Netzwelt-Ticker Hacker plazieren Erpressersoftware auf Torrentseite

Eineinhalb Stunden lang verbreitete die Website eines sehr erfolgreichen Bittorrent-Programms bösartige Software anstelle des Datentausch-Helfers. Außerdem im Nachrichten-Überblick: Berlin eröffnet ein Open-Data-Portal und angebliche FBI-Profile der Anonymous-Anführer.
Computerwut (Symbolbild): Unbekannte schleusen Schadsoftware auf Torrentplattform

Computerwut (Symbolbild): Unbekannte schleusen Schadsoftware auf Torrentplattform

Foto: Corbis

Hacker haben zeitweilig die Kontrolle über die populären Filesharing-Website Utorrent.com an sich gerissen und Download-Links umgeleitet . Für zwei Stunden am Abend des 13. Septembers luden sich Utorrent.com-Besucher statt der Bittorrent-Software den Schadcode Security Shield herunter. Der versucht seine Opfer mit Warnmeldungen über einen angeblichen Virenbefall zum Kauf einer Scheinlösung zu nötigen. Anfängliche Warnungen, wonach auch Bittorrent.com von Hackern gekidnappt wurde, erwiesen sich laut dem Bittorrent.com-Blog als falsch. Auch die Bittorrent-Software selbst sei nicht infiziert worden.

Der Vorfall zeigt wieder einmal, wie vorsichtig Surfer auch mit vermeintlich vertrauenswürdigen Websites und Downloads umgehen müssen. Schutz bieten dem Anfänger Virenscanner, die immer auf dem neusten Stand sind. Fortgeschrittene Nutzer können die Datei-Prüfsummen der Software prüfen..

Berlin startet Open-Data-Portal

Die Stadt Berlin hat ein Datenportal  eröffnet: In der Pilotphase können Interessierte auf der Seite zunächst 18 Datensätze zu Themen wie Arbeitsmarkt, Bildung und Wahlen abrufen. Soweit dies rechtlich möglich ist, stellt die Stadt die Datenbestände unter der Lizenz "Creative Commons Namensnennung 3.0 Deutschland" (CC-BY 3.0) zur Verfügung. Die Pilotphase läuft bis Ende des Jahres, weitere Datensätze sollen hinzukommen. (lis)

Isaf-Sprecher streitet sich mit Twitterer

Der " Guardian " wundert sich über ein bei Twitter stattfindendes Wortgefecht zwischen der der ISAF-Presseabteilung und einem Twitterer. Den Anfang machte ein Tweet  von @ISAFmedia, der auf die Frage hinauslief: "Wie lange werden Terroristen noch unschuldige Afghanen gefährden?" Worauf Twitterer Abdulqahar Balkhi  (bei Twitter: @abalkhi) antwortete: "Keine Ahnung. Ihr habt sie doch seit zehn Jahren gefährdet, ganze Dörfer und Märkte ausgelöscht - und trotzdem noch den Nerv, von "Gefährdung" zu sprechen?"

ISAFmedia fühlte sich zu einer Antwort genötigt: " Wirklich, @abalkhi ? UNAMA berichtet von 80% zivilen Opfern, die von (euren) Rebellenaktivitäten verursacht wurden". Balkhis Erwiderung griff die Vertrauenswürdigkeit dieser Statistik an: " UNAMA ist wessen Organisation? Meine oder eure? " Und so weiter und so fort - man könnte darüber fast vergessen, dass es hier auch um Menschenleben geht.

Was am Donnerstag sonst in der Netzwelt wichtig war

  • Bei Cryptome sind angeblich geleakte FBI-Dokumente mit psychologischen Profilen der Anführer der Internet-Bewegung Anonymous  aufgetaucht (PDF-Datei, 1,4 MB). Das wird die Anführer freuen - so sei etwa Anführer Sabu "wahrscheinlich verheiratet und im Technologie-Sektor angestellt", habe "amoralische Tendenzen" und sehe "die Welt aus einer nihilistischen Perspektive" - und dann: "Rechtschreib-Korrekturen in Chat-Logs zeigen zwanghaftes Verhalten."
  • Keith Alexander, Chef der Cyber-Behörde der US-Streitkräfte, warnt auf dem "Im Cyberspace manövrieren"-Symposium  vor einem drohenden Cyber-Angriff - das sei nur eine Frage der Zeit . Seine Schlussfolgerung: Die Vereinigten Staaten müssten aufrüsten!
  • PayPal bereitet sich auf Stufe 2 der teils selbstverschuldeten Finanz-Revolution vor - und rüstet sich für einen Kampf gegen Kreditkarten-Anbieter  an der Ladenkasse. Die ganze Geschichte erinnert stark an das Vorhaben von Twitter-Mitgründer Jack Dorsey und seine Touchpad-Registrierkasse.
  • Der britische Kultusminister Jeremy Hunt gerät für Netz-feindliche Aussagen in einer Rede vor in die Kritik: Nehme man seine Aussagen seiner Ansprache vor der Royal Television Society ernst, erklärt Iptegrity.com, wolle er eine chinesische Zensur im britischen Internet. Die Rede und ihre Kritik gibt es im Wortlaut hier .
  • Torrentfreak hat aufgeschrieben, wie das FBI einen US-Schauspieler der Film-Piraterie überführen  konnte. Spannend.

Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.