Online-Publishing Was die "New York Times" im Netz verdient

Die "New York Times" gilt Journalisten und Verlegern nach wie vor als Vorbild, auch was die Strategie im Internet angeht. Nun berichtet die Zeitung von aktuellen Zahlen - und die sehen durchaus erfreulich aus. Rund 640.000 Menschen bezahlen für digitale Angebote.
"New York Times": Wachsende Umsätze mit Online-Werbung

"New York Times": Wachsende Umsätze mit Online-Werbung

Foto: Justin Lane/ dpa

New York - Mehr Geld mit Nutzern, weniger Geld mit Anzeigen: Insgesamt setzte die New York Times Company, zu der neben der "New York Times" ("NYT") beispielsweise BostonGlobe.com und Boston.com gehören, im vierten Quartal 2012 575,8 Millionen Dollar um. Das sind 5,2 Prozent mehr als im Vergleichsquartal 2011. Der Umsatz mit digitaler Werbung wuchs um 5,1 Prozent auf 69 Millionen Dollar im vierten Quartal.

Im gesamten Jahr 2012 setzte die "NYT" demnach  mit digital ausgelieferter Werbung 214,8 Millionen um - ein minimaler Anstieg von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Digitale Werbeerlöse machen schon fast ein Viertel (24 Prozent) der Gesamtwerbeerlöse der New York Times Company aus. Die Printwerbung dagegen bringt weniger ein als früher, hier schrumpften die Umsätze um 5,6 Prozent.

Doch die "NYT" verdient im Netz mittlerweile offenbar auch mit Abonnementgebühren gutes Geld. 640.000 Abonnenten zahlen demnach für den Zugang zu den Digitalausgaben der "NYT" und der "International Herald Tribune". Schließe man alle übrigen Bezahlangebote mit ein, komme man auf eine Gesamtsumme von 668.000 Digitalabonnenten. Das sei ein Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal, erklärte Mark Thompson, der Geschäftsführer der Gruppe.

Vor rund einem Jahr hatte die "NYT" eine Bezahlschranke eingeführt. Nach 20 Zugriffen im Monat werden Nutzer aufgefordert, ein Abo abzuschließen. Die Nachrichten der Startseite und über Blogs verlinkte Artikel bleiben trotzdem weiterhin kostenfrei zugänglich. "Metered Paywall" nennt sich dieses abgestufte Modell.

Für Verlage, die mit dem Medienwandel zu kämpfen haben, sind das insgesamt gute Nachrichten aus New York: Zumindest die renommierte "NYT" schafft es beinahe, die Rückgänge im Geschäft mit bedruckten Papier durch Werbung und Abonnementgebühren im Digitalbereich auszugleichen - auch wenn der Gewinn der Gruppe derzeit nach wie vor leicht rückläufig ist.

cis
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