Netzwelt-Ticker Spotify wird App-Plattform

Die Integration mit Facebook hat Spotify angeblich sieben Millionen Neukunden gebracht - jetzt will der Streaming-Dienst dieses Potential mit eigenem App-Store ausschöpfen. Außerdem im Überblick: Hackangriff heizt HP-Druckern ein, Handys anspucken für die Gesundheit und Diss-Angriff auf die Duqu-Coder.

Musikdienst Spotify: Mehr Wachstum durch externe Apps?

Musikdienst Spotify: Mehr Wachstum durch externe Apps?


Spotify, einer der erfolgreichsten europäischen Musik-Streamingdienste, versucht sich als App-Plattform. "Spotify Platform" soll "Drittanbietern die Möglichkeit geben, innovative, attraktive Musik-basierte Apps zu entwickeln", heißt es in einer Pressemitteilung.

Den Anfang machen zwölf kostenlose Musik-Apps, mit denen Spotify-Songs weiterverbreitet, markiert, in andere soziale Musikdienste integriert oder um Zusatzinfos wie Band-Biographien, Ticket-Kauf oder Liedtexte erweitert werden können. Kurz: Spotify will seine Kunden mit neuen Musikangeboten zu mehr Musikkonsum, mehr Zeitvertreib innerhalb der Plattform und natürlich auch zur Verbreitung der Spotify-Botschaft animieren. Als Vorbild gilt Spotify dafür die kürzliche "Integration mit Facebook […] die mehr Leuten als je zuvor das Verteilen von Musik schmackhaft gemacht hat und sieben Millionen neue Spotify-Kunden innerhalb von nur zwei Monaten" anlockte.

Jetzt sollten vom Spotify-Erfolg endlich auch einmal die kleinen Musiklabels profitieren - fordern zumindest diese. In Scharen verabschieden sich kleinere Labels derzeit von dem Streaming-Primus, weil sich die Sache für sie einfach nicht rechnet.

Was am Donnerstag sonst noch in der Netzwelt wichtig war

  • Was ist dran an den Geschichten über Apple, das der iPhone-Sprachsteuerung Siri in den USA angeblich verbietet, auf Abtreibungskliniken hinzuweisen? Apple sagt, es sei ein Fehler, der bald behoben werde. Einige Blogger glauben der Geschichte aber nicht: Wieso kennt Siri Antworten auf andere Gesundheitsfragen (z.B. "Ich habe seit über fünf Stunden eine Erektion"), aber ausgerechnet nicht auf diese?
  • 100 Passwörter und Logins verschiedener UN-Entwicklungsprogramme sind bei einem Hackeinbruch abhanden gekommen. Alles halb so wild, beschwichtigt die UN: Die Daten waren veraltet. Dem hält die verantwortliche Hackergruppe TeaMp0isoN entgegen: Die Daten waren schlecht gesichert.
  • Noch ein iPhone 4 hat sich angeblich in Brasilien beim Aufladen selbst entzündet. Das wäre der zweite Fall innerhalb weniger Tage. Erst kürzlich brannte ein Apple-Handy in einem Flugzeug einer australischen Fluggesellschaft.
  • Hewlett-Packard hat Berichte dementiert, wonach manche HP-Drucker durch zielgerichtete Daten-Angriffe in Flammen aufgehen könnten: Zwar könnte ein Angreifer das Gerät über eine Sicherheitslücke derzeit tatsächlich überhitzen - bevor es aber anfängt zu brennen, schaltet es von selbst ab.
  • Ist das Ende der CD nah - genauer: sehr nah? Augenscheinlich um entsprechende Gerüchte um ein CD-Aus im Jahr 2012 zu entkräften, hat der Bundesverband der deutschen Musikindustrie gerade eine Meldung herausgegeben: CD wichtigste Umsatzsäule der Musikbranche.
  • Zwei Forscher des südkoreanischen Advanced Institute for Science and Technology entwickeln ein mobiles Gerät, das in Verbindung mit einem Handy Speichelproben unterwegs auf Keime untersuchen kann. Handys anspucken war nie so sinnvoll wie bald.
  • Wer auch immer den Spionage/Sabotage-Trojaner Duqu programmiert, war ein Code-Genie aber auch ein Linux-Trottel - meinen zumindest die Experten von Kaspersky Labs, die den Code genauer untersucht haben.
  • Grooveshark hat die Gefährlichkeit der Insider-Aussagen von Anfang der Woche richtig verstanden und will jetzt den geheimen Informanten enttarnen - schadet sich das Unternehmen damit nicht selbst? Nein, glaubt Torrentfreak.
  • Ein Ingenieur und ein Kriminologe wollen herausfinden, wie Hacker denken.Von ihren Schlüssen sollen IT-Manager profitieren, die ihre Netze gegen Datenangriffe schützen wollen.

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charles&charles 01.12.2011
1. CD ist sehr wohl im sterben. Musik hat einfach zu große Probleme.
Also, dass die CD noch immer der Bringer in der Musikbranche ist mag ja stimmen - doch die Computerbranche sägt dieses Format ab. Software gibt es zunehmend nur noch als Download und ist dadurch auch billiger zu haben - vieles läuft über App Stores und die Preise für die Software ist kaum noch vergleichbar mit den CD-Konkurrenten im Fachhandel. Wird hier ganz gut erläutert: http://www.newsgrape.com/a/cd-ade-download-ole/ Dass die CD in der Musikbranche noch einen so hohen Stellenwert hat liegt daran, dass die Musik im Internet 1.) illegal heruntergeladen wird und 2.) die Anbieter von Bezahl-Downloads und Streamingdienste wie Spotify den Produzenten nur extrem wenig zahlen. Zukunft hat die CD wohl trotz solcher Meldungen nur noch eine sehr begrenzte.
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