Netzwelt-Ticker Riesen-iPod Touch kommt im Herbst

Apple bringt ein iPod Touch mit Riesen-Bildschirm heraus, deutsche Online-Reklame boomt 2008, Facebook hat sein Nipplegate. Das und mehr im Überblick.


Auch am letzten Tag im Jahr wird die Apple-Fangemeinde zuverlässig mit Neuigkeiten aus der Gerüchteküche versorgt. Diesmal im Fokus: ein iPod Touch im XXL-Format. Das Gerät soll angeblich einen Neun-Zoll-Display haben. Das jedenfalls will Michael Arrington von "Techcrunch" in Erfahrung gebracht haben, auch der Einführungstermin sei schon bekannt. Im Herbst sollen die Riesen-iPods auf den Markt kommen. Womit Apple einen großen Schritt in Richtung Netbooks machen würde. Mini-Laptops mit Touchscreen, sogenannte Netvertibles, gelten als heißer Trend für 2009, bei der Consumer Electronics Show in Las Vegas sollen kommende Woche gleich mehrere vorgestellt werden.

"Techcrunch": Riesen-iPods im Herbst?

"Techcrunch": Riesen-iPods im Herbst?

Angeblich befindet sich der Unterhaltungselektroniker aus Cupertino bereits in Gesprächen mit Computerherstellern in Asien, welche die neuen Geräte in Lizenz fertigen könnten. Technische Einzelheiten kann TechCrunch allerdings ebensowenig mitteilen wie Angaben zum voraussichtlichen Preis. Der dürfte wohl deutlich über den derzeitigen 379 Dollar für ein 3,5-Zoll-Gerät mit 32 Gigabyte Speicherkapazität liegen.

Online-Werbung wächst 2008 noch einmal

Alle reden von Krise, die deutschen Online-Werber (noch) nicht. Im zurückliegenden Jahr wurden Pop-ups, Banner & Co. im Umfang von 1,3 Milliarden Euro geschaltet, das sind satte 29 Prozent mehr als 2007, als noch 976 Millionen Euro in Online-Reklame gesteckt wurde. Der IT-Verband Bitkom konnte sogar noch fürs finstere vierte Quartal 2008 eine Steigerung des Nettowerbeumsatzes von immerhin 1,4 Prozent verzeichnen. Grund für diese Entwicklung gegen den allgemeinen Trend zur Sparsamkeit im Werbewesen: "Selbst die stark unter Druck stehenden Autobauer sparen nicht an Online-Werbung, weil sie im Internet ihre Zielgruppe sehr genau erreichen", so Bitkom-Vize Achim Berg.

Musikindustrie plant YouTube-Klon

Die Großen der amerikanischen Musikindustrie planen nach Angaben der "Financial Times Deutschland" die Errichtung eines Videoangebotes, auf dem Clips aus dem Bestand der Unternehmen zu sehen sein sollen. Dabei sind mehrere Modelle in der Diskussion. Entweder wird eine eigene Seite nach dem Strickmuster des Videoportals Hulu eröffnet, oder aber gleich eine Partnerschaft mit Hulu eingegangen. Dritte Möglichkeit: die Eröffnung eines eigenen Channels bei Googles Clip-Portal YouTube. Bisherige Kooperationen und die Höhe der Werbeerlöse hatten nicht gerade zur Zufriedenheit der Beteiligten geführt. Erst vor kurzem hatte Warner Music Youtube die Zusammenarbeit gekündigt und gefordert, die Videoseite möge sämtliche Clips mit Warner-Künstlern löschen. Nicht wenige Beobachter glauben, die Labels würden nur kräftig auf den Busch klopfen, um in Verhandlungen um die Beteiligung an Werbeumsätzen eine bessere Position einzunehmen. Fraglich, ob sich YouTube davon beeindrucken lässt. Denn Videoportale gibt es viele, aber keines mit der Reichweite der Google-Plattform.

Thailand blockiert über 2000 Webseiten

Eine traurige Zahl kommt aus Thailand. Im abgelaufenen Jahr hat das Königreich knapp 2300 Webseiten blockiert. Die weitaus meisten seien wegen Beleidigung des Königs und der Monarchie gesperrt worden, so ein Sprecher des Informationsministeriums. Außerdem habe man sich zum Verbot von pornografischen und solchen Angeboten entschlossen, die die nationale Sicherheit bedrohten. 90 Prozent der betroffenen Seiten seien im Ausland registriert gewesen.

Neues Nipplegate: Proteste gegen Facebook-Zensur von Bildern stillender Mütter

Amerika ist bekanntlich ein keusches Land, und schon das öffentliche, selbst unbeabsichtigte, Zurschaustellen der weiblichen Brust kann zu einem Skandal von nationaler Bedeutung werden (man denke nur an Janet Jackson). Die Betreiber des sozialen Netzwerkes Facebook fanden offensichtlich, der Anblick stillender Mütter könne den Nutzern des Portals nicht zugemutet werden und begannen daraufhin, entsprechendes Bildmaterial zu löschen. Die betroffenen Mütter reagierten empört und protestierten letztes Wochenende vor der Facebook-Zentrale in Palo Alto .

Eine Online-Petition namens "Hey Facebook. Stillen ist nicht obszön!" hat mittlerweile 90.000 Unterzeichner gefunden. Facebook hatte die Löschungen damit begründet, Motive mit stillenden Müttern verstießen gegen die Richtlinien des Unternehmens, die pornografisches Material nicht zuließen. Was als pornografisch gilt, ist genau geregelt. Schon der Anblick des Brustwarzenhofes gilt als Schweinkram und verfällt dem Datenorkus. Auf dem beanstandeten Bild, das die ganze Sache auslöste, war allerdings nicht einmal das zu sehen - nur eine Mutter mit hochgeschobenem Top und ihren zwei Söhnen an der Brust.

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