Altes Betriebssystem In drei Monaten endet der Support für Windows XP

Die letzten 90 Tage sind angebrochen. Anfang April sollten sich die Liebhaber des alten Microsoft-Betriebssystems Windows XP, das bei seiner Einführung noch mit D-Mark bezahlt wurde, endgültig verabschieden. Obwohl XP noch immer einen gewaltigen Marktanteil hat.
XP-Verpackung: In drei Monaten setzen sich Nutzer einem höheren Risiko aus

XP-Verpackung: In drei Monaten setzen sich Nutzer einem höheren Risiko aus

Foto: Achim Scheidemann/ dpa

Nur noch drei Monate, dann zieht Microsoft beim Betriebssystem-Oldie Windows XP endgültig den Stecker. Am 8. April 2014 endet der Support für das veraltete System. Von diesem Tag an stellt der Konzern keine Sicherheits-Updates mehr zur Verfügung. XP-Nutzer laufen danach verstärkt Gefahr, ihre Rechner beim Surfen mit Viren oder anderen Schadprogrammen zu infizieren.

Noch immer ist Windows XP für Cyberkriminelle ein interessantes Ziel. Das liegt nicht zuletzt an seiner nach wie vor weiten Verbreitung: Das Marktforschungsunternehmen Net Applications  gibt an, XP komme im Januar 2014 bei allen Desktop-Systemen noch immer auf einen Marktanteil von 29 Prozent. Nur Windows 7 hat mit 47,5 Prozent einen höheren Anteil unter den Nutzern. Weit abgeschlagen dagegen sind demnach die aktuellen Betriebssysteme, Windows 8 wird gerade einmal von 6,9 Prozent der Computernutzer verwendet, die Version 8.1 sogar nur von 3,6 Prozent.

Anfang April endet mit der Ära XP eine Geschichte, die am 25. Oktober 2001 begann. Die technische Unterstützung für das mittlerweile zwölf Jahre alte System hatte ursprünglich schon 2011 eingestellt werden sollen. Da aber die Nutzerschaft hartnäckig am alten Betriebssystem festhielt, verlängerte Microsoft die Gnadenfrist bis 2014.

Einen Nachschlag wird es jedoch auf keinen Fall geben. Gegenüber "Neowin"  erklärte Microsoft, der Support ende definitiv zum vorgesehen Datum. Zwar könne es durchaus noch technische Hilfe von Seiten Dritter geben, aber es sei wichtig zu wissen, dass diese keine Verbesserungen und Sicherheits-Updates am Windows-Kern mehr beinhalten würden. "Windows XP (...) war eine großartige Software-Etappe vor mehr als einem Jahrzehnt, aber die Technologie hat sich seither weiterentwickelt", heißt es von Microsoft. "Ein zwölf Jahre altes Betriebssystem kann weder den gegenwärtigen unternehmerischen und technischen Anforderungen noch den aktuellen Sicherheitsbedrohungen entsprechen", so der Konzern.

Im Unterschied zu Microsoft halten andere Software-Unternehmen am ehrwürdigen XP fest, wenigstens noch für eine Weile. Google hatte im Oktober 2013 für seinen Browser Chrome auf XP-Basis  die Fortführung bis mindestens zum April 2015 angekündigt. Mozilla ließ sogar verlauten, es gebe keinerlei Pläne, den Support für XP-Nutzer zu beenden . Um allerdings Browser-seitig auf dem aktuellen Stand zu bleiben, empfehlen die Firefox-Macher, unbedingt das Update auf Windows XP "Service Pack 3" durchzuführen .

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