Netzwelt-Ticker Mutmaßliche Betreiber von Raubkopie-Hoster festgenommen

Zwei Personen wurden nach Ermittlungen gegen den Filehoster Skyload festgenommen, dort soll es auf kino.to verlinkte Raubkopien gegeben haben. Außerdem im Überblick: Office für iPad kommt oder auch nicht, und offizielle Post kann in Großbritannien über Facebook zugestellt werden.

Geschlossene Seite Kino.to: Nun Sharehoste in Deutschland abgeklemmt
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Der Filehoster Skyload soll für das Raubkopie-Verzeichnis kino.to und einen Nachfolgedienst Dateien bereitgestellt haben - der mutmaßliche Skyload-Betreiber und der Verantwortliche eines Frankfurter Internetproviders wurden deshalb festgenommen. Das teilte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit, die im Fall kino.to ermittelt.

Festgenommen wurden die beiden Männer demnach bereits in der vergangenen Woche. Außerdem wurden Räumlichkeiten in mehreren Städten durchsucht, dabei wurden in Frankfurt Server sichergestellt. Darauf sollen Videos und Nutzerdatenbanken gespeichert gewesen sein. Im Fall kino.to wurden die ersten Beschuldigten Ende 2011 zu Haftstrafen verurteilt.

Die GVU hatte der Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben im Januar dieses Jahres ihre Erkenntnisse über eine Website zukommen lassen, die nach dem Aus von kino.to als Nachfolger aufgesetzt worden war.

Verwirrung um Microsoft Office fürs iPad

Nicht mehr lang, und Microsoft bringt eine iPad-fähige Version seiner Büro-Software Office mit Word, Excel und PowerPoint heraus. So lautet jedenfalls der Bericht bei "The Daily". Die Arbeit an Dokumenten soll lokal und offline ebenso möglich sein wie auch online. Schon bald würde Redmond die Freigabe durch Apple beantragen. Eine Android-Variante sei hingegen derzeit nicht geplant.

Interessante Geschichte, aber stimmt sie überhaupt? "Der 'Daily'-Bericht ist von falschen Gerüchten und Spekulationen gekennzeichnet", teilte Microsoft dem Tech-Blog "All Things Digital" mit. Weitere Erklärungen gebe es nicht.

Darauf angesprochen, der Office-fürs-iPad-Bericht sei mitsamt den veröffentlichten Fotos nichts als ein Fake, antwortete "Daily"-Chef via Twitter, das Bild sei keineswegs eine Fälschung. Und: Keines der im Artikel gezeigten Bilder habe man erfunden. "Jemand bei Microsoft hat uns eine arbeitsfähige Version der App demonstriert." Wenig später schob er nach: "Wenn Microsoft sauer darüber ist, was wir heute über Office für iPad veröffentlicht haben, werden sie wahrscheinlich auch nicht über unsere weiteren Berichte glücklich sein." Was wiederum den Software-Konzern nicht aus der Ruhe brachte, aber immerhin veranlasste, auf seiner Twitter-Seite doch noch eine weitere Antwort zu veröffentlichen: "Großen Respekt für 'The Daily', aber leider gibt ihnen jemand schlechte Infos und das wird in den kommenden Wochen klar werden."

Britisches Gericht erklärt Facebook-Profil zur zustellfähigen Adresse

Wiener Literaten ließen sich zu K.u.K.-Zeiten schon einmal die Post ins Kaffeehaus nachsenden, in dem sie sowieso den lieben langen Tag saßen. Das zeitgenössische Äquivalent dazu ist das eigene Facebook-Profil, dem der britische High Court in einem Wirtschaftsprozess jetzt sogar die Weihen einer zustellfähigen Adresse erteilte. Wie der "Telegraph" berichtet, seien Facebook-Accounts schon zuvor in einigen Fällen genutzt worden, um kleinere Zivilstreitigkeiten beizulegen. Aber noch nie habe ein Gericht einer höheren Instanz entsprechend verfügt.

Für die Anwältin einer der am Verfahren beteiligten Parteien ist die Entscheidung nur allzu natürlich: "High-Court-Richter haben bereits bestimmt, dass eine einstweilige Verfügung via Twitter zugestellt werden kann. Da ist es nur noch ein kurzer Weg, die Zustellung einer Klage über Facebook zu gestatten."

Auch das noch:

  • Obama-Gesetz ermöglicht künftigen, breiten Privat-Einsatz von Flugdrohnen: Bislang dürfen die unbemannten Flieger nur im Behördenauftrag aufsteigen. Künftig erlaubt ein am Dienstag vom US-Präsidenten unterschriebenes Gesetz auch den Einsatz für sämtliche kommerziellen Zwecke. Datenschutz-Experten sind besorgt und warnen vor Missbrauch.
  • "Sun On Sunday" auf der Suche nach Anzeigenkunden: Rupert Murdochs mit Getöse gestartete Sonntagsausgabe des größten britischen Boulevardblatts leidet unter mangelnder Beliebtheit. Eigentlich geplante Anzeigen der Schwesterkonzerne Tesco und Sky wurden für die erste Ausgabe wieder zurückgezogen.
  • EMI vor dem Ende? Das Traditionslabel steht vor dem Verkauf an Universal und Sony. Nur die Kartellbehörden müssen die Transaktion noch abnicken, dann könnten Tonträgersparte und Musikverlag aufgeteilt werden.



insgesamt 2 Beiträge
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felisconcolor 22.02.2012
1. Schon interessant
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEZwei Personen wurden nach Ermittlungen gegen den Filehoster Skyload festgenommen, dort soll es auf kino.to verlinkte Raubkopien gegeben haben. Außerdem im Überblick: Office für iPad kommt oder auch nicht und offizielle Post kann in Großbritannien über Facebook zugestellt werden. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,816838,00.html
da ist man im Mutterland der Überwachungen schon weiter als hier. Wo hier noch darüber gestritten wird ob eine email überhaupt rechtssicher sein kann und darf, bzw. bei Geschäftsmails der Footer mittlerweile den Content um längen schlägt. Da wiehern ganze Amtsschimmelherden
cry0 23.02.2012
2. Microsoft Office fürs iPad
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEZwei Personen wurden nach Ermittlungen gegen den Filehoster Skyload festgenommen, dort soll es auf kino.to verlinkte Raubkopien gegeben haben. Außerdem im Überblick: Office für iPad kommt oder auch nicht und offizielle Post kann in Großbritannien über Facebook zugestellt werden. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,816838,00.html
Die Bilder können durchaus echt sein, nur nicht von einer "Office App", sondern von OnLive Desktop, der eine virtuelle Instanz von Windows an iPad streamt.
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