Netzwelt-Ticker Walmart, Windows, wilde Aliens

Walmart entscheidet, was wir spielen dürfen, Windows hat mal wieder viele Löcher und läuft auf dem Mac doch nicht problemlos, bei Google soll man bald mit dem Mund suchen können. Das und mehr im Überblick.


Windows: 14 neue Sicherheitslöcher

Gleich 14 Sicherheitslöcher sprach Microsoft gestern in fünf neuen Newslettern zur Sicherheitslage an. Darunter ein lang erwarteter Flicken für den Internet Explorer – der in den vergangenen Wochen vermehrt unter Beschuss von böswilligen Programmierern geriet.

Drei der nun veröffentlichten Newsletter bekamen das Label "kritisch", einer "wichtig" und einer "mittel". Von den neun neuen kritischen Fehlern werden sieben in einem frischen Update repariert, das per Auto-Update zum Download bereitsteht.

Auch wenn sich die neue Meldung um 14 Sicherheitslöcher spektakulär ausnimmt, beschwichtigt ein Sicherheitsexperte auf Techweb.com: "Das ist nichts Überraschendes. So was gibt's hier jeden Monat." Wer keine Lust mehr auf all die Sicherheitsrisiken und das ewige Gepatche hat, kann jedoch ganz einfach das größte Sicherheitsloch in Windows schließen. Ein fünf Megabyte großer Download ersetzt den Internet Explorer durch den Mozilla Firefox. Und wer manchmal dennoch nicht ganz auf den IE verzichten kann, lädt sich die Erweiterung IE Tab herunter. Innerhalb von Firefox kann man dann per Mausklick die Browser-Engine wechseln – wenn's mal wirklich notwendig ist…

Coming Soon: Google Voice Search

Alien aus "Weird Worlds": Schnuckelig böse

Alien aus "Weird Worlds": Schnuckelig böse

Google, so legt ein neues Patent nahe, will Usern demnächst auch eine Suche per Spracheingabe ermöglichen. Damit könnte der Suchriese ein starkes Standbein im wachsenden Mobile-Markt etablieren. Eigentlich ein Wunder, dass es nicht längst eine Google-Suche per Telefon gibt. Doch bislang standen technische Probleme einer mobilen Suche im Weg. Die Suchwörter per Spracherkennung richtig zu identifizieren ist sehr schwierig, kein Kontext erleichtert die Erkennung, kleine Fehler in einzigartigen Fachwörtern können eine ganze Suche zunichte machen. Dieses Problem will Google laut Arstechnica.com jedoch mit seinem Know-how und seiner gigantischen Datenbank in den Griff bekommen. Sämtliche Sprach-Suchen werden anhand der Suchbegriffe gewichtet, die bereits in der Text-Version von Google eingegeben wurden.

Support für Windows 98 und ME endet im Juli

Im Juli ist Schluss mit dem Support für Windows 98, 98 SE und die Millenium Edition. Microsoft bittet nun Anwender der alten Windows-Versionen, auf aktuellere Versionen aufzurüsten. Schon seit der zweiten Jahreshälfte 2003 hat Microsoft den kostenlosen Service und den erweiterten Bugfix-Support eingestellt, drei Jahre später soll nun gänzlich die Unterstützung der alten Systeme heruntergefahren werden – obwohl das bereits im Januar 2004 hätte passieren sollen, wie Betanews.com berichtet. Bis Mitte 2007 sollen zwar noch Hilfe-Themen auf der Microsoft-Website erneuert und ergänzt werden, ohne die Sicherheits-Downloads werden Anwender der alten Windows-Versionen jedoch reichlich schutzlos gegen neue Web-Attacken dastehen. Ein Analyst von Jupiter Research sagte Betanews.com es sei trotzdem ganz erstaunlich, wie viele Leute noch die völlig veralteten Windows-Versionen weiterhin einsetzten – und damit wohl auch zu einem Sicherheitsrisiko und möglicherweise ganzen Armeen von Zombie-Rechnern in der Hand von Bösewichten werden.

KOffice 1.5 ist da

Das KOffice-Projekt hat die neue Version 1.5 seiner Office-Lösung ins Netz gestellt. Das freie und offene Softwarepaket für die KDE-Oberfläche bietet neben typischen Office-Anwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbank, Präsentationen, Flowcharts, Grafiken auch eine Preview der Projekt Management-Anwendung KPlato. In der neuen Version wurde vor allem die Unterstützung des OASIS OpenDocument Dateiformats als Standardformat eingeführt, die Zugänglichkeit für behinderte User verbessert, eine einheitliche Scripting Sprache begonnen, ein erster großer Release des Datenmanagement-Programms Kexi (vergleichbar mit Filemaker oder MS Access) beigefügt und das Project-Management-Tool KPlato in einer Preview-Version veröffentlicht; sämtliche Programmbausteine waren zusätzlich Ziel zahlreichen Verbesserungen. Die Downloads von KOffice 1.5 gibt es hier, eine Installationsanleitung hier.

Apple Boot Camp

Gerade mal eine Woche nach der Aufsehen erregenden Veröffentlichungen der Dual-Boot-Software Boot Camp von Apple zeichnen sich die ersten Probleme ab. Bei manchen Usern lässt sich Windows XP zwar ohne Probleme auf einem Intel-Mac installieren und starten – dafür gibt Mac OSX kommentarlos den Geist auf. Wie Newsfactor.com schreibt: "Ungefähr sieben Tage später hat sich die Stimmung gedreht. Online-Communitys verbünden sich und schwören einander, kein Windows auf ihren Rechnern zu starten. Zusätzlich tauchten einige Berichte auf, wonach es ernsthafte Problem bei der Installation von Windows auf Macs gibt." Zwar seien die Probleme noch nicht epidemisch, dafür dürfte ein ganz anderes Problem viele User nun von Boot Camp abschrecken: Apple verweigert jeden Support für Probleme, die durch die (Betaversion-)Software entstehen…

Weird Worlds und Walmart

Nach all den schlechten Nachrichten aus der Windows– und Apple-Welt, jetzt noch eine frohe Botschaft. "Weird Worlds: Return to Infinite Space" erscheint schon bald auch für den Mac, wie Macnews.com freudestrahlend vom Entwickler Shrapnel Games erfuhr. Weird Worlds ist ein hyperaktives, kleines Erkundungsspiel im Weltraum mit klitzekleinen taktischen Ballereinlagen und schnuckelig böse Aliens. Doch dank all der irrwitzigen Details und dem ganz und gar eingängigen Gameplay ist Weird Worlds unverschämt suchterregend. Der Clou ist jedoch die kurze Spielzeit: eine Spielrunde dauert zwischen wenigen Sekunden und zehn Minuten – das Spiel macht jedoch auch beim tausendsten Neustart noch viel zu viel Spaß. Der sonst sehr kritische Gamedesign-Guru Ernest Adams hat dem (beinahe identischen) Vorgänger dieses Spiels einmal eine Liebeserklärung geschrieben. Wer hingegen eine etwas weniger rosige Sicht auf Spiele bekommen will, kann in der neusten Ausgabe des Games-Ezine The Escapist nachlesen, wie viel Einfluss die Supermarktkette Walmart auf die Entwicklung vieler Spiele hat – und zwar selten zum Guten. Und wer erst gar keine Lust auf Games hat, soll hat schauen, wo er mit seinem USB-Port bleibt…

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