Netzwelt-Ticker Joojoo-Nachfolger mit eckiger Android-Variation

Das Grid soll es richten: Fusion Garage wagt nach der Pleite mit dem Joojoo-Tablet einen nächsten Versuch. Außerdem im Überblick: Ein GPS-Halsband findet verlorengegangene Hunde wieder und Microsoft kündigt die Beta von Windows 8 an.

Website von Fusion Garage: Viel geschmähte Oberfläche für das Android-Betriebssystem

Website von Fusion Garage: Viel geschmähte Oberfläche für das Android-Betriebssystem


Mit seinem ersten Tablet-Versuch Joojoo ist der Gründer des Start-ups Fusion Garage, Chandra Rathakrishnan, noch auf die Nase gefallen. Diesmal soll alles gut werden: Am Montag stellte er den neuen Tablet-Rechner namens Grid 10 vor. Das Unternehmen firmiert nun unter dem Namen TabCo. Im Unterschied zum Betriebssystem des Vorgängermodells soll nun nicht mehr das Rad neu erfunden werden. Fusion Garage setzt auf eine modifizierte, eckig aussehende Android-Version namens Grid mit eigenem Startbildschirm, Browser und E-Mail-Dienst.

Das Gerät wird komplett mit Gesten gesteuert und verzichtet daher völlig auf Tasten. Ein 10,1 Zoll großer Bildschirm mit einer Auflösung von 1366 x 768 Pixeln soll dem Betrachter reinen Augenschmaus bieten. Unter der Haube soll ein Dual-core Nvidia Tegra-2-Prozessor für angemessene Geschwindigkeit sorgen. Das Gerät wird voraussichtlich im September zum Preis von 600 US-Dollar mit W-Lan- und UMTS-Ausstattung auf den Markt kommen, ohne UMTS wird es 100 Dollar weniger kosten.

Während die Fusion-Garage-Macher auf ihr Produkt offensichtlich stolz sind, können nicht alle diese Begeisterung nachvollziehen. "Das hässlichste Tablet-Betriebssystem, das Sie gesehen haben" ätzt Business Insider. Es sei völlig unverständlich, wenn Rathakrishnan sein Android-basiertes Grid-System mit Unix-Betriebssystemen oder Mac OS vergleiche. Überdies sei das Design des Nachrichten-Centers ziemlich klobig geraten. Ärgerlicher sei da schon, dass das Grid zwar mit einer Frontkamera für Video-Chats ausgestattet sei, dem Nutzer aber nicht verrate, mit welchem Chat-Programm überhaupt gearbeitet werde.

Immerhin bekomme der Grid-Besitzer ein schönes Lederfutteral mitgeliefert, um das Tablet ein wenig aufzuwerten. Oder zu verstecken.

Hund entlaufen? GPS-Halsband findet ihn

Qualcomm, ein im Bereich drahtloser Kommunikation angesiedeltes Unternehmen, hat ein Herz für Hundebesitzer. Die High-Tech-Experten haben jetzt ein Halsband konstruiert, in dem ein "Tagg" genannter GPS-Empfänger eingebaut ist. Das Gerät muss zunächst aufgeladen und dann dem Hund um den Hals gelegt werden. Katzen können es auch tragen. Zu klein sollten die Tiere jedoch nicht sein, als Mindestgröße werden fünf Kilogramm Gewicht empfohlen. Die Akkus sollen einen Monat durchhalten.

In dieser Zeit überwacht das Gerät, ob Fiffi oder Mohrle sich in zuvor festgelegten Zonen bewegen (Haus, Garten) oder gerade unterwegs zu neuen, unerlaubten Abenteuern sind. Tagg verschickt dann wahlweise eine E-Mail oder SMS zur Warnung an den Tierbesitzer. Da das Gerät wasserdicht ist, eignet es sich sogar für Wassersportfreunde unter den Vierbeinern. Ganz billig wird der Spaß nicht, ab September soll es zum Preis von 200 Dollar zu haben sein.

Künstler wie Bob Dylan oder Bruce Springsteen gegen US-Musik-Labels

35 Jahre lang haben Künstler wie Bruce Springsteen mit seinem Album "Darkness on the Edge of Town" oder Billy Joel mit "52nd Street" auch ihren Musik-Labels volle Kassen beschert. Doch nun könnte eine Änderung der Copyright-Gesetzgebung den Musikern zusätzliches Geld bescheren. Schon 1976 wurde nämlich festgelegt, dass die Rechte an Werken, die nach 1978 komponiert würden, nach Ablauf einer Frist von 35 Jahren wieder an ihre Urheber zurückfallen.

Von der Regelung sind sowohl Alben als auch Songs betroffen - weshalb die ohnehin schon darbenden vier großen Musikkonzerne EMI, Sony BMG, Universal und Warner weiterer Gewinne verlustig gehen dürften. Vorsorglich haben sie schon erklärt, ihre Rechte an den Musiktiteln würden für alle Zeiten gelten. "Wir sind der Ansicht, dass die zeitliche Begrenzung auf die meisten Tonaufnahmen nicht anwendbar ist", teilte Steven Marks, Chef-Justitiar des Musikverbandes RIAA, der "New York Times" mit. Womit alles auf eine Prozesslawine hinauslaufen könnte, denn die Musiker werden zweifellos versuchen, ihre Rechte und damit Gewinne zu sichern.

Microsoft kündigt Windows-8-Preview an

In einem eigens für diesen Anlass eingerichteten Blog kündigte Microsoft die baldige Veröffentlichung einer Vorab-Version des kommenden Betriebssystems Windows 8 an. Das genaue Datum scheint noch unklar, manche erwarten jedoch, die Redmonder könnten die Build-Konferenz im Silicon Valley im September als Gelegenheit nutzen. Im neuen Windows-8-Blog heißt es nur etwas wolkig, die Beta käme "in den kommenden Monaten" heraus. Auf die häufiger vorgetragene Kritik der Geheimniskrämerei heißt es dann weiter, man habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt.

Microsoft werde nicht mehr über neue Features reden, solange ihnen noch nicht die Kinderkrankheiten ausgetrieben seien. Für alle, die ungeduldig auf Neuigkeiten über das neue Windows warten, hat Microsoft den Twitter-Account @buildwindows8 eingerichtet. Bis zum Dienstagvormittag war dort allerdings nicht viel mehr als der Link zum Windows-8-Blog zu sehen.

Murdoch-Tortenwerfer bloggt nun aus dem Gefängnis

Der Tortenwurf auf Medienzar Rupert Murdoch machte ihn erst berühmt und brachte ihn dann ins Gefängnis: Der Comedian Jonathan May-Bowles brummt für seine Aktion eine vierwöchige Gefängnisstrafe ab. Anfängliche Ängste vor der ungewohnten Umgebung scheinen sich schnell gelegt zu haben. May-Bowles schildert seine Erfahrungen in seinem Blog "Anarch*ish*". Die Knastkollegen hätten ihm schon einen Spitznamen verpasst: Kuchenmann.

Auch das noch:



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Loosa 16.08.2011
1. Solarzellen-Kleidung
Die Notwendigkeit Strom zur Verfüfgung zu haben mag ja vorhanden sein. Aber, wie bei Gizmodo angemerkt wird, welcher Soldat möchte im Einsatz etwas auf der Uniform haben das glänzt und spiegelt?! Das Konzept scheint mir doch etwas unausgegoren...
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