Nippelfotos bei Facebook "Das ist so ungerecht"

Für Facebook und Instagram gibt es legale und illegale Brüste. Die von Männern sind genehm, weibliche anstößig. Viele Nutzer stört diese Ungleichbehandlung. Mit einem Trick karikieren Frauen die Doppelmoral.
Echte Frau, falsche Nippel: Nur mit männlichen Brustwarzen für Facebook legal

Echte Frau, falsche Nippel: Nur mit männlichen Brustwarzen für Facebook legal

Foto: Instagram/ Manda Allander

Das Bild einer weiblichen Brust gehört zensiert, findet Facebook. "Wir beschränken Bilder mit weiblichen Brüsten, wenn darauf Brustwarzen zu sehen sind", heißt es in den Richtlinien. Eine Männerbrust dagegen ist nicht anstößig, Nippel hin oder her. Dasselbe gilt für die Fotoplattform Instagram, die seit 2012 Facebook gehört. Das Unternehmen begründet diese Unterscheidung damit, dass sich einige Nutzer am Anblick einer Frauenbrust stören könnten.

Die Professorin Micol Hebron aus Los Angeles hat diese Doppelmoral bereits vor einiger Zeit in einem Kunstprojekt reflektiert. Auf Facebook postete sie im Juni 2014  das Foto einer männlichen und damit "akzeptablen" Brustwarze. Möglichst viele Menschen sollten dieses Bild verwenden, um aus einem verbotenen ein erlaubtes Oben-Ohne-Bild zu machen, schrieb Hebron damals.

Inzwischen nutzen immer mehr Frauen Hebrons Vorlage, die längst zum Meme wurde, zum Posten ihrer Bilder. Aline Nilsson etwa versuchte mehrfach ein Bild von sich bei Instagram zu zeigen. Vergeblich. Erst nachdem sie es mit männlichen Brustwarzen versehen hatte, gab es nichts mehr auszusetzen. "Das ist so dermaßen ungerecht", schreibt Nilsson dazu auf ihrem Profil:

Mit dieser Meinung ist Aline Nilsson nicht allein, wie dieses Instagram-Foto von Manda Allander zeigt:

Die dänische Musikerin Nannagry kann sich ebenfalls nicht vorstellen, dass es legale und illegale Nippel geben soll. Sicherheitshalber schreibt sie aber zu ihrem Foto dazu, dass es sich bei den abgebildeten um die eines Mannes handelt:

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