Netzwelt-Ticker "No go" für das Logo

Die Briten formieren sich zum Widerstand: Das Logo zu den Olympischen Spielen 2012 soll bitteschön geändert werden. Die Unterstützer der Aktion formieren sich im Web. Außerdem im Überblick: sprechendes Papier aus Schweden, Google für Radios und vieles mehr.

Zehntausende gegen Olympialogo

Am Montag stellten die Organisatoren der Olympischen Spiele 2012 in London das neue Logo vor, das für den Einsatz in den "neuen Medien" designt worden sein soll - und sofort erhebt sich ein Sturm des Protests. "Holzkellen", "kindisch", "überfahrene Katze" sind noch die freundlicheren Umschreibungen der Kritiker des Motivs. In einer BBC-Umfrage sollen sich 85 Prozent der Befragten gegen das Olympialogo ausgesprochen haben . Sofort wurde eine Onlinepetition namens "Ändert das London 2012 Logo" ins virtuelle Leben gerufen, die das Olympische Komitee auffordert, das "lächerliche Design" noch einmal zu überdenken. Innerhalb von nur zwei Tagen haben 35.000 Menschen ihre Überzeugung kundgetan, das von der Design-Agentur Wolff Olins ersonnene Motiv sei "Schrott". 

Dabei will der Initiator seine Aktion keineswegs als grundsätzliche Kritik an der Sportveranstaltung missverstanden sehen. Gerade weil er stolz über die Vergabe der Olympiade an London und Großbritannien sei, setze er sich dafür ein, dieses "schreckliche Logo so schnell wie möglich loszuwerden". Eine Ansicht, mit der er offensichtlich nicht allein ist. Aber vielleicht war die öffentliche Empörung auch Teil des Kommunikationskonzepts. In England zumindest sind die Olympischen Spiele Tagesthema.

Google startet Radioreklame

Die Planungen für Googles Vermarktung von Radio-Werbespots laufen schon eine ganze Weile. Nun wird die Angelegenheit konkret. Der offizielle Start des Projekts wurde für diesen Monat angekündigt, wie das Googlewatchblog meldet . Als kleines Zückerchen gibt Google jedem, der sich bis zum 30. Juni anmeldet, einen Bonus von 400 US-Dollar. Ähnlich wie bei den schon bekannten Online-Anzeigen sollen automatisierte Systeme Werbezeiten im Radioprogramm vermitteln. Die Spots werden eine Länge von 30 Sekunden haben, aber bis auf weiteres nicht in Europa zu hören sein. Denn wann Googles Radiospots über den Atlantik bis nach Deutschland kommen, steht noch in den Sternen.

Europa liebt Google, Amerika bevorzugt Yahoo

Die Lebensgewohnheiten in Europa und Amerika unterscheiden sich in vielen Bereichen stark, da macht das Onlineverhalten keine Ausnahme. Eine Studie zur Nutzung des Internets ergab, dass für die meisten Europäer Google die beliebteste Webseite ist.  Der europäische Otto Normalverbraucher verbrachte im April dieses Jahres durchschnittlich 24,1 Stunden vor dem Computer. Am häufigsten wurde das Onlineangebot von Google besucht, gefolgt von Microsoft und Yahoo.

Der Suchmaschinenkonkurrent kann dafür in den USA punkten, dort ist Yahoo die meist besuchte Seite im Netz. Obwohl zwei Drittel der US-Bürger entweder im Büro oder zu Hause über einen Onlinezugang verfügen, waren mehr Europäer online als Amerikaner, und das bei einer "Onlinerate" von durchschnittlich nur 40 Prozent. Die Deutschen liegen in dieser Studie mit 22,6 Stunden übrigens leicht unter dem Durchschnitt, was ihre Onlinezeit angeht. Der Grund dürfte allerdings naheliegend sein: Der sonnigste und wärmste April seit Menschengedenken lockte die Menschen an die frische Luft.

Die sprechende Schachtel

Aus Schweden kommt die vierte Generation des Papiers. Jedenfalls ist das der Name des neuen Produkts: Paper Four. Und es kann sprechen. Dazu wurden Grafikcodes und eine berührungsempfindliche, elektrisch leitende Tinte auf Papier aufgebracht, wie "Golem" berichtet . Auf Berührung oder Druck mit einem Finger können ins Papier eingebettete digitale Informationen abgerufen werden, zum Beispiel durch einen ebenfalls aufgedruckten Lautsprecher.

Die Palette der denkbaren Einsatzmöglichkeiten reicht von der Werbung bei Plakaten bis zum Tourismusbereich mit sprechenden Infotafeln. Auch Produktverpackungen, zum Beispiel interaktive Zigarettenschachteln, bieten sich an. Eine Demowand mit dem Spezialpapier ist bereits in Betrieb, nach der Berührung von Text oder Bild erklingen Sprache oder Musik. Die Herstellungskosten des Hightech-Materials sollen nicht besonders hoch sein, auch die Entsorgung stellt angeblich kein Problem dar. Alte Ausdrucke, die nicht mehr benötigt werden, wandern einfach ins Altpapier.

Google Maps jetzt mit Busfahrplan

Google erweitert den Informationsgehalt seiner Landkartenprogramme Google Maps und Google Earth fortlaufend, diesmal sind die öffentlichen Verkehrsmittel dran. Schon seit Februar werden für einige Städte Bahnhöfe und Haltestellen angezeigt. Informationen, die über das bloße Vorhandensein der jeweiligen Objekte hinausgehen, enthielten sie allerdings nicht. Das ist jetzt anders, wer beispielsweise das S-Bahn-Symbol beim Lehrter Bahnhof in Berlin anklickt , öffnet damit ein kleines Infofenster, das die hier vorbeifahrenden S-Bahnlinien und einen Link zum lokalen Verkehrsunternehmen anzeigt. Was kommt als Nächstes? Der Routenplaner für Nutzer von Bus und Bahn? Der ÖPNV hätte damit ein schönes Marketinginstrument, um auch online auf seinen Service aufmerksam zu machen.

Datenschutz? Nicht bei Datenexperten

Datensicherheit ist ein hohes Gut, besonders wenn es um die Kundendaten von Unternehmen geht. Da sollte man meinen, in den IT-Abteilungen würde auf den Schutz dieser Daten besonderer Wert gelegt. Wohl zu Unrecht, wie eine Umfrage unter knapp 650 IT-Entscheidern in aller Welt ergeben hat, meldet "Zdnet". 

Zunächst gilt das Hauptaugenmerk wichtigen Unternehmensdaten wie Patenten und anderem urheberrechtlich geschützten Material. In einer kritischen Situation durch Sicherheitslecks werden zuerst die Firmengeheimnisse geschützt, auf den Schutz von Kunden- oder Mitarbeiterdaten wird weit weniger Wert gelegt. Dazu kommt, dass 40 Prozent der Befragten zugaben, ihre Datenbanken nur selten oder gar nicht auf verdächtige Aktivitäten zu überprüfen. Das ist deshalb so überraschend, weil die betroffenen Unternehmen in der Regel Hunderte von Datenbanken angelegt haben und diesen Bereich kontinuierlich erweitern. Trotzdem gaben 54 Prozent der IT-Entscheider an, sie hätten nicht vor, zur Verbesserung der Sicherheit mehr Personal einzustellen.

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