Netzwelt-Ticker Nokias Touchscreen-Handy kommt

Der finnische iPhone-Killer 5800 XpressMusic ist in Russland und Spanien zu haben - aber vorerst nicht in Deutschland. Außerdem im Überblick: Schlussverkauf für Motorolas Razr, Ursula von der Leyen bastelt am Zensurverbund für Kinderpornografie und vieles mehr.


Der Handy-Marktführer Nokia hält Wort. Dieser Tage, so lautete das Versprechen, werde die finnische Antwort auf Apples iPhone ausgeliefert, das Touchscreen-Handy Nokia 5800 XpressMusic. Kaufen kann man das von vielen Fans längst ersehnte Gerät trotzdem nicht, zumindest nicht in Deutschland.

Denn zum Start wird das für Nokia revolutionäre Mobiltelefon ausschließlich in einigen Testmärkten wie Russland, Spanien, Indien und Finnland angeboten. Der Nettopreis, also der Endverbraucherpreis ohne Mobilfunkvertrag und abzüglich der jeweiligen nationalen Steuern und Abgaben soll umgerechnet 280 Euro betragen. Damit wäre das neue Nokia nur rund halb so teuer wie das Hype-Handy von Apple.

An der Ausstattung wurde trotzdem nicht gespart. Neben der obligatorischen Kamera wartet das Telefon mit HSDPA, W-Lan und GPS auf. Letzteres ist in Verbindung mit dem mitgelieferten Nokia Maps 2.0 ziemlich praktisch zur Orientierung in fremden Gegenden. Der Speicherplatz kann per microSD-Karte erweitert werden.

Hierzulande wird man sich allerdings noch etwas gedulden müssen. Der Verkaufsbeginn in Deutschland wird für Ende Januar 2009 erwartet, das wäre gerade noch rechtzeitig vor der wichtigsten Handymesse des Jahres, dem Mobile World Congress.

Mit Facebook-Freunden Zeitung lesen

Facebook Connect könnte einige Datenschutzdebatten provozieren. Das Connect-Prinzip: beim Surfen auf bestimmten Websites kann man sein Tun beobachten lassen, wenn man sich bei der jeweiligen Web-Seite mit seiner Facebook-ID anmeldet. Mit im Boot sind unter anderem der San Francisco Chronicle, der Discovery Channel, Digg und die Videoseite Hulu.

Wer exhibitionistisch genug ist, kann seine Facebook-Freunde via Connect auf gelesene Artikel oder interessante Videoclips hinweisen. Geld wollen die Connect-Partner durch den auf diese Weise erhöhten Datenverkehr einnehmen. Bleibt abzuwarten, ob dieses Projekt von Erfolg gekrönt wird. Die Beacon-Idee, Facebook-Freunde automatisch über eigene Web-Einkäufe informieren zu lassen, jedenfalls, wurde bald nach dem Beacon-Start wieder verworfen.

Deutschland soll Internet-Sperrverbund beitreten

Ursula von der Leyen setzt ihre Jagd auf die Anbieter von Kinderpornografie-Seiten im Internet fort. Nach dem Vorschlag, in Zusammenarbeit mit dem BKA und Serviceprovidern den Zugang zu solchen Seiten unterbinden zu wollen, geht die Familienministerin einen Schritt weiter, will Deutschland einem internationalen Verbund anschließen, der Listen mit Web-Adressen krimineller Seiten austauscht.

Schon sechs europäische Länder, nämlich Schweden, Dänemark, Finnland, Norwegen, die Niederlande und Italien seien dabei, den Zugang zu Kinderpornografie im Internet mit Hilfe solcher Listen zu unterbinden.

In Australien hat bereits eine Grundsatzdiskussion um ähnliche Pläne begonnen. Auch hier steht der Schutz von Kindern im Fokus. Allerdings soll nicht nur die Verbreitung von Kinderpornografie unterbunden werden, Kinder selbst sollen auch vor dem Zugang zu Pornografie geschützt werden. Neben der Opposition und Datenschützern erheben ausgerechnet auch Kinderschutzvereinigungen schwere Bedenken gegen die Regierungspläne.

"Save the Children", Australiens größter unabhängiger Kinderschutzbund, hält die geplanten Maßnahmen für verfehlt. Es sei wesentlich wichtiger, sowohl Eltern als auch Kinder von Anfang an aufzuklären und zu informieren, damit ein sicherer Umgang mit dem Internet erreicht werden könne.

Filtermaßnahmen würden das Übel nicht an der Wurzel packen. Außerdem bestehe die Gefahr, dass auf diese Weise auch völlig unbedenkliche und harmlose Angebote Opfer der Zensur würden. Davon abgesehen gebe es keinerlei Hinweise, dass ausgerechnet Kinder das Netz gezielt nach kinderpornografischem Material durchstöbern würden. "Save the Children"-Beraterin Holly Doel-Mackaway stellte fest: "Kinder sind regelmäßig dem Missbrauch durch Erwachsene ausgesetzt, wir müssen die Ursachen für diese Gewalt in der Gesellschaft bekämpfen, anstatt sie vor der öffentlichen Wahrnehmung zu verbergen."

Motorola rasiert das Razr

Das superflache Klapphandy Razr war ein echter Glücksgriff für Handyhersteller Motorola. Drei Jahre lang behauptete sich das Designstück als bestverkauftes Handy in den USA. Doch nun zieht der Hersteller angeblich den Stöpsel, will gar die Entwicklung einer neuen Version des Klapphandy-Klassikers stoppen. Das unter dem Codenamen "Ruby" erdachte Gerät werde nicht mehr herauskommen, schreibt " engadget". Dieser Schritt, sei nur logisch, denn Motorola begrabe mit dem Razr auch die den Geräten zugrunde liegende Symbian-Technologie. Künftig werde Motorola auf Googles Handybetriebssystem Android setzen.

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