Gefälschte E-Mails und Anrufe Verbrechertrio soll Bankkunden um vier Millionen Euro betrogen haben

Sie bauten Fake-Websites, schrieben Fake-Nachrichten und gaben sich als Bankmitarbeiter aus: Drei Männer haben sich über das Internet offenbar sehr viel Geld ertrickst.
Laptopnutzer: Ein Trio soll in großem Stil Computerbetrug begangen haben

Laptopnutzer: Ein Trio soll in großem Stil Computerbetrug begangen haben

Foto: krisanapong detraphiphat / Getty Images

Wegen Betrugs von Bankkunden in großem Stil hat das Bundeskriminalamt (BKA) in Nordrhein-Westfalen drei Gebäude durchsucht. Ein Beschuldigter wurde dabei festgenommen, teilte das BKA am Donnerstag mit . Dem 24-Jährigen und zwei weiteren Beschuldigten werde vorgeworfen, mithilfe sogenannter Phishing-E-Mails mindestens vier Millionen Euro Schaden verursacht zu haben.

Die Mails seien »optisch und sprachlich glaubwürdig« echten Bankmitteilungen nachempfunden gewesen, heißt es. Den Opfern sei mit den Nachrichten suggeriert worden, dass ihre Hausbank ihr Sicherheitssystem umstellen werde. So seien die Mailempfänger verleitet worden, auf einen Link zu klicken, der wiederum zu einer gut gefälschten Bankseite führte. Dort hätten die Betroffenen ihre Log-in-Daten und eine aktuelle Transaktionsnummer (TAN) eingeben sollen.

Die Täter hätten so Einblick in die Kontodaten bekommen, teilte das BKA weiter mit. Sichtbar gewesen seien unter anderem die Höhe des Guthabens sowie die Kontaktdaten. Die Täter hätten die Daten aus dem Konto dann genutzt, um die Opfer anzurufen und sich als Bankmitarbeiter auszugeben. Auf diesem Weg hätten sie die Geschädigten dazu verleitet, weitere TANs preiszugeben. Mit diesen hätten die Betrüger die Möglichkeit gehabt, Geld von den attackierten Konten weg zu transferieren.

Kriminelle mit Arbeitsteilung

Die Beschuldigten sollen sich die Programmierung der Seite, die Aufbereitung der Daten und die Telefonate aufgeteilt haben. Außerdem sollen sie Cyberangriffe auf Banken und Kreditkartenanbieter begangen haben, sogenannte DDoS-Angriffe. Dabei werden massenhaft automatisierte Anfragen versandt, welche die Seiten oder Server überlasten. Die Beschuldigten sollen dabei mit anderen Kriminellen zusammengearbeitet haben, die Dienste für DDoS-Angriffe über das Internet anbieten.

Die Staatsanwaltschaft Verden habe den 24-Jährigen und einen 40-Jährigen bereits angeklagt, teilte das BKA weiter mit. Ihnen würden 124 Fälle von Computerbetrug vorgeworfen. Über die Anklage entscheidet das Landgericht Hannover. Dort und an anderen Orten sollen die Taten begangen worden sein. Die nordrhein-westfälische Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime in Köln ermittle weiter, heißt es.

Bankkunden rät das BKA, niemals auf Links oder Datei-Anhänge in vermeintlichen E-Mails ihrer Hausbank zu klicken. »Kontaktieren Sie im Zweifel Ihren Bankberater persönlich«, heißt es in seiner Mitteilung, »oder informieren sich direkt auf der Website Ihres Geldinstitutes.«

mbö/AFP
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