Netzwelt-Ticker Zank ums iPhone

Cisco und Apple streiten schon in zweiter Verlängerung ums iPhone - oder kuscheln sie bereits? Außerdem im Überblick: Musikmanager sind plötzlich gegen Kopierschutz, Microsoft startet YouTube-Konkurrenten und RFID-Chips werden auf Nano-Größe geschrumpft.

Cisco und Apple gehen in Verlängerung

Seit einiger Zeit gibt es Knatsch zwischen Apple und Cisco. Das Problem: Cisco vertreibt mehrere Internet-Telefone unter dem Namen "iPhone". Den möchte aber auch Apple gerne nutzen, wenn ab Sommer das Apple-Smartphone verkauft wird. Cisco pocht auf ältere Rechte und klagte. Immerhin hält das Unternehmen seit dem Jahr 2000 die Namensrechte am iPhone.

Seit einigen Wochen sitzen die Kontrahenten nun zu Gesprächen zusammen, um sich möglicherweise doch noch zu einigen. Die von Cisco für eine solche Einigung gesetzte Frist lief gestern aus. Doch anstatt nun direkt wieder vor die Schranken des Gerichts zu ziehen, hat Cisco in letzter Minute überraschend bis Mittwoch "verlängert", wie Mercury News meldet . Bis zu diesem Tag muss sich Apple zur Unterlassungsklage von Cisco äußern. Vielleicht kommt es doch noch zu einem Honeymoon.

Umfrage: Sind Weblogs die Zukunft des Journalimus?

Über die Hälfte der Amerikaner ist der Meinung, Weblogs wären für die Zukunft des Journalismus wichtig. Beinahe drei Viertel glauben, dass der Bürgerjournalismus zukünftig sogar eine zentrale Rolle im News-Geschäft spielen wird. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes Zogby International , die Anfang des Jahres unter mehr als 5.000 Amerikanern durchgeführt wurde.

Den Einfluss des Internets sehen die meisten Befragten sehr positiv. Immerhin 53 Prozent meinen, freie, internetbasierte Medien seien eine große Chance für den professionellen Journalismus. Die Unzufriedenheit mit dem Angebot der klassischen Medien ist weit verbreitet, wobei die jeweilige politische Heimat eine wichtige Rolle spielt.

Ganze 88 Prozent der sich selbst als "konservativ" Einschätzenden Probanden äußerten ihr Missfallen, während nur 51 Prozent der "Liberalen" unglücklich mit der aktuellen Mediensituation sind.

Auch wenn die Zahlen das Ergebnis einer Online-Umfrage sind und damit nicht von repräsentativen Resultaten gesprochen werden kann, sollten sie Nachrichtenmachern zu denken geben. Auf die Frage nach den Hauptquellen für Nachrichten und Informationen nannten 40 Prozent der Befragten das Internet an erster Stelle. Nur 23 Prozent entschieden sich fürs Fernsehen und lediglich zwölf Prozent beziehen ihre Informationen aus der Tageszeitung oder dem Radio.

RFID-Puder entwickelt

Die Nano-Technologie macht auch vor RFID-Chips nicht halt. Lag die bisherige Untergrenze bei einer Kantenlänge von knapp einem halben Millimeter, hat Hitachi nun ein Speicherplättchen entwickelt, das nur noch 0,05 x 0,05 Millimeter misst . Der 128-Bit große Speicher kann eine 38stellige ID-Nummer aufnehmen. Die Chips sind klein genug, dass sie nun auch problemlos in Papierblätter passen.

Mehr als 2 Millionen falsche Krankenkassenkarten im Umlauf

Wie die ZDF-Sendung "Mona Lisa" am kommenden Sonntag berichten wird, gibt es einen florierenden Markt für gefälschte oder gestohlene Krankenkassenkarten. Die werden für kleines Geld zum Beispiel an Bahnhöfen an den Mann gebracht. Das Problem: Bei einem Kassenwechsel, oder wenn der Versicherungsnehmer stirbt, wird die nun obsolet gewordene Karte nicht eingezogen und kann ohne weiteres den Besitzer wechseln.

Sicherheitsvorkehrungen in Form eines Fotos des Karten-Inhabers oder die Möglichkeit zur Online-Sperrung verfallener Karten gab es bisher nicht. Stattdessen wird auf die fälschungssichere Gesundheitskarte gewartet, deren Einführung aber noch in den Sternen steht. "Jährlich geht den Kassen dadurch mindestens eine Milliarde Euro verloren, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs", wird Axel Munte von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern zitiert .

Studie: Mehrheit der Musikchefs lehnen DRM ab

Die Diskussion um das DRM-Kopierschutzverfahren wogt hin und her, da kommen neue Zahlen zur Haltung der Betroffenen heraus. Wie intern.de berichtet , veröffentlichte die Marktforschungsgruppe Jupiter Research eine Umfrage unter europäischen Musikmanagern. Wer gedacht hat, auf lauter DRM-Fans zu stoßen, sieht sich getäuscht: 62 Prozent der Befragten waren der Ansicht, die Abschaffung des ohnehin als zu restriktiv empfundenen Kopierschutzverfahrens könnte zu einer deutlichen Steigerung von Downloads in Online-Shops führen.

Folgerichtig sprach sich eine satte Mehrheit von 70 Prozent für ein Datenformat aus, das auf möglichst vielen verschiedenen Geräten abgespielt werden könne. Die Fähigkeit der Branche, sich ohne Druck von außen auf einen einheitlichen freien Standard zu einigen, beurteilten die Insider allerdings eher skeptisch: Immerhin 40 Prozent waren der Meinung, nur die Intervention staatlicher Behörden oder der Einfluss des Marktes könne eine solche Entwicklung in die Wege leiten.

Microsoft startet YouTube-Konkurrenten

Im vergangenen Jahr angekündigt und bisher nur auf Einladung zugänglich, hat Microsoft nun die öffentliche Beta-Version seiner Videoplattform "Soapbox" gestartet . Damit will sich das Unternehmen aus Redmond dem Wettbewerb von Google und Yahoo stellen, die mit immer neuen Anwendungen auf den Markt drängen. Ähnlich dem großen Konkurrenten YouTube, können auch bei Soapbox Videoclips hochgeladen, betrachtet und bewertet werden. Im Unterschied zu YouTube kann man bei Soapbox allerdings einen Film ansehen und gleichzeitig im selben Fenster nach anderen Clips und Stichwörtern suchen. War für das Videoportal bislang eine Einladung nötig, um sich anmelden zu können, steht der Service im Rahmen der der Betaversion nun jedermann offen.

Raucher öffnen Hackern die Hintertür

Böse Hacker kommen durch die Hintertür. Das lernt heutzutage schon jedes Kind und so rüstet sich der schlaue Computernutzer mit Firewall, Virenschutz und vielen Passwörtern, damit seine Daten nicht bösen Menschen in die Hände fallen. Möglicherweise goldene Zeiten für Datendiebe der ganz alten Schule. Denn wenn ein Büromensch das Bedürfnis nach einer Zigarette hat, muss er heute in der Regel vor die Tür, um seinem Laster ohne Widerspruch frönen zu können. Und eben diese Tür, macht er dann möglicherweise nicht mehr zu. Das jedenfalls ist das Ergebnis der Überprüfung eines britischen Sicherheitsberaters . Eine Testperson konnte ohne weiteres durch eine Hintertür, die für Raucher offen gelassen wurde, in ein Bürogebäude eindringen. Drinnen angekommen, behauptete der Mann, er sei von der IT-Abteilung. Ohne sich weiter ausweisen zu müssen, konnte er seinen mitgebrachten Laptop ans Firmennetzwerk anschließen. Auch in Zeiten virtuellen Datendiebstahls sollte also das Motto "Tür zu" weiterhin wörtlich genommen werden.

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.