Netzwelt-Ticker Kläger will das Hamburger Google-Urteil anfechten

Haftet Google für angeblich ehrverletzende Suchvorschauen? Ein Hamburger Gericht entschied im Sinne der Suchmaschine, nun kündigt der Kläger Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof an. Außerdem im Nachrichten-Überblick: iPhone-5-Gerüchte, Malware-Flut und ein Supermarkt-Experiment in Südkorea.
Google-Logo in Zürich: Ein deutscher Kläger will die Suchmaschine zum Dauer-Filter zwingen

Google-Logo in Zürich: Ein deutscher Kläger will die Suchmaschine zum Dauer-Filter zwingen

Foto: ? Christian Hartmann / Reuters/ REUTERS

Der Streit zwischen Google und einem Anlagenvermitter um angeblich ehrverletzende Suchvorschauen geht weiter: Zwar beendete am 26. Mai das Hamburger Oberlandesgericht den Fall mit einer Einzelfallentscheidung ohne grundsätzliche Bedeutung: Google verantworte die angeblich ehrverletzenden Suchergebnisse nicht, weil es allenfalls fremde Meinungsäußerungen verbreite und sich genug von den Suchergebnissen distanziere.

Nun versucht der Kläger, diese Begründung als Hebel für eine Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof zu verwenden. Roger Gabor, der Anwalt des Klägers kritisiert die Einschätzung des Oberlandesgerichts Hamburg, der Fall habe keine grundsätzliche Bedeutung. Dies sei sehr wohl der Fall: "Der Vorsitzende Richter Schmidt gestand in der Verhandlung, würde er der Klage stattgeben, würde das gesamte Geschäftsmodell von Google zusammenbrechen. Wenn das nicht grundsätzlich ist... Daran ist auch die politische Dimension des Falles erkennbar."

Neue iPhone-5-Gerüchte

Dünner, leichter, bessere Kamera, Veröffentlichung im September - das sind die aktuellen Gerüchte um das neue iPhone 5, die das "Wall Street Journal" unter Berufung auf wohlinformierte Quellen  veröffentlicht. Ihnen zufolge gleiche das iPhone 5 dem iPhone 4, neu sei vor allem eine höher auflösende Kamera. Die komplexe Fertigung könnte allerdings den angeblich für September geplanten Verkaufsstart verzögern - Apple habe bis Jahresende die Produktion von 25 Millionen iPhone 5 in Auftrag gegeben .

Klar, dass die Ars-Technica-Leser  an dieser Geschichte etwas auszusetzen haben: Apple streue doch wieder nur Gerüchte, teilweise seien die "gut informierten" Quellen sogar richtig widersprüchlich .

Nach dem Botnet ist vor der Malware-Wäsche

Microsofts Sicherheitsexperten scheinen enttäuscht von ihren Rustock-Aufräumarbeiten zu sein. Fast vier Monate nach dem Ausknippsen des Rustock-Botnets - damals ein großer Schlag gegen den Spam-Untergrund - ist das Netzwerk gekaperter Rechner noch immer halb so groß wie vor der Aktion . Schlimmer noch: Weitere Virenforschungen hätten ergeben, dass der Trojaner, der einen befallenen Rechner ans Rustock-Netz anschließt, auch massenhaft anderen Schadcode nachlädt. Kurz: Wenn ein Rechner zum Rustock-Netz gehörte, hat er sich wahrscheinlich auch mit anderer Malware angesteckt. Und die blieb von der Rustock-Abschalterei schlicht unberührt.

Überhaupt diese Malware! "Securityweek"-Autor Mike Lennon nutzt die Chance für Kritik am aktuellen Hacker-Hype  der Medien. Irgendwelche Dateneinbrüche von großmäuligen Jugendlichen mögen zwar spektakulär sein, den viel größeren Schaden fügen dem Internet und seinen Surfern ständig die verschiedenen Malware-Arten zu: Adware, Trojaner, Viren, Würmer.

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  • Eine Agentur des Supermarktkonzerns Tesco hat in U-Bahnhöfen Südkoreas Fotografien von Supermarktregalen aufgestellt, an denen Passanten per Smartphone-App einkaufen können . Die gekauften Produkte werden nach Feierabend vor die Haustür geliefert. Der Untergang Morgenlandes?

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