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iPhone-Assistent Siri: "Ich kenne keine guten Witze!"

Netzwelt-Ticker Programmierer enträtseln Apples digitale Assistentin

Einem französischen Programmierer-Team ist die Entschlüsselung des Siri-Datenstroms gelungen. Damit könnte das Hilfsprogramm auch auf Nicht-Apple-Geräten funktionieren. Außerdem im Überblick: Google veröffentlicht Android-4-Quellcode und verrät, wie man sein W-Lan vor Google verbirgt.

Google hat den Quellcode  für das Smartphone- und Tablet-Betriebssystem Android 4.0 (Kosename Ice Cream Sandwich) veröffentlicht. Jeder kann nun eine eigene Fassung des Betriebssystems für sein Android-kompatibles Handy schreiben oder Geräte für Android entwickeln.

Der Fachdienst "Ars Technica" bewertet die Veröffentlichung des Quellcodes als einen wichtigen Schritt für Google und Programmierer, weil nun zum ersten Mal Googles Tablet-PC-Code verfügbar sei. Den hatte Google bisher unter Verschluss gehalten und damit viele Android-Entwickler vor den Kopf gestoßen: Wie sehr hat sich der Konzern dem Open-Source-Prinzip  wirklich verschrieben?

Weit her sei es mit der Quelloffenheit bei Google aber noch lange nicht, urteilt "Ars Technica": "Google hat die Möglichkeit, Quellcode zurückzuhalten, wie es der Firma gefällt, weil der eigentliche Entwicklungsvorgang hinter verschlossenen Türen stattfindet." Die aktuelle Veröffentlichung sei begrüßenswert. Um aber Android zu einem wirklich offenen Projekt zu machen, sei eine neue Unternehmensphilosophie nötig.

Apples sprachgesteuerter Assistent Siri ist geknackt

Das französische Entwicklerbüro Applidium  hat das Kommunikationsprotokoll von Apples digitalem iPhone-Assistenten Siri geknackt - und dabei interessante Dinge herausgefunden:

  • Siri schickt (mit dem VoIP-Codec OGG Speex) komprimierte Audio-Daten an einen Server von Apple.
  • Diese Daten versieht Siri mit einer Identifikationsnummer, die mit dem jeweiligen iPhone 4S verbunden ist.
  • Außerdem hängt die Software noch viele weitere Informationen an - welche, erklärt Applidium nicht.
  • Die Entwickler bezeichnen das Protokoll aber als "sehr, sehr geschwätzig". Auch Apple sende Daten en masse an das jeweilige Siri-Programm, darunter Zeitmarken und Einschätzungen zur Trefferquote.

Mit den nun von Applidium veröffentlichten Daten könnten Hobby-Entwickler Siri-ähnliche Programme für andere Geräte als das iPhone 4S entwickeln - solange die jeweiligen User auch ein iPhone 4S mit entsprechender Identifikationsnummer besäßen. Apple könnte das Protokoll beim nächsten iOS-Update aber auch etwas besser vor Hacker-Zugriff schützten. Dennoch wird in Programmierer-Foren wie den "Hacker News"  das Siri-Protokoll weiter seziert - und auf Entwicklungsmöglichkeiten, Schwächen und Seltsamkeiten hin untersucht.

PC-Markt in Europa schrumpft weiter

Kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft haben Marktforscher schlechte Nachrichten für die PC-Industrie. Im dritten Quartal 2011 schrumpfte der PC-Absatz in Westeuropa weiter. Er sank mit 14,8 Millionen verkauften PC im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um insgesamt 11,4 Prozent, wie das IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner meldete. Besonders hart traf es den Privatkunden-Bereich, der ein Minus von 18,8 Prozent aufwies.

Bemerkenswert sei, dass das dritte Quartal wegen der Kaufbereitschaft zu Schuljahresanfang im Endkunden-Bereich traditionell ein starkes Quartal für die PC-Industrie sei, erklärte Gartner-Analystin Meike Escherich. Von den einzelnen Geräteklassen erlebte der Notebook-Sektor einen besonders starken Rückgang (minus 12,6 Prozent). Grund war vor allem das Minus von mehr als 40 Prozent bei den Mini-Notebooks/Netbooks. Der Absatz klassischer Desktop-PC fiel um 8,7 Prozent.

mak/dapd

So entfernt man sein W-Lan aus Googles Datenbank

Wer zuhause oder in der Firma ein drahtloses Netzwerk betreibt, kann ab sofort verhindern, dass Google Daten über dieses W-Lan speichert. Dazu müsse der Name des Netzwerks (SSID) um das Kürzel "_nomap" ergänzt werden, teilte das Unternehmen in einem Blogpost  mit. Die entsprechende Funktion findet sich im Einstellungsmenü des W-Lan-Routers. Google erfasst den Standort von W-Lan-Zugangspunkten, um die Ortungsfunktion von Smartphones zu verbessern. Persönliche Informationen über den Netzwerknutzer werden dabei nach Angaben des Konzerns nicht gesammelt.

mak/dpa/tmn

Was am Dienstag sonst noch in der Netzwelt wichtig war

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