Onlinemissbrauch Niederländer soll mehr als 100 Mädchen mit Nacktfotos erpresst haben

Einem 24-Jährigen aus den Niederlanden wird vorgeworfen, über das Internet zahlreiche Mädchen in eine Falle gelockt zu haben. Sein jüngstes Opfer soll erst 13 Jahre alt gewesen sein.
Mann am Computer: Der mutmaßliche Täter ist 24 Jahre alt

Mann am Computer: Der mutmaßliche Täter ist 24 Jahre alt

Foto: Oscar Wong / Getty Images

Weil er mehr als 100 minderjährige Mädchen über das Internet missbraucht haben soll, ist ein 24 Jahre alter Mann in den Niederlanden festgenommen worden. Er habe die Opfer zunächst dazu gebracht, Nacktfotos von sich zu schicken, und sie dann damit erpresst, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend in Breda mit . Nach Angaben der Justizbehörde geht es um den bisher umfangreichsten Fall von Onlinemissbrauch im Land.

Auf dem Computer des Verdächtigen fanden die Ermittler den Angaben zufolge 150 Ordner mit verschiedenen Mädchennamen. »Er machte die Leben seiner Opfer zur Hölle«, sagte ein Sprecher. Noch seien nicht alle Mädchen identifiziert worden. Nach bisherigen Erkenntnissen war das jüngste Opfer 13 Jahre alt.

Der Verdächtige sei immer auf dieselbe Weise vorgegangen, teilte die Staatsanwaltschaft mit: Über soziale Medien wie Snapchat und Instagram habe er unter Namen wie Bryan.snapx oder Bryansnelgeld Kontakt zu den Mädchen aufgenommen. Zunächst habe er ihnen Geld für das Zusenden von Nacktfotos angeboten. Dann habe er damit gedroht, die Bilder zu veröffentlichen, wenn sie nicht weitere Aufnahmen schickten. In einigen Fällen soll er die Bilder tatsächlich weiterverbreitet haben.

Maschen wie diese werden »Sextortion« genannt. Dabei handelt es sich um einen Mix der Wörter »Sex« und »extortion«, also Erpressung.

Der Fall wurde erst jetzt öffentlich

Von den Opfern habe der Verdächtige »mitunter sehr weitreichende sexuelle Handlungen vor der Kamera« verlangt, betont die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen hätten beispielsweise zu dem Verdacht geführt, dass ein Opfer gezwungen worden sei, Sex mit einer dritten Person zu haben, dies zu filmen und das Material dann dem Beschuldigten zu schicken.

Der mutmaßliche Täter, der in Etten-Leur im Süden der Niederlande lebte, wurde den Angaben zufolge bereits im Oktober festgenommen. Der Fall wurde aber jetzt erst bekannt gemacht. Auf dem Computer des Mannes sei eine Fülle von Missbrauchsdarstellungen gefunden worden, heißt es. Vorgeworfen würden ihm unter anderem die Herstellung und der Besitz von Missbrauchsdarstellungen von Kindern.

Der Mann flog auf, als ein Mädchen den Fall zur Anzeige brachte, so die Staatsanwaltschaft. Bisher hätten acht Mädchen Strafanzeige erstattet. Die Ermittler rechnen damit, dass diese Zahl noch steigt.

mbö/dpa
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