Neues Angebot Google steigt ins Musikgeschäft ein

Schon in der kommenden Woche soll Googles neuestes Projekt starten: Der Suchmaschinist will mit führenden Plattenfirmen einen Dienst bereitstellen, mit dem sich nicht nur gezielt nach Songs fahnden lässt - sie können auch direkt heruntergeladen werden. Eine Kampfansage an Apple.

Web-Nutzer: Google erweitert sein Angebot künftig auf Musik-Downloads
ddp

Web-Nutzer: Google erweitert sein Angebot künftig auf Musik-Downloads


New York - Google baut offenbar in Zusammenarbeit mit den großen Musikverlagen ein neues Angebot im Internet auf. Die Nachrichtenagenturen Reuters und AP berichten übereinstimmend, sie hätten von Insidern erfahren, es solle künftig einfacher werden, bei Google Lieder zu finden, sich eine Kostprobe anzuhören und den Song dann zu kaufen.

Demnach wird die Musikseite eine Art Rund-Um-Musik-Paket anbinden. Sie soll folgendes miteinander verbinden: Bilder von Interpreten und Bands, die Cover von Alben, Links zu Songtexten und Musik-News, Song-Schnipsel als Kostprobe - und eben die Möglichkeit, Musik per Klick zu kaufen.

An dem Dienst seien Online-Musikanbieter wie iLike und LaLa beteiligt. Die Songs werden in den Playern dieser Anbieter auf der Google-Musik-Seite zu hören sein. Auch alle großen Musikkonzerne - darunter Vivendis Universal Music Group, Sony Music Entertainment, Warner Music und EMI Music - seien involviert. Als Starttermin werde der kommende Mittwoch anvisiert, hieß es weiter.

Große Plattenfirmen seien im vergangenen Jahr mit einem entsprechenden Vorschlag an das Internetunternehmen Google herangetreten, hieß es weiter. Das Vorhaben zeigt, wie die Musikkonzerne versuchen, alternative Vertriebskanäle aufzubauen - bisher ist Apple mit dem iTunes-Store Marktführer beim Online-Verkauf von Musik.

Musikpläne bei Facebook

Den Berichten nach wird Google Chart zeigen nicht direkt an den Verkäufen beteiligt, das Geld geht an die Musikkonzerne und deren Partner iLike und LaLa. Google profitiere von den Werbeeinnahmen. Denn auch auf der Musikseite sollen neben den Suchergebnissen Anzeigen gezeigt werden.

Der "New York Times" zufolge will zudem auch das Online-Netzwerk Facebook den Verkauf von Musik in seine Seiten integrieren. Eine offizielle Stellungnahme dazu gab es weder von Google noch von Facebook.

otr/Reuters/AP/dpa

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Burgerb, 21.10.2009
1. Jobs vs. Schmidt
WOW - direkte Attacke gegen Apple's iTunes Shop. Kein Wunder Schmidt ist nicht mehr im Apple Board!
tetaro 21.10.2009
2. Umwälzungen werfen ihre Schatten voraus
Totaler Onlinevertrieb und Entdinglichung des Eigentums ist das große Ziel, wovon wir gerade die Anfänge erleben. Für den Kunden wird das bequemer, für die Anbieter wird alles kontrollierbar durch Lizenzverkauf und - Entzug. Die Zeit, wo Sie noch Dinge zu Hause horten und garantiert vererben konnten, wird irgendwann Geschichte sein. Erst bei Unterhaltungsmedien, dann bei Büchern, später vielleicht bei allen Dingen. Man kann nur abwarten, ob sich das bewähren wird oder ob sich der zukünftige Eigentumsbegriff weitgehend mit dem Besitz von virtuellen Lebensmittelmarken vergleichen lässt.
acitapple 21.10.2009
3. erben...
Zitat von tetaroTotaler Onlinevertrieb und Entdinglichung des Eigentums ist das große Ziel, wovon wir gerade die Anfänge erleben. Für den Kunden wird das bequemer, für die Anbieter wird alles kontrollierbar durch Lizenzverkauf und - Entzug. Die Zeit, wo Sie noch Dinge zu Hause horten und garantiert vererben konnten, wird irgendwann Geschichte sein. Erst bei Unterhaltungsmedien, dann bei Büchern, später vielleicht bei allen Dingen. Man kann nur abwarten, ob sich das bewähren wird oder ob sich der zukünftige Eigentumsbegriff weitgehend mit dem Besitz von virtuellen Lebensmittelmarken vergleichen lässt.
naja, dann hoffen wir mal für die erben, dass man häuser nicht irgendwann downloaden kann...
Klau3, 21.10.2009
4. Musikindustrie
Die Musikindustrie bewegt sich, die Riesen erkennen die Wichtigkeit des Internets und versuchen sich zu positionieren. Die Frage ist aber eine andere: "Macht das Internet die Großen Musikkonzerne überflüssig?". Ich würde sagen ja. Direktvermarktung ist das Schlagwort. Weg von Musik die nur für die Masse gemacht wird, hin zur Musik die einzelne Geschmäcker befriedigt. Wenn ein Riese fällt ist es laut und Staub wird aufgewirbelt, ändern wird es trotzdem nichts, die Größen werden nicht ewig bestehen können. Das Internet sprengt Grenzen, wir haben nur noch nicht begriffen wie viele. Es gibt bereits gute alternative Musik im Internet, für die man nicht verteufelt wird, wenn man sie herunterlädt, da sie kostenlos und total legal ist. Ich höre schon seit langen kein Radio mehr, da mir die Musik die dort gespielt wird einfach zu langweilig ist. Der Mensch macht schon seit immer Musik. Wo der Mensch ist, ist Musik. Warum bekomme ich davon in Deutschland so gut wie nichts mit? In anderen Ländern wird es doch auch gute Musiker geben. Eventuell liegt es an der Marktmarktabschottung, eventuell... Hier ein paar legale Alben die sich jeder gerne anhören und runterladen kann: http://www.jamendo.com/de/album/36026 http://www.jamendo.com/en/album/30315 http://www.jamendo.com/de/album/50033 http://www.jamendo.com/de/album/3661 Wie man merkt, ist Musik die kostenlos und unter einer nutzerfreundlichen Lizenz steht nicht unbedingt schlecht. Grüße Klau3
Murat Bezel 22.10.2009
5. "alle großen Musikkonzerne"
"alle großen Musikkonzerne - darunter Vivendis Universal Music Group, Sony Music Entertainment, Warner Music und EMI Music - seien involviert" Das wäre dann wohl das, was man mit "Mainstream" bezeichnet. Wenn ich mir aber mal das Angebot der unzähligen Internetradios ansehe, dann gibt es nicht nur in meiner Welt etwas ausserhalb des Mainstreams, und das in Dimensionen, gegen die der Zusammenschluss der "grossen Musikkonzerne" immer noch viel zu klein dasteht. Damit ist der Umstand, dass bisher jedes kommerzielle Angebot auf bestimmte Songs begrenzt war. Ich bin mir ziemlich sicher, dass kein einziger der Songs, die ich in den letzten, sagen wir mal drei Jahren legal per Winamp Radio, gesendet aus aller Welt, gehört habe, etwas mit den genannten Musikkonzeren zu tun hatte. Was nützt mir das Angebot von 6 oder 60 Millionen Songs, wenn nichts von dem dabei ist, was ich suche? Und ich gehe mal davon aus, dass ich nicht der einzige bin, dem das so geht. So lange es niemandem gelingt, wirklich jeden Song zum legealen Download parat zu haben, ist der Globalisierung, die auch in diesem Bereich passiert ist, nicht genüge getan. Doch die Grösse, um das zu realisieren, hat wohl bisher niemand in dieser Welt. Ein Beispiel, dass abseits der "grossen" und damit auch abseits der Wahrnehmung von Mainstream-Medien schon lange eine Welt existiert, wäre dance-tunes.com, wo pro Tag locker mehrere hundert neue Songs veröffentlicht werden. Ich habe das Problem für mich selber gelöst, nämlich mit einem kleinen Script namens Keep Song. Das erlaubt mir, einen Song, den ich gerade per Winamp Radio höre, einfach zu behalten, wenn ich möchte. Und private Mitschnitte von Radiosendungen in Deutschland waren schon immer legal. Ein Mausklick oder ein Klick auf der Fernbedienung und ich habe den Song auf meiner Festplatte. Wen's interessiert (kostet auch nichts): http://sourceforge.net/projects/streamripper/forums/forum/19083/topic/3143658 So, jetzt würde ich gerne sagen: "Kümmert mich nicht, was die da treiben", aber das geht dann wohl doch nicht.
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