Netzwelt-Ticker Lästige Wecker und Ruhe im Netz

Ein Blog hat die lästigsten - oder doch die schönsten? - Wecker zusammengestellt, Frankreich kollidiert mit Apple, Google verkauft Bücher, der Isolatr sorgt endlich für Einsamkeit im Netz, und angeblich gibt es ihn jetzt - den Windows-Mac. Das und mehr im Überblick.


DualShock: Sony scheitert mit Berufung

Da gibt es nichts zu rütteln! Wie Next-Gen.biz mit Verweis auf das Wall Street Journal berichtet, ist Sony mit der Berufung im Patentrechts-Streit gegen Immersion gescheitert. Der Hersteller "haptischer Technik" - das heißt zum Beispiel rüttelnder Joysticks und vibrierender Gamepads - hatte 2003 gegen Sony und Microsoft geklagt und ihnen vorgeworfen, zwei Immersion-Patente verletzt zu haben, zum Beispiel in Sonys DualShock-Controllern für die PS2. Microsoft einigte sich außergerichtlich mit Immersion, Sony wollte den Streit vor Gericht ausmachen. Das Gericht schmetterte die Berufung jedoch ab und verdonnerte Sony, die 82 Millionen Dollar plus Zinsen zu zahlen. Weitere Runden dürften jedoch folgen.

Frankreich: iTunes muss offen sein

Wecker "Clocky": Flauschig auf der Flucht

Wecker "Clocky": Flauschig auf der Flucht

In Frankreich wird laut Reuters gerade - aufgrund einer Copyright-Richtlinie der EU - ein Gesetz durchgeboxt, das Apple Computer Inc. dazu zwingen könnte, den Online-Musikladen iTunes zu öffnen und es Usern möglich zu machen, iTunes-Songs auch auf anderen Geräten als dem iPod abzuspielen. Ein Gesetzentwurf, über den voraussichtlich am Donnerstag abgestimmt wird, sieht vor, dass Verbraucher völlig legal Programme benutzen dürfen, die jede Art von digitalem Content in irgendein anderes Format konvertieren können. Nicht länger wäre es somit illegal, DRM zu knacken, wenn es nur um die Konversion von einem Format in ein anderes geht. Das, so ein französischer Parlamentarier, zwänge einige proprietäre Systeme, sich zu öffnen: "Man muss Inhalte, die man heruntergeladen hat, auf jedem möglichen Gerät abspielen können." Songs aus Apples iTunes können zum Beispiel bislang nur auf iPods abgespielt werden. Das Gesetz, so Reuters weiter, könnte Apple sogar dazu zwingen, seinen Online-Laden in Frankreich dicht zu machen, damit konvertierte, DRM-freie Versionen der iTunes-Songs nicht auch plötzlich außerhalb Frankreichs zirkulieren.

Google verkauft Bücher

Google will zusammen mit Verlagen aus den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich den Onlinezugriff auf Bücher im Netz verkaufen. Wie Reuters mitteilt, könnten User auf Google Book Search zwar komplette Bücher lesen, aber weder als Ganzes noch seitenweise abspeichern. Den Preis der Online-Bücher legten die Verlage selbst fest. Damit reagierte Google auf die letztjährigen Klagen von fünf Verlagen, nachdem Google eigenständig plante, Bücher einzuscannen und per Netz durchsuchbar zu machen. In einer Mitteilung nennt Google das aktuelle Vorhaben "eine Möglichkeit für Publisher, mit Methoden zu experimentieren, wie sie mit ihren Büchern zusätzlich Geld verdienen können".

WinXP auf Mac - Klappt es?

Über 12.000 Dollar bekommt, so das Versprechen von winxponmac.com, derjenige, der Windows XP auf einem Intel Mac zum Laufen bringt. Einem Blog auf Arstechnica.com zufolge könnte das nun geklappt haben. Der User narf2006, ein angeblich vertrauenswürdiger Hacker des WinXp-on-Mac-Forums, hat im Forum einen Flickr-Stream veröffentlicht. Natürlich wurde schnell Photoshop-Manipulation vermutet, einige User konnten nun aber zumindest ähnliche Ergebnisse reproduzieren. Genaueres dürften wir in den nächsten Tagen erfahren - spannend wird sicherlich die Reaktion von Apple ausfallen, das erst kürzlich zu Hacker-Plänen Stellung nahm, Windows Vista auf dem Intel Mac bootfähig zu machen.

McAfee Antivirus sah Microsoft Excel als Virus!

Newsfactor.com berichtet von einem Update von McAfees Anti-Viren-Programm, das mehrere harmlose Anwendungen als Virus brandmarkte und Usern vorschlug, diese zu entfernen. Unter den vermeintlichen Schadprogrammen: Microsofts Excel. Kurz nach Bekanntwerden des fehlerhaften Verhaltens bemerkte McAfee jedoch den Fehler und behob ihn in einem Update. Schuld an der Verwirrung scheint eine fehlerhafte Identifizierung eines Virus' gewesen zu sein.

Isolatr: Die Hölle, das sind die anderen

MySpace, Orkut, ICQ und Skype - alle sollen sie Netzwerke schaffen, Menschen zusammenbringen. Liebet und vernetzet Euch, so das Credo der Social-Networks. Doch nicht jeder ist von seinen Mitmenschen begeistert. "Dass and're Menschen doof sind, setz ich als bekannt voraus", wie Dirk von Lowtzow von Tocotronic einst sang. Der Erfinder von isolatr.com ist wohl einer von den Menschen, die so denken: Lasst mich einfach alle zufrieden! Sein Antisocial-Network soll die Leute nicht zusammenbringen, sondern dem User helfen, einen ruhigen, vor allem einsamen Ort zu finden. Und wem das nicht genügt, der lädt sich einfach den Instant Messenger IMolator herunter, der automatisch immer im "away"-Modus ist und Usern, die trotzdem schreiben, die Finger verbrennt. Einziger Wermutstropfen: isolatr und IMolator gibt es nicht wirklich, eine Erlösung von den Mitmenschen lässt also nach wie vor auf sich warten. Dafür gibt es aber andere Methoden, sich der ewigen Nerverei zu entziehen. Zum Beispiel, indem man einfach die Zeit stehenbleiben lässt, wie ein kleines und höchst erstaunliches Experiment zeigt. Und wem das nicht reicht, der kann ein paar Gewaltphantasien in diesem Lichtschwert-Duell zweier junger Filmemacher nachgehen.

Die nervigsten Wecker

Aufwachen ist schwierig. So schwierig, dass die Evolution Milliarden Jahren Trial & Error zum Trotz noch keine praktikable Lösung hervorgebracht hat. Manch einer braucht eine ganze Batterie an gestaffelten Weck-Mechanismen um pünktlich aus dem Bett zu kommen. Erst die Stereoanlage mit brutalem Grind Core, dann die drei im Zimmer verteilten Wecker ohne Sleep-Funktion und schließlich die zeitgesteuerte Kaffeemaschine in der Küche. Doch es geht auch einfacher - und viel gemeiner, wie Uberreview.com nun in einer Top10-Liste der nervigsten Wecker feststellt. Meine persönlichen Lieblinge sind ja der Puzzle- und der, äh, Galgenwecker. Ersterer schleudert vier Puzzleteile durchs Zimmer und hört erst dann auf zu Läuten, wenn man sie alle gefunden und wieder eingesetzt hat. Zweiterer schwebt an seinem Kabel direkt über dem Schlafenden - und klettert mit jedem Mal Sleep-Funktion ein Stückchen weiter hinauf, so dass man zuletzt ganz aufstehen muss, um ihn unter der Decke abzuschalten. Gemein - aber notwendig...

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