Nordkorea Verbindungen zu Websites erneut gestört

Die Internetausfälle in Nordkorea halten an. Betroffen sind vor allem Propagandawebseiten. Nordkoreaner bekommen diese jedoch mangels Zugängen ohnehin kaum zu sehen.

Soldat aus Nordkorea (Archivbild): Propagandaseiten nicht erreichbar
DPA

Soldat aus Nordkorea (Archivbild): Propagandaseiten nicht erreichbar


Seoul - Nach den flächendeckenden Ausfällen in den vergangenen Tagen gab es auch am Mittwoch erhebliche Verbindungsstörungen zu nordkoreanischen Websites. Betroffen waren diesmal Propaganda-Websites, auf die man über einen Server in chinesischen Städten gelange, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Die Ausfälle verstärkten Spekulationen, nordkoreanische Websites könnten Ziel von Cyberattacken sein, die in Verbindung stehen mit dem Streit um einen Hackerangriff auf das Filmstudio Sony Pictures gehandelt, für den die USA das Regime in Pjöngjang verantwortlich machen.

Der Zugang zur Website Uriminzokkiri war dem Bericht zufolge von Dienstagabend bis Mittwochnachmittag (Ortszeit) blockiert. Zwei weitere Propagandaseiten, deren Server ebenfalls in China liegen, konnten demnach auch später noch nicht geladen werden. Dagegen sei der Zugang zu Seiten der Staatsmedien wie der Nachrichtenagentur KCNA nach kurzen Störungen am Morgen wieder ohne Probleme möglich.

Das Internet in Nordkorea war am Dienstag stundenlang ausgefallen, wie der US-Netzbeobachter Dyn Research mitteilte. Für Computerexperten dürfte es freilich nicht allzu schwer sein, dastechnisch rückständige Netz Nordkoreas lahmzulegen. In kaum einem Land ist das Netz weniger verbreitet als in dem nahezu vollständig abgeschotteten kommunistischen Staat.

Die Regierung in Washington wollte sich nicht dazu äußern, ob die USA hinter dem Ausfall stecken. Der Angriff auf Sony wurde in Verbindung mit der Nordkorea-Satire "The Interview" gebracht. Sony hat den für Dezember geplanten Filmstart zunächst abgesagt - offenbar auch auf Druck der Kinobetreiber.

Trotz der Terrordrohungen haben sich zahlreiche US-Kinos nun doch für die Vorführung der Nordkorea-Satire "The Interview" entschieden. Der Film soll in unabhängigen Kinos am Weihnachtstag (Donnerstag) anlaufen, wie der Chef von Sony Entertainment, Michael Lynton, mitteilte.

Mindestens 200 unabhängige Kinos bestätigten laut CNN, die Komödie über einen fiktiven Attentatsversuch auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu zeigen. Die Entscheidung sei auch mit der Bundespolizei FBI abgesprochen worden. US-Präsident Barack Obama begrüßte den Schritt.

hda/dpa



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