Netzwelt-Ticker Wikipedia sperrt Eintrag von McCains Co-Kandidatin

Allzu hübsch sollte der Wikipedia-Eintrag über John McCains prospektive Vizepräsidentin Sarah Palin gemacht werden - nun ist er gesperrt. Die Kundenlisten eines deutschen Erotikversands stehen offen im Netz, und YouTube-Filmchen gibt's jetzt auch mit Untertiteln. Das und mehr im Überblick.

Sarah Palin, John McCains Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten, sollte gut aussehen. Aber auch nicht zu gut - zum Beispiel, dass Sie in jungen Jahren an Schönheitswettbewerben teilgenommen hatte, wollte der nagelneue Wikipedia-Nutzer namens "Young Trigg" lieber nicht mehr in der Online-Enzyklopädie lesen müssen. Und auch nicht, wie Palin an der Universität zu ihrem Spitznamen "Sarah Barracuda" kam. Andernorts fügte er dafür ein, Palin sei "eine Politikerin von herausragender Integrität".

Insgesamt 30 Änderungen am englischsprachigen Eintrag über Sarah Palin  nahm "Young Trigg" vor - und er begann damit bereits, bevor Palins Nominierung überhaupt verkündet worden war, was manche Wikipedia-Administratoren zusätzlich misstrauisch machte.

Nachdem der amerikanische Radiosender NPR (National Public Radio) die Manipulationen an dem Palin-Artikel aufgegriffen hatte, wurden durch andere Wikipedia-Autoren die Beschönigungen wieder entfernt - und im Gegenzug Hunderte von anderen Textänderungen vorgenommen. Linke Polit-Blogger in den USA hatten ihren Spaß an der Sache. Nun haben die Administratoren die Seite vorerst gesperrt - für nicht-registrierte Nutzer ("semi-protected"). Nutzer "Young Trigg" verteidigte sich in den angeschlossenen Diskussionsseiten vehement gegen den Vorwurf, er habe den Eintrag schönen wollen, gab jedoch zu, als Wahlkämpfer für John McCain zu arbeiten. Inzwischen hat er seinen Account gelöscht.

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass sich US-Politik auch auf dem Schauplatz Wikipedia austobt - und sicher auch nicht das letzte Mal.

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Google-Satellit startet diese Woche

Teilweise immer noch unscharfes oder Jahre altes Kartenmaterial bei Google Earth? Damit soll bald Schluss sein, denn der Suchmaschinenbetreiber beteiligt sich an einem privaten Satellitenprojekt. Ein Unternehmen namens GeoEye will diese Woche "GeoEye 1" ins All schießen, die Kameras an Bord sollen aus einer Höhe von 680 Kilometern Fotos mit einer Auflösung bis hinunter zu 40 Zentimetern liefern .

Deutsche Satelliten-Fünflinge im All

Währenddessen ist auch Deutschland nicht faul und hat vom Raketenbahnhof in Baikonur in Kasachstan fünf Satelliten in die Erdumlaufbahn geschossen. Die Erdtrabanten sollen Informationen zur besseren landwirtschaftlichen Nutzung liefern und weiteres Datenmaterial für staatliche und private Interessenten zur Verfügung stellen . Schließlich wächst der weltweite Markt für Geo- und Satellitenbilddaten ständig, und an dem will auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) teilhaben.

Datenschutz ist etwas anderes

Kennen Sie die Web-Seite Lustkatalog.de? Die Betreiberfirma dahinter kennen Sie mit Sicherheit: Beate Uhse. Der Erotikversender hat sich schon früh auf das Internet eingelassen, dabei aber augenscheinlich nicht viel gelernt: Sonst ließen sich die Listen mit E-Mail-Adressen von Menschen, die zwischen dem 18. Oktober und dem 29. Dezember 2007 mit der Webseite kommunizierten, wohl kaum einfach via Google finden und abrufen.

Das ist kein Witz: 2158 Mail-Vorgänge weist die frei abrufbare Log-Datei aus, mit Datum, E-Mailadresse und Uhrzeit (die Liste liegt SPIEGEL ONLINE vor). Das, berichtet der Leipziger Journalist Daniel Große in seinem Blog - laut Netzpolitik.org , Großes Blog ist derzeit nicht erreichbar, warum auch immer. Große bekam von den Erotik-Spezialisten die Auskunft, es handele sich weder um eine Bestellliste, noch um eine Abonnentenliste des Newsletters, sondern um "etwas anderes".

Wie interessant. Es gibt also noch andere Gründe, zum Teil gleich mehrfach mit einer Erotik-Versandseite zu kommunizieren. Was für Gründe mag es aber geben, solche Protokolle mit Adressen, die zu einem guten Teil die Klarnamen der Mailversender enthalten, völlig ungeschützt im Internet stehenzulassen? Als kleinen Service für Spam-Versender? Als freiwillige Rohdaten-Zulieferung für die Vorratsdatenspeicherung?

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Zensi bekommt mehr Spam als Anton

Wer sich über ungewöhnlich große Mengen von Spam wundert, während schon der nächste Freund damit kaum Probleme hat, sollte seine E-Mail-Adresse überprüfen. Denn möglicherweise hat der persönliche Teil der Adresse (also der Teil links vom "@") mit dem Spamaufkommen zu tun. Das zumindest legt eine Studie des britischen Internet-Providers Demon nahe. Das Unternehmen analysierte von März 2007 bis Februar 2008 den Datenverkehr und stellte fest: wessen Adresse mit einem "A" beginnt, der erhält zu 50 Prozent Spam. E-Mail-Adressen mit einem "Z" erhalten hingegen bis zu 75 Prozent Schrottnachrichten .

YouTube mit Untertiteln

Wer Videoclips erstellt, um sie später beim Videoportal YouTube hochzuladen, kann seine Filmchen jetzt auch mit Untertiteln versehen. Eine feine Sache für alle Betrachter, die die jeweilige Sprache des Clips nicht verstehen, genauso wie für hörbehinderte Menschen. Die Bearbeitung soll dabei sehr einfach erfolgen, dafür steht ein eigenes Menü zur Verfügung . Dabei handelt es sich nicht nur um einfache Schrifteinblendungen, beim Erstellen können auch Links oder interaktive Kommentare eingefügt werden .


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