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13. August 2010, 13:39 Uhr

Netzwelt-Ticker

Oracle verklagt Google wegen Patentverletzung

Von Carolin Neumann

Kaum hat Oracle die Java-Technologie erworben, schon kommt die erste Patentklage: Google soll für Android Code eines Konkurrenten abgekupfert haben. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Eine vermeintliche Leiche bei Street View, erstes Fazit des Panik-Knopfs bei Facebook.

Hat Google bei der Entwicklung seines Handy-Betriebssystems Android gegen Patente für die Java-Programmiersprache verstoßen? Davon geht das Software-Unternehmen Oracle aus und klagt ( PDF der Klageschrift). Der Vorwurf lautet auf Verletzung von Patenten und des Urheberrechts in mehreren Fällen. Google habe bei der Entwicklung von Android "wissentlich, direkt und wiederholt" das geistige Eigentum von Oracle verletzt, sagte Unternehmenssprecherin Karen Tillman am Donnerstag.

Oracle hatte die Java-Technologie mit der Übernahme der Firma Sun Microsystems vor wenigen Monaten erworben. Eine Stellungnahme von Google zu den Vorwürfen gab es zunächst nicht.

can/rtr/dpa

Auferstehung bei Google Street View

Deutsche Bürger klagen mit voller Namensnennung und Foto in Medien darüber, dass Google ihre Häuser fotografiert - dabei gibt es so viel kuriosere Fälle in Googles Straßenatlas. Den eines Mädchens in England zum Beispiel, das einer Freundin einen makaberen Streich spielte und sich auf dem Bürgersteig tot stellte. Haha. Blöd nur, dass in dem Moment eins von Googles Kamera-Autos vorbeifuhr und die missverständliche Szene für immer digitalisierte.

Ein Jahr später: Das Bild des Mädchens, das mit dem Gesicht nach unten am Straßenrand liegt, sorgt bei Nutzern für Entsetzen. Erst in der Nachbarschaft, dann im Web, wo die Geschichte die Runde machte. Google gab sich nonchalant: Eine Sprecherin sagte der "Daily Mail", manchmal würden eben merkwürdige Momente aufgezeichnet. Gelassen nimmt es auch die zehnjährige Azura. Die freut sich, dass sie jetzt "im Internet" ist und vor ihren Klassenkameraden mächtig angeben kann.

Liquid Feedback gestartet

Die Piratenpartei hat ihre internen Querelen über das Organisationstool "Liquid Feedback" offenbar beigelegt. Laut Netzpolitik haben die Parteimitglieder Datenschutzsorgen auf einer Bundesversammlung ausgeräumt, die Seite ist jetzt offiziell in Betrieb. "Liquid Feedback" soll als Mitgliedernetzwerk den Piraten die Möglichkeit geben, online zu diskutieren. Zu dem jetzt gefundenen Kompromiss gehört unter anderem, dass gewisse Funktionen anders als ursprünglich geplant nur für Mitglieder zugänglich sind.

Panik-Knopf im britischen Facebook zeigt Wirkung

Über 200 Meldungen gab es laut BBC in den ersten paar Wochen über den Panik-Knopf beim britischen Facebook. Der war installiert worden, um dem zunehmenden Missbrauch und Mobbing im Netzwerk etwas entgegenzusetzen. Vorher war es wesentlich schwieriger, Verdachtsfälle zu melden, mit dem Button braucht es nur noch einen Klick und die Kinderschutzorganisation Child Exploitation and Online Protection (Ceop) weiß Bescheid.

Bewerten wollte die Ceop, die sich monatelang für die Installation der Anwendung eingesetzt hatte, die Zahl von 211 Klicks in knapp zwei Monaten nicht. Allerdings sagte eine Sprecherin, dass es einige sehr ernste Vorwürfe gebe und bereits Untersuchungen eingeleitet worden seien.

Raubkopierlöscher geben Unterlassungserklärung ab

Die von Vimeo verbannten Videos, darunter mehrere Folgen des "Elektronischen Reporters" von Mario Sixtus, sind wieder online. Anfang der Woche waren die Clips von Vimeo entfernt worden, ohne dass die Urheber davon gewusst oder darum gebeten hätten. Der vorschnelle Löscher hat jetzt eine Unterlassungserklärung abgegeben.

Die kommt allerdings nicht wie zunächst vermutet von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), dem Anti-Piraterie-Verein, der im Auftrag der Filmbranche gegen Raubkopierer vorgeht. Absender ist stattdessen deren Dienstleisterfirma OpSec, die sich verpflichtet, künftig die Finger von Filmen der Betroffenen zu lassen - und bei Verstoß eine Vertragsstrafe zu zahlen. Sixtus mutmaßt, dass die GUV das Münchener Unternehmen nur als Sündenbock missbraucht. Wie dem auch sei: Nach dem unangenehmen Zwischenfall dürfte die GUV künftig sorgfältiger darauf achten, was sie ins digitale Nirvana schickt.

iPad-Besitzer lesen gern am Streichelschirm

Bei den stolzen Preisen für ein iPad muss sich die Anschaffung schon lohnen. Wie intensiv das Gerät genutzt wird, soll eine Telefonumfrage unter 1034 britischen iPad-Besitzern zeigen. Nicht nur, dass jeder Dritte nach Eigeneinschätzung bis zu 20 Stunden pro Woche mit seinem Apple-Tablet verbringt. Das iPad ist auch in vielen elektronischen Lebensaspekten längst das Gerät erster Wahl: um Zeitschriften, Magazine (31 Prozent) und Bücher (41 Prozent) zu lesen oder zu spielen (37 Prozent). Nur beim Surfen im Internet hat der Computer noch die Nase vorne.

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