Netzwelt-Ticker Websoftware-Website war Virenschleuder

Die Website der Open-Source-Datenbank MySQL wurde Opfer einer Hacker-Attacke, verbreitete ungewollt gefährliche Malware. Außerdem im Überblick: Google digitalisiert die Qumran-Rollen, Airbus bekommt zwei Supercomputer-Pods und Nokia liefert sein ersten und letztes Meego-Handy aus.
Hackerangriff: Stundenlang soll die MySQL-Seite Schadsoftware verbreitet haben

Hackerangriff: Stundenlang soll die MySQL-Seite Schadsoftware verbreitet haben

Foto: Corbis

Aufruhr in der IT-Sicherheitsszene : Die Website der hochpopulären Datenbank-Software MySQL (gehört zu Oracle) wurde laut den Sicherheitsexperten von Armorized gehackt und mit einem brandgefährlichen Trojaner präpariert . Wer in den letzten Stunden oder Tagen die Seite mysql.com besuchte, muss damit rechnen, sich eine Schadsoftware eingefangen zu haben. Das sogenannte "BlackHole Exploit Pack", das in die Seite eingeschleust worden sein soll, untersuchte die PC von Besuchern der Seite nach bestimmten Schwachstellen und jubelte ihnen entsprechende Schadsoftware unter . Bisher können nur wenige Antiviren-Programme einen solchen Angriff erkennen.

Der Hack ist um so bedenklicher, als MySQL eine sehr gut besuchte Website ist: Armorized geht davon aus, dass täglich 34.000 Surfer die riesige Open-Source-Datenbank ansteuern. Die Website soll die Schadsoftware Expertenberichten zufolge insgesamt sechs Stunden lang verteilt haben.

Schlimmer noch: Der Hack hätte vermutlich verhindert werden können. In einem kriminellen Forum soll der Zugriff auf die MySQL-Website schon Tage zuvor angeboten worden sein, berichtet IT-Experte Brian Krebs. 3000 Dollar (rund 2200 Euro) verlangten der oder die Hacker demnach für ihr Wissen, wie man die Sicherheitsvorkehrungen der Seite knacken konnte . Angeblich habe MySQL-Betreiber Oracle schon "vor einer Woche" von dem Hacker-Angebot gewusst.

Um so seltsamer erscheint Oracles Schweigen: Weder auf MySQL.com, noch auf anderen Oracle-Websites, im Twitter-Feed oder in den Firmen-Blogs werden MySQL-Besucher vor der möglichen Infektion gewarnt. Ein Sprecher von Oracle Deutschland wusste am Dienstag Morgen nichts von dem Hack.

Dabei sollte Oracle wissen, wie wichtig eine transparente Kommunikation ist: Bereits im April 2011 meldete das Unternehmen einen Dateneinbruch bei MySQL.com und Sun.com, bei dem Zugangsdaten und E-Mail-Adressen von Mitgliedern und Kunden erbeutet wurden.  

Erstes - und vielleicht letztes - Meego-Smartphone wird ausgeliefert

Nokia hat mit der Auslieferung des ersten Meego-Smartphones begonnen. Das im Juni angekündigte N9 mit dem Betriebssystem auf Linux-Basis verfügt über einen 3,9 Zoll großen AMOLED-Touchscreen. Mit 16 Gigabyte Speicher und ohne Vertrag soll das Gerät 570 Euro kosten. Die Version mit 64 GB werde 670 Euro teuer sein, erklärte Nokia.

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Das Highend-Meego-Handy: Nokia N9

Foto: LEHTIKUVA/ REUTERS

Bei der Bedienung sollen die Nutzer per Fingerwisch zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln können. Außerdem stehen drei Startbildschirme für Apps, Events und Live-Apps zur Verfügung. Neben einem Ein-Gigahertz-Prozessor, HD-fähiger Acht-Megapixel-Kamera mit Carl-Zeiss-Objektiv und kostenloser Navigation für mehr als 100 Länder bietet das 135 Gramm schwere und rund 1,2 Zentimeter dicke N9 einen Funk-Chip für Near Field Communication (NFC).

Zwar verspricht Nokia auch Meego-Apps anzubieten, fraglich ist aber, wie viele es davon geben wird. Denn Nokia selbst hat sich zwischenzeitlich von Meego abgewandt und will seine Smartphones künftig an Microsofts Windows-Phone-Software anpassen. Nokias Meego-Partner Intel hat sich bereits einen neuen Partner gesucht und will das Betriebssystem nun angeblich gemeinsam mit der Konkurrenzplattform LiMo weiterentwickeln.

(mak/dpa)

HP liefert Rechenzentrum-in-a-Box an Airbus

Der Flugzeugbauer Airbus rüstet mit Hilfe von HP seine Rechenleistung drastisch auf. Der US-Computerkonzern liefert dem europäischen Unternehmen zwei in Schiffscontainern untergebrachte Rechenzentren . Die sogenannten PODs (Performance Optimized Datacenters) sollen an den zentralen Airbus-Standorten Toulouse und Hamburg betrieben werden, teilte HP am Dienstag mit. Es handele sich um eine firmeninterne Cloud-Infrastruktur, erläuterte HP-Deutschlandchef Volker Smid. Die Rechenkapazität werde nach Bedarf abgerufen und bezahlt. Die beiden zwölf Meter langen Container enthalten insgesamt 2016 Server.

Airbus braucht unter anderem für komplexe Simulationen bei der Entwicklung neuer Flugzeuge sehr viel Rechenleistung. Durch das Hinzufügen der neue Server habe sich die Rechner-Kapazität des Konzerns auf einen Schlag verdoppelt. Mit einer Gesamtleistung von 244 Teraflops stehe das Computersystem von Airbus nun auf Rang 29 der Supercomputer-Rangliste.

(dpa)

Was am Dienstag im Netz sonst noch wichtig war

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