Netzwelt-Ticker Neue W-Lan-Technik verspricht Akkuwunder

Mit ausgeklügeltem Zeitmanagement will ein junger Forscher die Akkulaufzeit von W-Lan-Mobilgeräten verlängern. Außerdem im Nachrichten-Überblick: neue Mobilfunknetze stören Navis, eine saftige GEZ-Nachzahlung stört ein Krankenhaus.

W-Lan-Router: Mehr Ausdauer für Mobilgeräte im Drahtlos-Netz
dpa

W-Lan-Router: Mehr Ausdauer für Mobilgeräte im Drahtlos-Netz


Besseres Energiemanagement soll die Lebensdauer von Akkuzellen in Handys, Tablets oder Laptops deutlich verlängern. Unter Umständen ist sogar eine Verdopplung drin, verspricht Justin Manweiler. Der Informatik-Doktorand der Duke University in North Carolina schlägt eine Technologie namens "Sleepwell" vor, die Wartezeiten auf den drahtlosen Datenautobahnen von W-Lan-Netzen ausnutzen soll, um die Ausdauer der Stromspeicher zu erhöhen.

Wie im Autoverkehr gibt es auch in W-Lans Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen. Da kann es dann schon ein wenig dauern, bis ein angeforderter Download tatsächlich beginnt, weil zuerst der Download eines anderen Nutzer in derselben W-Lan-Zelle abgearbeitet werden muss. Während dieser Wartezeit wird von W-Lan-Modulen aber dennoch Energie verbraucht - und damit der Akku belastet.

"Sleepwell" soll nun durch kluges Zeitmanagement den unnötigen Stromverbrauch verhindern. "Mit Sleepwell ausgestattete W-Lan-Hotspots können ihre Aktivitätszyklen derart staffeln, dass es nur zu minimalen Überlappungen mit anderen kommt. Schlussendlich resultiert das in vielversprechender Energieersparnis", erklärt Manweiler gegenüber TechCrunch.

GPS-System in den USA kann durch Datenfunk gestört werden

In den USA ist ein Unternehmen namens LightSquared dabei, das Land mit 40.000 Basisstationen für den schnellen Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) auszurüsten. Dumm nur, dass dessen Sendefrequenzen GPS-Empfänger stören können. Der nun für LTE vorgesehen Frequenzbereich wurde früher zur Kommunikation mit Satelliten genutzt, auf der Erde kamen nur schwache Signale an, die niemanden störten, erklärt Heise das Problem. Das sieht bei den LightSquared-Sendern anders aus. Die sollen in den nächsten vier Jahren 92 Prozent der Amerikaner erreichen, aber eben auch ungewollt eine Menge von GPS-Geräten.

Um die Störungen so gering wie möglich zu halten, wollen die Techniker zunächst nur ein niedriges Frequenzband nutzen. 99,5 Prozent der Geräte mit GPS-Nutzung sollen unbehelligt bleiben, darunter auch Smartphones.

Klinik muss 242.000 Euro GEZ-Gebühren nachzahlen

Einen klassischen Fall von "dumm gelaufen" produzierten die Mühlenkreiskliniken im ostwestfälischen Bad Oeynhausen. Die Verantwortlichen hatten vergessen, die insgesamt 177 Fernseher in den Krankenzimmern bei der GEZ anzumelden. Das hätte die Klinikbetreiber noch nicht einmal etwas gekostet, denn die Geräte wären von der Gebührenpflicht befreit gewesen. So aber liefen die Glotzen unerlaubt über sieben Jahre lang bis zum Juni 2006. Da wurden die Fernseher der GEZ nach einem Trägerwechsel des Krankenhauses bekannt. Woraufhin die GEZ die Gebühren einforderte - nachträglich kann man sich nicht von der Gebührenpflicht befreien lassen.

Die Sache landete vor dem Verwaltungsgericht Minden und das gab der GEZ jetzt recht (Az.: 8 A 2315/10). Die Forderung sei nicht verjährt, weshalb eine Gebührennachzahlung von genau 242.131,88 Euro fällig wird, wie das "Mindener Tageblatt" meldet.

Google+ angeblich satt im Plus

Kaum gestartet, rennen die Nutzer dem neuen Social-Network-Angebot von Google die Türen ein. Vier Tage nach Veröffentlichung haben sich angeblich schon an die 300.000 Mitglieder angemeldet. Jedenfalls sofern man der Google-Suche vertraut. Die erfasst die Google+-Profile in der Regel, weil wohl die meisten Nutzer die Option "Kann in den Suchergebnissen erscheinen" aktiviert haben. Wer jetzt site:plus.google.com in Googles Suchfenster eingibt, sollte eine annähernde Vorstellung von der Zahl der entsprechenden Profile bekommen. Warum bei mehrmaliger Suche die Zahlen jedoch stark schwanken (im Selbstversuch am Montagvormittag zwischen 261.000 und 356.000), ist bislang ein Rätsel. Ein Google-Sprecher kommentierte diese Zahlen auf Anfrage nicht, man freue sich, dass "Google + so beliebt ist bei den Nutzern", veröffentliche aber "keine heruntergebrochenen Nutzerzahlen für einzelne Google-Dienste".

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
obacht! 04.07.2011
1. .
so so, man kann sich nicht nachträglich von den GEZ "Gebühren" befreien lassen? Welches Naturgesetz besagt das? Ah ja, die Gebührenordnung der GEZ. Ja, das ist natürlich unumstößlich, ich verstehe. Warum der Richter der GEZ recht gab kann ich nicht nachvollziehen, denn faktisch ist der GEZ kein Schaden entstanden. Auch keine entgangenen Einnahmen. Das mag juristisch mal wieder absolut korrekt sein, aber es wirft ein weiteres schlechtes Licht auf die raffgierige GEZ. Ach ja liebes Krankenhaus, die GEMA wird sich sicher auch bald melden. Wir als Pesionsbetreiber müssen nicht nur GEZ gebühren zahlen sondern zusätzlich auch noch GEMA und neuerdings meldet auch die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort)Rechte an. Mal sehen was da noch so kommt.
mitleserb 04.07.2011
2. Gez
Ist doch gleichbedeutend mit staatlich sanktioniertem Raubrittertum. Es ist egal ob ich die damit finanzierten Dienste und Angebote nutze, Zahlen muss ich doch. Normalerweise ist immer eine erbrachte Leistung mit Geld zu bezahlen. In diesem speziellen Fall sogar dann, wenn ich die Leistung gar nicht in Anspruch nehme. Alles schön staatlich geregelt, sodas es auch kein Entkommen gibt und mit einem System umgesetzt das ins vorletzte Jahrhundert gehört. Nutzergerechte oder Nutzungsgerechte Abrechnung - technisch möglich - würde allerdings diese schönen, gemütlichen Posten teilweise unnötig machen... Und wer rationalisiert sich schon selber weg, egal wie unnötig er ist?
folivor 04.07.2011
3. Dinosaurier
Zitat von obacht!so so, man kann sich nicht nachträglich von den GEZ "Gebühren" befreien lassen? Welches Naturgesetz besagt das? Ah ja, die Gebührenordnung der GEZ. Ja, das ist natürlich unumstößlich, ich verstehe. Warum der Richter der GEZ recht gab kann ich nicht nachvollziehen, denn faktisch ist der GEZ kein Schaden entstanden. Auch keine entgangenen Einnahmen. Das mag juristisch mal wieder absolut korrekt sein, aber es wirft ein weiteres schlechtes Licht auf die raffgierige GEZ. Ach ja liebes Krankenhaus, die GEMA wird sich sicher auch bald melden. Wir als Pesionsbetreiber müssen nicht nur GEZ gebühren zahlen sondern zusätzlich auch noch GEMA und neuerdings meldet auch die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort)Rechte an. Mal sehen was da noch so kommt.
Vermutlich das gleiche Naturgesetz, das eine Gebührenbefreiung aufgrund geringen Einkommens schlichtweg unmöglich macht: Als HarzIV'ler biste befreit - als normaler Arbeitsloser mit 690,- Netto zahlste. Die GEZ braucht dringend eine Frischzellenkur - die Strukturen dort sind so verknöchert (hätte fast "verknilchert" geschrieben) wie früher in Preussen, dann in der DDR und heute noch in Potsdam.
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