Nutzungsstudie Geld verdienen im Netz

Das Internet ist, jedenfalls in den USA, zum beliebtesten Medium aufgestiegen - am Arbeitsplatz. Zu Hause sehen die US-Bürger immer noch ein bisschen mehr fern, als sie surfen, aber das könnte sich schon bald ändern, so eine aktuelle Studie. Und: Netznutzer geben mehr Geld aus.


Die Studie, die an der Ball State University durchgeführt wurde, verfolgte 350 nach Alter und Geschlecht ausgewählte Menschen. 13 Stunden am Stück wurden die Versuchspersonen beobachtet, alle 15 Sekunden wurde festgehalten, welche Medien sie wie nutzen. Üblicherweise werden solche Untersuchungen mit regelmäßigen Telefonanrufen oder Tagebüchern durchgeführt - in diesem Fall "kam wirklich jemand zu den Leuten nach Hause und registrierte mit einem Handheld-Computer alle 15 Sekunden ihren Medienkonsum und andere Aktivitäten", sagte Pam Horan "Cnet News.com". Horan ist die Präsidentin der Online Publishers Association (OPA), die die Studie in Auftrag gegeben hatte.

Netz am Arbeitsplatz: Längst Medium Nummer eins
DPA

Netz am Arbeitsplatz: Längst Medium Nummer eins

Das Hauptergebnis: Amerikaner nutzen das Web ständig, auch während sie andere Medien verfolgen, etwa Radio oder Fernsehen. Die OPA hält deshalb für Werbetreibende Kombinations-Kampagnen für ein sinnvolles Mittel: "Diese einzigartige Eigenschaft der Web-Nutzung bringt es mit sich, dass Werbebotschaften einen dramatischen zusätzlichen Schub bekommen, wenn online mit einkalkuliert ist", so Horan.

Und es lohnt sich, die Netznutzer werblich zu erreichen - denn sie geben mehr Geld aus. Der Studie zufolge geben Menschen, die vor allem das Web als Medium nutzen, im Schnitt 26.450 Dollar im Jahr aus, während solche mit Fernseh-Präferenz nur durchschnittlich 21.401 Dollar ausgeben. Dennoch landet anderen Studien zufolge nur 8 Prozent aller Werbung im Internet.

Schon im März hatte eine Studie des Pew Internet and American Life Project gezeigt, dass das Netz für 50 Millionen Amerikaner im Jahr 2005 bereits die bevorzugte Quelle für Nachrichten war. Bei der Arbeit ist es längst das Medium Nummer eins: 54,6 Prozent der Beteiligten hatten bei der Arbeit Zugang zum Web, nur 21,1 zu einem Fernseher.

Die Newspaper Association of America gab heute Zahlen bekannt, die auf ein Umdenken bei den Werbetreibenden schließen lassen: Für Print-Anzeigen wurde im ersten Quartal 2006 0,3 Prozent mehr ausgegeben als im Vorjahr - für Onlinewerbung stiegen die Ausgaben um 35 Prozent. In absoluten Zahlen sieht das allerdings noch nicht ganz so beeindruckend aus - für Onlinewerbung wurde in den USA demnach im ersten Quartal 2006 613 Millionen Dollar ausgegeben - für Printwerbung aber 10,5 Milliarden Dollar.

cis

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