Netzwelt-Ticker Schüler-Überwachung per Funkchip

Microsoft reagiert auf die mauen Absatzzahlen seiner Spielkonsole und rüstet nach, Handy-TV ist nur eine weitere Seifenblase, und in England werden RFID-Chips in Schulkleidung eingenäht. Das und mehr im Überblick.

Sicherheit von Schülern ist ein hohes Gut. Und die stellt man am besten her, indem man stets weiß, wo sich die Kinder gerade aufhalten - so jedenfalls sehen das die Verantwortlichen einer britischen Schule, von der "Heise" berichtet .

Die Hungerhill School in Doncaster, South Yorkshire hat ein System eingerichtet, das Eltern via E-Mail, SMS oder Telefonanruf benachrichtigt, wenn sich die lieben Kleinen nicht vorschriftsmäßig gemeldet haben. Aber das ist noch nicht alles: Die Schule führt derzeit einen Pilotversuch mit in die (in Großbritannien üblichen) Schuluniformen eingenähten RFID-Chips durch. Die Lehrer der Schule können damit auf ihren Handhelds jederzeit erkennen, wo genau sich jeder einzelne Schüler gerade aufhält.

Eine Datenbank steuert gleich noch ein Bild und den Notenstand bei. Das Ganze habe überhaupt nichts mit einem "Big Brother"-System zu tun, verteidigt der Schuldirektor das Projekt gegen kritische Stimmen, auch aus der Elternschaft. Zumindest in nächster Zeit sollte die Zahl der mit den Transpondern versehenen Schülern nicht über die bisher zehn am Projekt Beteiligten hinaus erhöht werden.

Trotzdem scheint es auf der Insel nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis diese Art der Überwachung flächendeckend eingeführt wird. Die Patentanträge für die RFID-Kleidung wurden bereits eingereicht, im kommenden Jahr will die britische Regierung landesweit ein System zur computergestützten Registrierung errichten. Ein Sprecher des Schulministeriums teilte laut "Times"  mit, die elektronische Registrierung solle lediglich einen Überblick über die Anwesenheit der Schüler geben, "aber nicht jedes Detail über jeden Schüler geheim ausspähen".

Xbox 360 wird zum HD-Fernsehtuner und -DVD-Player

Microsoft zieht offensichtlich aus den nicht sonderlich berauschenden Verkaufszahlen seiner Xbox 360 Konsequenzen und rüstet die Spielkonsole nach. Bisher verfügte das Gerät nämlich über kein integriertes HD-DVD-Laufwerk . Das soll sich nun ändern. Vor allem die Tatsache, dass Konkurrent Sony die Playstation 3 mit einem Blu-ray-Laufwerk ausgestattet hat, wird als maßgeblicher Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konsole aus Redmond bewertet. Zwar hatte Microsoft dieses Manko durch das Angebot eines externen HD-DVD-Laufwerks zu beheben versucht, aber wer ist schon bereit, zweimal für etwas Geld auszugeben, das er nebenan ohne Aufpreis und bereits eingebaut erhält? Also zieht Microsoft nach und packt neben dem HD-Laufwerk und einem HDTV-Tuner außerdem gleich noch W-Lan dazu, was die Verbindung zu Computern im lokalen Netzwerk ermöglicht.

Alte Xbox 360 billiger

Da verwundert es dann nicht, dass die bisherigen Geräte, die mit vergleichsweise sparsamer Ausstattung daherkommen und sich jetzt schon nicht sehr gut verkaufen, ab sofort als Auslaufmodelle eingepreist werden. In Japan fallen schon die Preise, heute kündigte Microsoft an , ab November wäre die Xbox 360 im Reich der aufgehenden Sonne mit umgerechnet 213 Euro für 13 Prozent unter dem bisherigen Preis zu bekommen. Die Preissenkung wurde aber auch deshalb nötig, weil Platzhirsch Sony seine Playstation 3 in Japan schon vergangene Woche verbilligt hat - in den USA wird ebenfalls eine verbilligte Version mit kleinerer Festplatte auf den Markt kommen, um im Weihnachtsgeschäft mit Nintendos günstigerer Wii-Konsole mithalten zu können.

Studie: Handy-TV guckt in die Röhre

Im sich heftig wandelnden Digitalmarkt ist nicht immer genau abzusehen, wohin die Reise geht, und so rufen hektische Marktgurus gerne und regelmäßig neue Trends aus. Meistens entpuppen sich die aber als Luftblasen, zum Beispiel das als das nächste dicke Ding angepriesene Handy-TV. Britische Marktforscher von Canalys  haben sich näher mit den digitalen Medien beschäftigt und kommen zu teilweise ernüchternden Erkenntnissen, vor allem, was das Briefmarkenfernsehen auf dem Mobiltelefon angeht. Dem Handy-TV räumen die Marktforscher keine besonders großen Chancen auf einen baldigen Durchbruch ein, da in der in Frage kommenden Zielgruppe die meisten ohnehin schon Pay-TV nutzten.

Es sei kaum zu erwarten, dass sie diese schon beträchtlichen Ausgaben noch um weitere Kosten für die kurze Zeit aufstocken würden, in der man überhaupt Fernsehinhalte unterwegs anschauen würde. Immerhin sei die preisbezogene Schmerzgrenze von Land zu Land unterschiedlich. "Während 35 Prozent der Verbraucher in Großbritannien denken, dass 15 Euro pro Monat ein annehmbarer Preis für ein interessantes Handy-TV-Angebot wäre, würden dem nur 15 Prozent der Deutschen und Franzosen zustimmen."

EU: Schluss mit dem Stand-by-Unsinn

Eine der größten Energiequellen ist die Sparsamkeit, das gilt auch für elektronische Geräte im Haushalt. Die EU-Kommission  machte jetzt drauf aufmerksam, dass die im Stand-by auf baldigen Einsatz lauernden Hausgeräte europaweit soviel Strom verbrauchen wie ganz Ungarn. Dieser Unsinn soll nun ein Ende haben, ab 2008 werden neue Vorschriften für den Stromverbrauch gelten, die vor allem bisherigen Stromfressern wie Fernsehern, Computern und Radios gelten. Der Stand-by-Modus wird bei den meisten Geräten noch immer durch ein rotes Lämpchen angezeigt, und EU-weit ziehen die ach so harmlosen Dioden mitsamt der Wartetechnik 30 Terawattstunden Strom. Die bereits vorhandene und effizientere Technik soll nun intensiver eingesetzt werden - auch bei Heizgeräten und Lampen.

Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.