Netzwelt-Ticker Neue iPhone-Software liefert Grinsegesichter

Gerüchte über Neuerungen am Apple-Handy: Ein Update soll den Googles Spanner-Atlas "Street View" und Emoticons auf das Telefon zaubern. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Firefox-Browser verortet seine Benutzer und das US-Militär fällt auf Chip-Fälscher herein.


Gerade entlastete Apple die Nerven vieler iPhone-Nutzer mit der Firmware-Version 2.1, da können die Entwickler von iPhone-Anwendungen schon den Nachfolger 2.2 testen.

iPhone-Autokorrektur: Merkwürdige Verbesserungsvorschläge wie "gerladst" statt "verpasst" kann man dem iPhone vieleicht bald verbieten

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Nun tröpfeln nach und nach Informationen zu möglichen neuen Fähigkeiten des iPhone herein: Schon länger bekannt sind das Redesign der Safari-Eingabezeile und eine Verbesserung des Software-Downloadshops App Store. Doch Mac Rumors weiß von gravierenderen Änderungen: Eine an– und abschaltbare Rechtschreibkorrektur, Google Street View, Emoji-Icons.

  • Die lernfähige Rechtschreibkorrektur von Apples iPhone ist legendär – schlöcht. Funktioniert sie anfangs noch ganz ausgezeichnet, lernt sie zunehmend schrecklich falsche Wörter und entwickelt eine seltsame Vorliebe für Ümlaute. Ausschalten konnte man die Nerverei bislang aber nicht, das soll die neue Software nachholen.

  • Google Street View auf dem iPhone? In Verbindung mit den GPS-Funktionen könnte Apple damit das derzeit realistischste Navigationsgerät entwickelt haben – freilich nur für einige wenige Städte und Gegenden; echte Fotoaufnahmen statt bunter 3D-Landkarten. Ob das auch bei langsamer Internet-Verbindung funktioniert und in all seiner Echtheit überhaupt taugt, muss aber abgewartet werden.

  • Das vielleicht wichtigste Feature dürften sowieso die Emoji-Icons sein: Japanische Emoticons, kleine Bildchen, die Stimmungslagen anzeigen. Das Wall Street Journal bezeichnete zuletzt noch die fehlenden Grinsekatzen und süßen Trauer/Freude/Ulk-Gesichter als großes Hindernis für das iPhone auf dem Weg nach Japan.

Die schlechte Nachricht zuletzt: Bis jetzt ist nicht klar, wann Apple die iPhone-Version 2.2 herausrückt – und ob mit ihr überhaupt alle hier aufgeführten Neuerungen Einzug halten.

Sarah Palin gewinnt die Spam-Debatte

Wenn es nach den Spammern geht, hat Sarah Palin die Wahl zur Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gegen ihren Demokraten-Konkurrenten Joe Biden längst gewonnen: 5:4! Eine Studie von Secure Computing zählte in Spam-Nachrichten nach, wie oft Sarah Palin und Joe Biden genannt wurden; ein klarer Sieg für die Republikaner. Das Rennen Obama versus McCain gewinnt jedoch der Blaue, im Verhältnis 6 zu 1 setzten die Spammer auf Obama als Lockvogel.

Mozilla will Firefox-Nutzer zwangslokalisieren

Das Internet will wissen, wo Sie gerade sind – und Mozilla will beim großen Verortungs-Spiel mitmischen. Und zwar mit dem Firefox-Plugin Geode, das im Lauf des Tages in den Mozilla Labs erscheinen soll. Autolokalisierung ist – von den offensichtlichen Risiken für die Privatsphäre – eine durchaus tolle Sache. Wer bisher den besten Friseur, die schönste Ecke der Stadt, das leckerste Vanilleeis finden wollte, musste penibel den genauen Straßennamen, Ortsnamen, das Land in den möglichst mobilen Browser eingeben und hoffen, dass Google Maps sich für das richtige Weilheim oder Neuhausen entscheidet.

Wer zum Beispiel mit seinem iPhone Geo-Dienste wie Locly nutzt, weiß, wie das besser geht: Ein Klick und Locly wirft alle relevanten Daten zum aktuellen Standort – ermittelt über GPS oder Handysender-Triangulation – aus. Lokalisierungs-Software wie Geode hat das Potenzial, Internet und Realwelt besser miteinander zu verbinden. Aber mit der Firefox-Erweiterung Geode wohl erst, wenn es einen Firefox-Browser für Mobilgeräte gibt. Am PC daheim ist die Verortung weniger sinnvoll.

Billige, gefälschte Computerchips gefährden US-Militär

Das US-Militär leidet einem Bericht von Ars Technica zufolge unter gefälschter Computer-Hardware aus China. Chinesischen Computerhändlern sei es gelungen, geschickt aufgehübschte alte Hardware als Technik in Militär-Qualität loszuschlagen. Das Problem daran: Militär-Technik wird unter Umständen deutlich schlechteren Umgebungen und Stresssituationen ausgesetzt, als der geläufige Handy-Chip: Krasse Temperaturdifferenzen, starkes Rütteln, heftige Schläge. Doch das Problem könne nicht einfach betrügerischen Chinesen in die Schuhe geschoben werden: Mitschuld seien auch die amerikanische Gesetzgebung, die Sicherheitslücken öffneten und ganz banale, schmale Budgets, die nur den Kauf von Billig-Hardware zulassen.

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