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04. März 2019, 15:43 Uhr

Menschen aus dem Computer

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Jecke,

Von

ein herzliches Alaaf (oder ausnahmsweise auch Helau) wünsche ich Ihnen als Rheinländerin aus meinem norddeutschen Exil. Während heute an vielen Orten die Gesichter ganz traditionell mit Masken oder Schminke verändert werden, ist die Digitaltechnik wesentlich weiter: Mittlerweile generiert Software sogar Gesichter von Menschen, die es gar nicht gibt - zu sehen etwa auf der Seite Thispersondoesnotexist.com (übersetzt: Diese Person existiert nicht.)

Wer von den Ergebnissen beeindruckt ist, kann in diesem Quiz hier testen, ob er ein echtes Gesicht von einem künstlich errechneten unterscheiden kann. Die Forscher Jevin West und Carl Bergstrom von der University of Washington haben die Seite aufgesetzt. Ihr Ziel ist es nach eigenen Angaben, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie leicht Identitäten gefälscht werden können - und das Auge zu schulen, solche Fälschungen rasch zu erkennen.

Ich war beruhigt, dass es in den meisten Fällen gar nicht so schwer war. Doch ein paar Mal musste ich schon sehr genau hinsehen. Woran man computergenerierte Porträtfotos ganz gut erkennen kann, steht übrigens auch hier.

Es lohnt sich zum Beispiel, auf die Zähne zu achten (die oft merkwürdig aussehen) oder auf den Hintergrund (mit dem oft etwas nicht stimmt). Wir dürfen uns allerdings sicher sein, dass auch diese technischen Kinderkrankheiten bald verschwinden - und es in Zukunft Bilder von computergemachten Gesichtern geben wird, die sich mit dem menschlichen Auge fast nicht mehr von echten Gesichtern unterscheiden lassen.
(Die echte Person ist in unserem Beispielbild übrigens links zu sehen.)


Seltsame Digitalwelt: Instagram Alaaf!

Am Wochenende waren wir mit Familie und Freunden auf einem Karnevalsumzug - trotz Nieselregen bunt kostümiert und in guter Stimmung. Ein Familienmitglied war danach trotzdem enttäuscht. Das Wetter sei zwar kein Problem gewesen, sagte es, aber "der Mann vor mir hat mit seinem wilden Winken und Tanzen fast jedes meiner Fotos kaputt gemacht".

Soso. Gefeiert wird heute also in erster Linie fürs Foto - wer ohne Kamerabewusstsein ins Bild tanzt, stört. Diese Haltung ist nicht nur spaßbefreit, sondern hat einen weiteren gravierenden Nachteil: Wer die ganze Zeit ein Handy in der Hand hält, kann keine Kamelle fangen.


App der Woche: "Pocket Mini Golf"
getestet von Tobias Kirchner

"Pocket Mini Golf "ist ein kleines, unkompliziertes Spiel. Mit dem Finger wird die Richtung und Kraft kontrolliert, die auf den Ball trifft. So gilt es, abwechslungsreiche und immer komplexer werdende Bahnen zu überwinden - natürlich mit möglichst wenigen Schlägen.

Dabei ist das Spiel nicht drauf aus, ein realistisches Ballverhalten zu simulieren. Es geht mehr um den schnellen Erfolg und so macht "Pocket Mini Golf" bereits nach wenigen Sekunden Spaß. In der kostenfreien Variante wird dieser allerdings von Werbeeinblendungen gestört, für ein wenig Geld lassen sich diese aber abstellen.

Kostenlose Version, werbefreie Variante für 1,19 Euro von Vivid Games: iOS, Android


Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

Ich wünsche Ihnen noch einen heiteren Rosenmontag,

Judith Horchert

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