verbesserungen der Benutzersicherheit".

Das Update muss manuell gestartet werden, das automatische Windows Update ist bis auf weiteres für das Office SP1 nicht geplant. Das dürfte viele Systemadministratoren beruhigen, die sich des Öfteren darüber ärgerten, dass sich unversehens und ohne ihre Veranlassung plötzlich die Softwareaktualisierung in Bewegung setzte. Welche Verbesserungen das SP1 im Einzelnen enthält, kann im entsprechenden Microsoft Knowledge Base-Artikel nachgelesen werden.

Reuters verdient bei Online-Werbung mit

Nachdem die Nachrichtenagentur Reuters erst vor kurzem eine Vereinbarung mit der "International Herald Tribune" getroffen hatte, den Wirtschaftsteil der Zeitung direkt mit Nachrichten zu beliefern, scheint ein ähnliches Abkommen mit dem IHT-Mutterblatt, der "New York Times" im Raum zu stehen. Die "Tribune" wird ab Januar fünf bis sechs Seiten mit Wirtschaftsmeldungen unter dem Reuters-Logo veröffentlichen. Auch online soll das IHT-Wirtschaftsressort unter der Reuters-Marke laufen. Besonderheit hierbei: Die Zeitung wird die Online-Werbeeinnahmen dieser Seiten mit Reuters teilen. Ein völlig neues Geschäftsmodell für Nachrichtenangenturen - bislang kassieren sie von belieferten Medien feste Gebühren.

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.