Neuer Investor Russischer Konzern steigt bei Facebook ein

Ein russischer Investor kauft sich bei Facebook ein: Der Internetkonzern Digital Sky hat für 200 Millionen Dollar Vorzugsaktien erworben und hält damit zwei Prozent am Internet-Netzwerk. Für Stammaktien will der Konzern mindestens weitere 100 Millionen Dollar locker machen.

San Francisco - Russische Internet-Investoren sind beim populären Online-Netzwerk Facebook eingestiegen. Das Moskauer Unternehmen Digital Sky Technologies (DST) habe 200 Millionen Dollar investiert und dafür Vorzugsaktien bekommen, teilte Facebook am Dienstag mit.

Die Beteiligung von knapp zwei Prozent bewertet Facebook mit insgesamt zehn Milliarden Dollar. Außerdem wolle DST bestehenden Aktionären wie etwa Mitarbeitern Stammaktien für mindestens 100 Millionen Dollar abkaufen.

Im Oktober 2007 hatte Microsoft noch 240 Millionen Dollar für nur 1,6 Prozent der Vorzugsaktien bezahlt. "Wir waren damals am absoluten Gipfel des Marktes", sagte Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg zur gesunkenen Bewertung. Der Microsoft-Deal sei eher eine "strategische Partnerschaft" gewesen, bei der beide Unternehmen in der Werbung und Suche kooperierten. Dagegen sei der Einstieg von Digital Sky ein "rein finanzielles Investment".

Das 2004 gegründete Unternehmen sicherte sich in den vergangenen Jahren gut eine halbe Milliarde Dollar an Finanzierung. Facebook rechnet laut Medien für dieses Jahr mit 400 bis 550 Millionen Dollar Umsatz. Über die Gewinnlage ist nichts bekannt.

DST, das von dem eher wenig bekannten russischen Unternehmer Juri Milner kontrolliert wird, gehört unter anderem das E-Mail-Portal mail.ru. DST mit Sitz in Moskau und London bezeichnet sich selbst als den größten Internet-Investor im russischen Sprachraum und Osteuropa.

Facebook: Das Weltnetz

Facebook brauche kein zusätzliches Kapital, aber begrüße den Einstieg von DST als einen "Cash-Puffer", der helfen werde, weiter zu wachsen, sagte Facebook-Chef Zuckerberg. Man habe mit weiteren Investoren verhandelt, DST habe sich aber schließlich durchgesetzt, da die Gründer Yuri Milner und Gregory Finger große Erfahrungen mit Internetunternehmen in Osteuropa und Russland hätten.

bim/Reuters/dpa

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