Netzwelt-Ticker Reddit offline, Google-Patent, das Eigenleben privater Sexbilder

Im Netzwelt-Ticker: Ein Ausfall von Amazons Cloud-Servern in Virginia hat mal wieder mehrere Start-ups offline gezwungen, die meisten sollten wieder erreichbar sein; Google patentiert Messung der Lesegeschwindigkeit; britische Studie rät Jugendlichen vom Hochladen sexueller Inhalte ab.

Google für Langsamleser (Symbolbild): Die Lesegeschwindigkeit soll messbar werden
dapd

Google für Langsamleser (Symbolbild): Die Lesegeschwindigkeit soll messbar werden

Von Carolin Neumann


Probleme in Amazons Cloud-Server-Zentrum im Norden von Virginia haben erneut zahlreiche Start-ups aus dem Netz geworfen. Zumindest vorübergehend waren etwa der Blog-Aggregator Reddit, der Location-Dienst Foursquare und das Online-Spiel Minecraft offline. Auch Pinterest, Airbnb, der Cloud-Service Heroku, Imgur und andere Seiten hatten wegen der Server-Probleme zu kämpfen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zeigte Amazons Status-Website nach wie vor Probleme an.

Amazons Cloud-Server hatte bereits im vergangenen Sommer sowie vor rund einem Jahr wegen schwerer wetterbedingter Störungen unrühmliche Schlagzeilen gemacht. Nach den vergangenen Vorfällen sollen Maßnahmen ergriffen worden sein, die einen derartigen Massenausfall der populärsten Online-Dienste eigentlich hätten verhindern sollen, schreibt ArsTechnica. Das hat offenbar nicht geklappt.

Studie: 88% der ins Web geladenen Sexaufnahmen entwickeln Eigenleben

Die britische Internet Watch Foundation (IWF) warnt Kinder und Jugendliche davor, Bilder oder Videos mit sexuellen Inhalten ins Netz zu stellen. Neben den offensichtlichen Gründen geht es der IWF um die Ergebnisse aus einer aktuellen Untersuchung: Demnach landeten 88 Prozent von 12.224 beobachteten Multimedia-Uploads schon nach kurzer Zeit auf pornografischen Seiten. Mehr als 10.000 der eigentlich privaten Bilder und Videos vermehrten sich also in den Schmuddelecken des Webs.

Weniger die Anzahl der hochgeladenen Inhalte habe die Forscher überrascht, heißt es auf der IWF-Website, als viel mehr die Vielzahl der Dienste, die einzig und allein dafür da zu sein scheinen, das Internet nach sexuellen Aufnahmen junger Leute zu durchsuchen. Auch wenn die Stiftung nicht spezifiziert, von welchen Altersklassen genau die Rede ist, scheint sich ihre Botschaft an Minderjährige zu richten - und die ist eindeutig: Gebt ihr derartige Aufnahmen einmal aus der Hand und stellt sie digital, wo auch immer, zur Verfügung, verliert ihr die Kontrolle darüber. Also lasst es besser sein.

Google will Lesegeschwindigkeit messen

Was unsere Freunde empfehlen, wird in Googles Suchindex bereits berücksichtigt - nun will das Unternehmen sein Angebot noch menschlicher machen. Ein frisch zugesprochenes Patent soll es ermöglichen, die Lesegeschwindigkeit zu messen und daran abzuschätzen, wie gut eine Seite lesbar ist. Dementsprechend würde Googles Algorithmus sie herauf- oder herabstufen.

Noch mal Google: Kritik in Australien

Die Apps, die Google in Australien für den Bildungssektor zur Verfügung stellt, stehen derzeit mächtig unter Kritik: Der australische Datenschutzbeauftragte Timothy Pilgrim findet nicht gut, dass die Programme ihre studentischen Nutzer beobachten, Daten über ihr Nutzungsverhalten sammeln und ihnen zielgerichtete Werbung zukommen lassen können, berichtet The Register.

Australien hat sich den Datenschutzforderungen der EU an Google angeschlossen. Noch steht eine Stellungnahme Googles aus, in welchem Maße der Konzern den Vorstellungen der Europäer nachkommen wird. Eine Beobachtung des Nutzungsverhaltens von Schülern und Studenten mit dem Zweck, darauf basierend werbliche Angebote zu machen, wäre mit diesen Datenschutzvorstellungen aber nicht vereinbar. (pat)

Auch das noch:

  • Der Kindle Fire HD verkauft sich fabelhaft, behauptet Amazon - und stellt den Kindle Touch ein. Der verschwindet allerdings eher, um für den neuen "Paperwhite" Platz zu machen.
  • Der Umsatz stagniert, doch Yahoo-Anleger freuen sich trotzdem. Bei der Vorlage ihrer ersten Bilanz beschwor Neu-Chefin Marissa Mayer das Mobile-Geschäft. Yahoo habe Fortschritte in diesem Bereich gemacht, müsse aber noch mehr tun und zum Beispiel in mobile Websites investieren.
  • Keine Fragen mehr für Privatnutzer: Facebook entfernt das Questions-Feature.

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