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Netzwelt-Ticker US-Gericht erlaubt Frau elektronische Ortung des Ehemannes

Die GPS-Überwachung im öffentlichen Raum stellt keine Verletzung der Privatsphäre dar, so ein Urteil in den USA. Außerdem: Die GEZ will Geld auch für einen kaputten Fernseher und das Handy am Steuer erhöht laut einer Studie die Unfallgefahr massiv. Das und mehr im Überblick.
GPS-Sender (hier für den Einsatz an Wildtieren): Im Handschuhfach funkt es

GPS-Sender (hier für den Einsatz an Wildtieren): Im Handschuhfach funkt es

Foto: SIPHIWE SIBEKO/ Reuters

Ob das den ehelichen Frieden wiederbringt? Wer den Verdacht hegt, der Ehepartner gehe fremd, kann ihn künftig auf Schritt und Tritt durch GPS-Ortung überwachen. Zumindest im US-Bundesstaat New Jersey. Dort urteilte jetzt ein Berufungsgericht, die Nutzung von GPS-Geräten zur Feststellung des Aufenthaltsorts der besseren Hälfte stelle keine Verletzung der Privatsphäre dar. Wie NJ.com berichtet , fiel die Entscheidung in einem seit Jahren schwelenden Ehescheidungsverfahren.

Der Richterspruch dürfte kein Schaden für die Geschäfte von Privatdetekteien sein, die in den USA traditionell zu einem nicht geringen Teil auf der Überwachung von vorgeblich ungetreuen Ehepartnern beruhen. "Für unser Geschäft ist das eine wunderbare Sache", wird eines der Schnüffelunternehmen zitiert. "Darum haben wir schon lange gerungen." Zumindest gibt es in New Jersey jetzt Rechtssicherheit, denn bislang wurde dort die Frage nach der privaten GPS-Ortung Angehöriger durch kein Gesetz geregelt. Für den ertappten Ehemann sieht die Sache weniger schön aus. Seine Frau hatte ihm auf Anraten des von ihr angeheuerten Privatdetektivs ein GPS-Gerät ins Handschuhfachs des Autos gelegt. Während der nächsten zwei Wochen wurde so jede Bewegung aufgezeichnet, die der Mann mit seinem Wagen machte.

Die Begründung der Klageabweisung könnte künftig für Fragen des Datenschutzes - zum Beispiel bei Google Street View - noch von großer Bedeutung sein, findet Cnet. Denn die Richter erklärten, es liege kein Eingriff in die Privatsphäre vor, weil die GPS-Ortung nur an öffentlich zugänglichen Orten erfolgte. Darum der Tipp , künftig immer unters Auto und ins Handschuhfach zu gucken. "Big Brother könnte für den Ehepartner arbeiten, den Sie geheiratet haben."

GEZ will Geld auch für defekte TV-Geräte

Die Gebühreneintreiber der GEZ erfreuen sich keiner großen Beliebtheit. Schon gar nicht, wenn sie vor der Haustür stehen und Einlass begehren, um etwaige nicht angemeldete Geräte aufzuspüren. Zwar gibt es keine Verpflichtung, die GEZ-Beauftragten hereinzulassen, so mancher aber verwehrt ihnen dennoch nicht den Zutritt. So fanden sie die Geräte im Haus einer Wiesbadener Rentnerin allesamt ordnungsgemäß angemeldet.

Bis auf einen Fernseher der bei der alten Dame wohnenden Enkelin. Der besaß kein GEZ-Siegel, war aber auch defekt. Das sei egal, dekretierte die GEZ, eine mögliche Unbrauchbarkeit des Geräts müsse nicht extra überprüft werden. Denn, so berichtet der "Wiesbadener Kurier" , auch bei einem kaputten Gerät nimmt die GEZ an, dass es ohne großen Aufwand wieder instand gesetzt werden könne. "Damit steht der Fernseher nach Maßgabe der Gebührenzentrale weiter zum Empfang bereit." Mit der unschönen Folge, dass nun rückwirkend happige Gebührenzahlungen fällig werden.

Handys führen zu mehr Verkehrsunfällen

Das Telefonieren mit dem Handy am Steuer während der Fahrt ist aus gutem Grund verboten. Wie gut, macht gerade eine Studie der Governors Highway Safety Association (GHSA) deutlich, dem Zusammenschluss der Autobahnpolizeien in den Bundesstaaten der USA. Laut deren Ergebnisse werden 25 Prozent der Verkehrsunfälle von durch den Gebrauch von Handys oder anderer Gadgets abgelenkten Fahrern verursacht (PDF) .

Noch gefährlicher als das Telefonieren während der Fahrt sei die Unsitte, von unterwegs SMS zu verschicken. Allerdings müssten die Studienergebnisse noch weiter ausgewertet werden. GHSA-Chefin Barbara Harsha erklärte , viele Aspekte der Forschung seien noch unvollständig oder gar widersprüchlich. "Wir benötigen weitere Studien, um das Problemfeld genauer einzukreisen und besser damit umgehen zu können."

Website-Tracking wird durch Add-on sichtbar

Website-Betreiber sind neugierig und möchten über ihre virtuellen Besucher möglichst viel erfahren. Um diesem Tracking zu begegnen, kommen viele Browser inzwischen mit entsprechenden Schutzfunktionen daher. So wie der Firefox, dessen "Track me not"-Option in den Datenschutz-Einstellungen Websites mitteilt, dass das Surferverhalten nicht aufgezeichnet werden soll. Doch wie sieht dieses Schnüffelverhalten eigentlich aus, was genau wird da eigentlich über das eigene Surfen ausgeforscht?

Wer sich das schon einmal gefragt hat, bekommt jetzt anschauliche Aufklärung. Mozilla-Mitarbeiter Atul Varma hat ein kleines Add-on namens Collusion  entwickelt, das die Tracking-Aktionen besuchter Webseiten erfasst und in grafischer Form darstellt. Nach der Installation erscheint rechts unten im Browser-Fenster ein kleines Symbol. Wer jetzt ohne Schutz wie von Track me not oder NoScript unterwegs ist, öffnet durch Klick auf das Symbol eine Seite, die über die Tracking-Versuche informiert .

Was am Montag sonst noch wichtig ist

Zahlung mit EC-Karte: Händler müssen gesammelte Daten schneller löschen. Keine gemeinsamen Datenpools, keine jahrelange Speicherung: Nutzer von EC-Karten sollen besser geschützt werden. Datenschützer haben Händler und Anbieter des Bezahlsystems auf strengere Richtlinien verpflichtet.

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