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Duke Nukem Forever: "Quälend und aufgeblasen"

Netzwelt-Ticker Kritiker verreißen "Duke Nukem Forever"

15 Jahre Entwicklungszeit waren nicht genug: "Duke Nukem Forever" ist ein frauenfeindlicher, langweiliger, stumpfer Mist, urteilen Kritiker. Außerdem im Überblick: Polizei filzt Facebook auf Radarfotos, Schnüffelsender an der Windschutzscheibe und Lügendetektor im Bankautomat.

Frauenfeindlich, furchtbar stumpf, völlig unlustig - das sind nur einige der Bezeichnungen, mit denen Kritiker versuchen, die Spiele-Katastrophe "Duke Nukem Forever" zu umschreiben. Das Game ist am Freitag vergangene Woche erschienen, nach knapp 15 Jahren Entwicklung. Als Nachfolger des Action-Meilensteins "Duke Nukem 3D" (1996) verknüpften viele Spieler höchste Erwartungen mit diesem Spiel. Offenbar vergeblich.

Ben Kuchera von "Ars Technica"  urteilt über den Duke: "Kaum spielbar, nicht lustig, ausufernd unflätig".

Neil Davey vom "Guardian"  moniert vor allem die langen Ladezeiten, das Spiel sei - trotz Nostalgie und schlechtem Humor - bestenfalls durchschnittlich. Sein Fazit: "Wenn dieses Spiel 15 Jahre in der Entwicklung war, dann fragt man sich schon, was sie mit den übrigen 14 Jahren und zehn Monaten angestellt haben."

Für Dan Whitehead von "Eurogamer"  ist das Spiel "ganz klar und herzzerreißend enttäuschend", hässlich, fehlerhaft, viel zu schwer.

Jim Sterling von "Destructoid"  weiß jetzt, warum man sich niemals mit seinen Helden treffen sollte: "'Duke Nukem Forever' ist in Wirklichkeit absoluter Müll, der in den Eingeweiden der Entwickler-Hölle hätte verborgen bleiben sollen."

Und Alec Meer findet  das Spiel-Drehbuch "quälend und aufgeblasen, blass und banal".

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Im Reddit-Forum, einem sehr belebten Spiele-Diskussionsort, geht die Lästerei weiter . Die Sprungbewegungen des Duke seien lächerlich (YouTube) , das Level-Design zu gradlinig . Nur einmal heißt es: "Ich mag das Spiel, es erinnert mich an den Vorgänger 'Duke Nukem 3D'."  Kein Wunder, als der vor knapp 15 Jahren auf den Markt kam, reichten noch ein paar aus Filmen abgekupferte Macho-Sprüche und Pixel-Brüste dazu aus, die unkritische Spiele-Presse von all dem ausufernden Sexismus, der Brutalität und dem unerträglichen Machismo abzulenken.

Polizei filzt Facebook auf Radarfotos

Streitlustige Verkehrssünder, die zur Tatzeit nicht am Steuer gesessen haben wollen, werden nun auch per Facebook identifiziert. Deutsche Behörden schnüffeln offenbar immer öfter in sozialen Netzwerken, um auf Fotos festgehaltene Sünder zu überführen. So berichtet die "Morgenpost" , wie die Polizei in Münster jüngst einem Drängler anhand seines Facebook-Profils auf die Schliche kam.

Der Geschäftsmann wurde von der Polizei dabei geblitzt, wie er zu dicht an ein Auto vor ihm auffuhr. Gegen den folgenden Bußgeldbescheid erhob der Fahrzeughalter Einspruch, da unklar sei, wer sein Auto tatsächlich gefahren habe.

Anstatt nun dem angeblichen Drängler, wie üblich, zu Hause einen Besuch abzustatten, um vor Ort das Blitzerfoto mit dem Beschuldigten abzugleichen, stöberten die Beamten lieber bei Facebook - und konnten ihren Verdacht mit Hilfe eines Profilfotos erhärten. Der Beschuldigte zog seinen Einspruch zurück.

Ist das normal? Ja, erklärte Polizeisprecher Holger Vehren der "Mopo": "Es handelt sich schließlich um offen zugängliche Daten." Frank Häcker vom Deutschen Anwaltsverein kommentiert das in der "Mopo" kritisch: "Wer Bilder mit Namen in sozialen Netzwerken hinterlegt, ist datenschutzrechtlich ausgeliefert."

Hongkong: Schnüffelsender an der Windschutzscheibe?

Seit Jahren sollen chinesische Behörden Abhörgeräte, getarnt als "Inspektions- und Quarantäne-Karten", in Fahrzeugen untergebracht haben, die eine Doppelzulassung für die chinesische Stadt Hongkong tragen. Das zumindest behauptet die China-kritische Zeitung "The Apple Daily" . Sie ließ sich von zwei Experten bestätigen, dass die Smartphone-großen Geräte, die an die Innenseite der Windschutzscheibe angebracht waren, das Potential zum Abhören des Fahrzeuginneren hätten. Ein Loch, ein Audio-Chip, zwei Quarzkristalle zur Funkübertragung deuteten eindeutig darauf hin.

Für die aufmerksamen und technisch bewanderten Leser von Slashdot.org ist die Sache weniger eindeutig . Ein Loch in der Gerätehülle brächte ohne Mikrofon nichts, die Kristalle kämen in allen modernen elektronischen Geräten vor. Merkwürdig, dass die Experten von einem nicht ausgezeichneten Chip einfach so sagen können, dass er zur Digitalisierung von Audio-Aufzeichnungen verwendet würde. Kurz: In dem Artikel gehe es um Stimmungsmache. Mit viel Phantasie hätte das fragliche Gerät das Potential zum Spionage-Werkzeug - höchstwahrscheinlich aber erfüllt es genau den Zweck, den es erfüllen soll: die leichtere Überwachung von Grenzverkehr.

Lügendetektor im Bankautomat

Sberbank, Russlands größte Bank für Privatkunden, versucht, Geldkartenbetrug mit Hilfe von Lügendetektoren in Bankautomaten  Herr zu werden. Wer künftig als Neukunde am Automaten eine Kreditkarte beantragen will, muss eine ganze Sicherheitsprozedur durchlaufen: Ausweis einscannen, Fingerabdrücke abnehmen, 3-D-Foto machen lassen - und zuletzt dem Gerät Fragen zum finanziellen Status beantworten. Eine Lügendetektor-Software soll Anzeichen für Stress aus der Stimmaufzeichnung herauslesen können - ein Hinweis für Unehrlichkeit.

Wann genau die neuen Automaten aufgestellt werden - und wie das gesprochen Kundenwort vor neugierigen Ohren am Bankomaten nebenan geschützt werden soll - ließ Sberbank laut "New York Times"  offen.

Wandhängender Wifi-Schnüffler

Dieser Bilderrahmen  schnüffelt in fremder Leute W-Lan-Verbindung nach unverschlüsselten Bilddateien und zeigt sie als ständig wechselndes Bild an. Vermutlich ist das verboten - als kritisches Kunstprojekt lässt es sich aber auch im abgeschotteten heimischen W-Lan zu betreiben. Man sollte allerdings die neidischen Besucher vorwarnen, dass ihre Smartphone-Aktivitäten in Ruhezeiten ("auf der Gäste-Toilette") zugleich in den unzweifelhaften Status von Kunst gelangen könnten.

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