Netzwelt-Ticker Wohneigentümer sollen der GEZ bei der Fahndung helfen

Sucht die GEZ vergeblich, sollen Eigentümer von Häusern und Wohnungen künftig die Daten ihrer Mieter herausrücken. Außerdem im Überblick: Die britische Polizei stellt Randalierer an den Twitter-Pranger, und Behörden finden weitere 22 falsche Apple-Läden in China.

GEZ-Rechnung: Haus- und Wohnungsbesitzer sollen helfen
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GEZ-Rechnung: Haus- und Wohnungsbesitzer sollen helfen


Her mit den Daten: Wer denkt, dass mit dem Ende der klassischen GEZ-Gebühr und der Einführung der Haushaltspauschale ab 2013 die Neugier der Gebühreneinzugszentrale ein Ende hätte, der hat sich geirrt. Denn der Entwurf des neuen 15. Rundfunkstaatsvertrages enthält eine bislang nicht allgemein bekannte Passage. So sollen Haus- und Wohnungsbesitzer der GEZ beim Auffinden von nicht ermittelbaren Mietern helfen.

Datenschützer und Vermieterverbände laufen gegen diese neue Schnüffelpflicht Sturm. "Das Problem ist, dass es völlig offen ist, was die GEZ erfragt", erklärte Bettina Gayk, die Pressesprecherin des NRW-Datenschutzbeauftragten laut DerWesten. Außerdem enthalte der Vertrag eine Klausel, die der GEZ einen weitreichenden Datenabgleich erlaubt.

Sollte das Gesetz wie vorgesehen am 1. Januar 2013 in Kraft treten, können die Gebühreneintreiber ihre eigene Adresskartei selbst mit kommerziellen Datenbänken wie zum Beispiel des Rabattdienstes Payback abgleichen. Zumindest in diesem Punkt scheinen die Proteste etwas genutzt zu haben: Der Abgleich soll zunächst bis Ende 2014 ausgesetzt werden.

Damit ist die Liste der Kröten, welche die GEZ die Bürger künftig schlucken lassen will, aber noch nicht zu Ende. Denn künftig soll jeder bei Auszug aus seiner Wohnung dies gegenüber der Behörde begründen. Das aber habe geradezu den Charakter einer "Rasterfahndung", so Gayk. Bedenken, die bei den Öffentlich-Rechtlichen bislang nicht recht ernstgenommen zu werden scheinen. "Die Regelungen sind selbstverständlich mit dem Datenschutz vereinbar", wird SWR-Justitiar Hermann Eicher zitiert.

Wie Skype Google Voice schlagen will

Um gegen die mächtige Konkurrenz von Googles Online-Telefondienst Voice zu bestehen, will VoIP-Spezialist Skype seine Allianz mit Facebook und Microsoft weiter ausbauen. Skype-Vize Neil Stevens erwartet sich vor allem etwas von der Integration von Microsoft-Geräten wie Windows-Handys oder Xbox-Konsolen. Außerdem soll die Zukunft auch eine Reihe von neuen Telefon-Features für Facebook bringen.

Wie "Forbes" berichtet, warten die Verantwortlichen derzeit noch auf grünes Licht der europäischen Wettbewerbshüter für die Übernahme von Skype durch Microsoft. Erst dann könnten sie richtig loslegen. Die stärkere Einbindung der Skype-Technologie ins Windows-Betriebssystem soll ganz neue Möglichkeiten eröffnen. "Eine gut gemachte App für Windows Phone kann den Leuten zeigen, was für eine tolle Erfahrung Skype ist, wenn es keine Hardware- oder Anbieter-Beschränkungen gibt", so Stevens.

Britische Polizei verhaftet Facebook-User wegen Anstiftung zu Krawallen

Nach den Krawallen in diversen britischen Städten geht die Polizei nun hart gegen vermutliche Anstifter vor. Wie Zdnet berichtet, haben die Ermittler bis zum Mittwoch zehn Personen festgenommen, denen vorgeworfen wird, über Facebook-Einträge und Kommentare öffentlich zu Gewalt und Plünderungen aufgerufen zu haben. In Manchester, wo es ebenfalls zu heftigen Ausschreitungen und Todesopfern gekommen war, geht die Polizei noch einen Schritt weiter und stellt überführte Randalierer und Plünderer an den Online-Pranger. Dazu nutzt sie gezielt die Möglichkeiten der Social Media und veröffentlicht via Twitter Namen, Adressen und Geburtsdaten sowie die Strafen von verurteilten Tätern, die im Zusammenhang mit den Krawallen ermittelt wurden (hier ein Beispiel). In Großbritannien werden entsprechende Daten von verurteilten Kriminellen in öffentlich einsehbaren Verzeichnissen aufgeführt.

LCD-Bildschirmlicht lässt Akkus länger leben

Die Lebensdauer von Akkus ist zwar heute schon wesentlich länger als noch vor ein paar Jahren, aber die Batterietechnik lässt sich immer noch ein wenig ausreizen. Zum Beispiel durch den Einsatz von Photovoltaik im Gerät. Denn das braucht zur Beleuchtung des LDC-Schirms Licht. Von dem wird jedoch ein gewisser Teil nach hinten abgestrahlt, wo er ungenutzt im Innern der Elektronik verpufft. Dort installierten Forscher nun fotoelektrische Filter, die nicht nur das "Rücklicht" der Geräteschirme auffangen und in Strom umwandeln. Auch Umgebungshelligkeit, sei es die Sonne am Tage oder Lampenlicht am Abend, soll auf dieselbe Art genutzt werden können, berichtet Ars Technica. Da 80 bis 90 Prozent des Energiebrauchs auf die Beleuchtung entfallen, würden sich mit der Technik weitere, spürbare Einsparungen erzielen lassen.

Samsung und Apple sehen sich vor Gericht

Das Landgericht Düsseldorf wird am 25. August den Rechtsstreit um den neuen Tablet-PC von Samsung verhandeln. Bei dem Termin befasst sich die Zivilkammer des Landgerichts mit dem Widerspruch von Samsung gegen die einstweilige Verfügung, die das Gericht auf Antrag des US-Konzerns Apple Anfang August erlassen hatte.

Apple wirft dem koreanischen Konkurrenten vor, bei der Gestaltung des Samsung Galaxy Tab 10.1 unter anderem in Fragen des Designs und der Benutzung beim iPad 2 abgeschaut zu haben. Apple sieht darin eine Verletzung der Markenrechte und geht deshalb gerichtlich gegen Samsung vor. Aufgrund der einstweiligen Verfügung ist der Verkauf der Samsung-Produkte in der EU - bis auf die Ausnahme Niederlande - derzeit untersagt. (dapd)

Noch mehr falsche Apple-Läden in China

Vor einem Monat machte die Geschichte von den täuschend echt wirkenden, aber falschen Apple Stores in China die Runde. Schnell begann die Netzgemeinde, weitere Laden-Fakes zu suchen, und wurde gleich in mehreren Ländern fündig. Derweil haben auch die chinesischen Behörden noch einmal nachgefasst und 300 Apple-Geschäfte in der Region Kunming untersucht, wo schon die ersten Ladenfälschungen aufgefallen waren. Und tatsächlich stießen die Beamten auf weitere 22 Läden, die ohne offizielle Autorisierung als Apple Stores auftraten. Aus der Reuters-Meldung geht allerdings nicht hervor, ob in den unerlaubten Läden nur billige Imitate verhökert wurden oder auch echte Schmuggelware über den Tresen ging.

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10  Bilder
iKopie: Angeblich falscher Apple-Store in China
Auch das noch:



insgesamt 91 Beiträge
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Seite 1
Jabba56 12.08.2011
1. Datenkrake
Nicht allein, daß das Gesetz allein schon eine Zumutung ist (JEDER Haushalt zahlt, unabhängig vom Besitz eines Empfangsgeräts), dieser (umgedrehte) Verfolgungswahn der GEZ ist ein Unding. Sozusagen Ant-Paranoika. Hat sich das überhaupt schon mal irgendein Datenschützer angesehen?
inci 12.08.2011
2. oooo
Zitat von sysopSucht die GEZ vergeblich, sollen Besitzer von Häusern und Wohnungen künftig die Daten ihrer Mieter herausrücken. Außerdem im Überblick: Die britische Polizei stellt Randalierer an den Twitter-Pranger, und Behörden finden weitere 22*falsche Apple-Läden in China. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,779849,00.html
Zitat aus dem Artikel: Denn künftig soll jeder bei Auszug aus seiner Wohnung dies gegenüber der Behörde begründen. Das aber habe geradezu den Charakter einer "Rasterfahnung", so Gayk. was geht die GEZ denn die gründe für einen wohnungswechsel an? NICHTS! das problem mit der haushaltsabgabe kann übrigens recht einfach gelöst werden. die haushaltsabgabe wird vom vermieter/eigentümer bezahlt, und der holt sich das über die nebenkosten, die ja auch monatlich zu zahlen sind, wieder zurück. geht ja bei kabelanschlüssen auch. eigentlich eine logische sache, wenn es um eine abgabe pro haushalt geht. aber so, wie es in dem artikel steht, scheint es eher nicht um einfache lösungen zu gehen, sondern darum daten zu sammeln.
archie, 12.08.2011
3. Antwort
"Denn künftig soll jeder bei Auszug aus seiner Wohnung dies gegenüber der Behörde begründen." Kann mir jemand den Sinn erklären? Gemeint kann doch wohl nur sein: Auflösung des Haushaltes z.B. Zuzug zu einem Partner mit der Folge des Wegfalls der Gehührenpflicht.
atipic, 12.08.2011
4. Justitiar Hermann Eicher...
...macht bei SWR eigene Gesetze und die vorhandene Gesetze lässt er interpretieren wie er will, soe dass z.B. SWR1 und SWR3 Werbung während der Sendung machen kann, obwohl sowas gesetzwidrig ist. Schlimm mit dieser Art von Juristen, die denken die seien Gott.
...ergo sum, 12.08.2011
5. ....
Irgendetwas verstehe ich wirklich nicht. Weshalb sollte Jeder der eine eigene Wohnung oder ein Haus hat nun auch deswegen unbedingt Radio, Fernsehen ect. besitzen ? Welche "Logik" steckt dahinter, bitte ? Ach ja, und Jeder der irgendwo einen Account hat der besitzt deshalb auch privat ein LT oder Rechner ? Die Basis all dieser Ergüsse möchte ich doch näher erläutert haben. Bei derartig viel Zurechbiegerei und Verschiebung des Umkehrschlusses einseitig zulasten des Bürgers denke ich nicht das ich mich in einer Demokratie befinde und auch nicht das dies ein Einzelfall bleiben wird, sondern eher ein Testballon ist. Mir geht es dabei nicht zuvorderst um das Geld, mir geht es dabei darum das die Willkür Einzug hält, GG und Verfassung dabei ein weiteres Mal als Makulatur angesehen werden und wieder einmal es die von den Bürgern bezahlten Politiker sind die dieses forcieren. Zudem, ich erkenne keinerlei dringende Notwendigkeit für ein solches Vorgehen, denn einerseits bekommen die ÖR immerhin jedes Jahr über 8 MILLIARDEN € und zudem legen diese NICHT dezidiert alle Ausgaben offen. Hier geht es also nicht um Not der ÖR, aber es geht um Rechtstaatlichkeit, es geht um den Volkswillen. Alles das und Vieles mehr wird sich in Summe irgendwann rächen. Hier noch ein Tropfen, dort noch ein Guß, - der Krug ist bereits stark angekratzt und wann der zu Bruch geht ist nur noch eine Frage des Funken. Dreist, noch dreister, deutsche Politiker ...
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