Netzwelt-Ticker Microsoft unschuldig am "Black Screen of Death"

Zuerst hieß es, Microsoft-Updates seien am "Black Screen of Death"-Phänomen schuld. Doch das stimmt gar nicht, muss ein britischer Software-Hersteller einräumen. Dell möchte nicht über technische Probleme reden, und YouTube wird Pay-TV-Kanal. Das und mehr im Überblick.
"Black Screen of Death": Ein Zeichen für Manipulationen in der Registry

"Black Screen of Death": Ein Zeichen für Manipulationen in der Registry

Die Gruselmeldung war hausgemacht. Am vergangenen Freitag, in den USA Black Friday genannt, erschreckte Software-Hersteller Prevx Windows-User mit der Meldung, er habe eine Reparatur-Software für den "Black Screen of Death" entwickelt und stelle diese kostenlos zum Herunterladen  bereit. Aber was ist eigentlich ein "Black Screen of Death", wer ist davon betroffen und warum? Und wer ist eigentlich Prvex?

Fangen wir mit Prevx an. Die Firma stammt aus Derby nahe Nottingham in England, verdient ihr Geld mit Sicherheitssoftware. Die britischen Experten meinten die letzte Runde von Windows-Patches als Auslöser für ein Phänomen identifiziert zu haben, das etliche Windows-Versionen betraf. Demnach würden die Patches Veränderungen an der sogenannten Registry, einer Windows-Datenbank, vornehmen, die letztlich dazu führten, dass betroffene Nutzer nach dem Systemstart nur noch einen schwarzen Bildschirm zu sehen bekamen. Ergo: Microsoft ist schuld.

In Microsofts Hauptquartier fand man das befremdlich, teilte mit, es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass die jüngsten Sicherheitsupdates irgendwelche Probleme verursachten. Trotzdem: Die Nachricht war in der Welt, wurde vielfach nacherzählt, obwohl es kaum jemandem gelang, tatsächlich eine solchen schwarzen Bildschirm zustande zu bringen.

Am Dienstagabend dann gab Prevx Entwarnung . Man habe sich wohl geirrt, die Microsoft-Patches seien gänzlich schuldlos an der schwarzen Malaise. Vielmehr sei wohl Schadsoftware für die Registry-Veränderungen verantwortlich zu machen. Nun entschuldigt man sich artig beim großen Windows-Konzern und weist darauf hin, dass es doch sehr sinnvoll sei, immer alle neuen Patches aufzuspielen, um sich gegen boshafte Eindringlinge zu schützen.

mak

Überhitzte Laptops: Dell zensiert User-Kommentare

Überhitzte Akkus, Handys und Notebooks sind für die Verantwortlichen eine peinliche Sache, die man gerne schnell vergessen möchte. Derzeit scheint Rechnerfertiger Dell genau das zu versuchen. Bei Dell Laptops der Serien E6400, E6500 und XPS klagten Anwender offenbar immer wieder über Probleme wegen Überhitzung: Viel zu schnell wurde es dem Prozessor der Geräte zu warm, und er zog die Reißleine, regelte seine Leistung um bis zu 95 Prozent herunter, um einen drohenden Hitzetod zu vermeiden. Die Systeme sollen dadurch quasi zum Stillstand gekommen sein, erholten sich demnach nur schleppend vom Hitzeschock.

Dells Support-Foren waren voll von Klagen genervter User, die von derartigen Erfahrungen berichteten, schreibt nun Dailytech . Doch statt eine Lösung für das Problem anzubieten, wurden die renitenten User den Schilderungen zufolge aus den Foren verbannt, ihre Beiträge gelöscht. Eine Strategie, die im Internet stets zum Scheitern verurteilt ist.

Unterdessen scheint zumindest eine Lösung für Probleme mit dem Dell Studio XPS 1645 gefunden worden zu sein. Ein zu schwach ausgelegtes Netzteil sei schuld an der wackeligen Performance des Geräts gewesen, es werde auf Wunsch ausgetauscht, heißt es in einem Nutzerforum .

Ein Jahr Haft für YouTube in Italien?

Für Googles Datenschutzchef Peter Fleischer, den Firmenjuristen David Drummond und Ex-Finanzchef George Reyes hat die italienische Staatsanwaltschaft Haftstrafen von bis zu einem Jahr beantragt . Anlass des Rechtsstreits ist ein Videoclip, auf dem die Misshandlung eines behinderten Jungen aus Turin durch Jugendliche zu sehen ist. Der Film war 2006 auf der Google-Plattform YouTube aufgetaucht und dort zwei Monate lang zugänglich, obwohl schon bald Hinweise auf die Natur des Streifens eingegangen waren. Das hätte nicht geschehen dürfen, so die Staatsanwaltschaft, das Recht des Jungen auf Privatsphäre sei massiv verletzt worden.

Für YouTube könnte ein Schuldspruch gegen die drei unschöne Folgen haben. Welcher Art die sein könnten, ist allerdings noch unklar. Gerüchten über eine mögliche Einstellung des Diensten in Italien stellt sich das Unternehmen jedoch vehement entgegen.

In einer Erklärung von Google zum Thema aus dem Juni 2009 heißt es, man halte es für "vollkommen verkehrt", dass das Verfahren überhaupt stattfinde: "Das ist, als ob man Angestellte eines Postdienstleisters belangen will, weil mit der Post auch Hassbriefe geschickt werden." YouTube sei eine "neutrale Plattform". Diese für die dort eingestellten Inhalte verantwortlich machen zu wollen wäre somit ein "direkter Angriff auf ein freies, offenes Internet".

YouTube setzt auf Pay-TV, Nielsen auf Online und TV

Auch etwas neues tut sich bei Online-Videos. Offenbar steht man bei YouTube kurz vor der Einführung eines Pay-TV-Angebots. Anders als beim Konkurrenten iTunes sollen Filme aber nicht gegen Entgelt zum Download angeboten werden, sondern via Streaming beim Kunden ankommen . Derzeit sollen Gespräche zwischen YouTube und mehreren Sendern laufen.

Der Umzug des Fernsehens ins Internet zumindest scheint unumkehrbar. Dem trägt auch das Markt- und Medienforschungsunternehmen Nielsen Rechnung. Nach einer mehrmonatigen Testphase ist jetzt eine kombinierte Quotenmessung zur Einsatzreife gelangt, welche das Zuschauerverhalten in den USA gleichzeitig an herkömmlichen TV-Geräten und im Internet misst. Dabei wird ab dem kommenden Sommer das Einschaltverhalten in 7500 repräsentativ ausgewählten Haushalten mit 20.000 Bewohnern gemessen und ergänzt das bereits jetzt bestehende Online-Panel mit 200.000 Computernutzern. In knapp 400 Haushalten wurde bereits ein Kombitool erprobt, das TV- und Internetverhalten zugleich erfassen kann .

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