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Radrennen: Winokurow zerstört britischen Traum

Foto: CARL DE SOUZA/ AFP

Netzprobleme bei Straßenrennen Olympia-Manager fordern Twitter-Zurückhaltung

Bitte weniger twittern: Beim Olympia-Straßenradrennen der Herren gab es Übertragungsprobleme, Fernsehsender kamen nicht an aktuelle Daten zum Rennen. Schuld war ein überlastetes Netzwerk, sagen die Olympia-Macher. Sie appellieren an Zuschauer, Smartphones nur maßvoll zu nutzen.

Hamburg - Bei der Fernsehübertragung des Straßenradrennens der Herren bei den Olympischen Spielen gab es am Samstag erhebliche Probleme. Zuschauer beklagten, dass bei der Live-Übertragung Informationen über den exakten Vorsprung einzelner Fahrer fehlten. Die kritisierte britische BBC machte den Zulieferer der Daten, die Olympic Broadcasting Services (OBC) für den Fehler verantwortlich. Die Olympia-Manager reagieren mit einer erstaunlichen Erklärung: Die Zuschauer twittern demnach zu viel.

Der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Mark Adams, rief laut "Independent " die Zuschauer am Straßenrand auf, sich genau zu überlegen, wie oft sie ihre Mobiltelefone während der Wettbewerbe nutzen: "Wir wollen nicht, dass die Menschen aufhören, über soziale Netzwerke über die Spiele zu kommunizieren. Aber vielleicht könnten sie sich überlegen, nur wichtige Status-Updates zu senden."

Ob tatsächlich Status-Updates über das Mobilfunknetz für die Datenpanne verantwortlich sind, erscheint fraglich. Passiert ist am Samstag offenbar folgendes: GPS-Module an den Rädern übertragen die Daten während der Fahrt an die OBC - offenbar per Mobilfunk. Reuters  berichtet, dass das zur Datenübertragung genutzte Mobilfunknetzwerk am Samstag während des Radrennens überlastet war. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen IOC-Sprecher entsprechend: "Es ist ein Netzwerkproblem." Es sei ein bestimmtes Netz betroffen gewesen.

Um welches Netzwerk es sich handelt, ist unklar. Gegenüber Reuters bestritten die Provider BT, Vodafone und O2, es habe in ihren Netzen in London Probleme infolge von Übertragungen gegeben. Wurden die GPS-Daten anders übertragen? Und wenn dafür ein Mobilfunknetz verwendet wurde, warum war den Olympia-Verantwortlichen nicht von vornherein klar, dass bei Großveranstaltungen viele Menschen ihre Smartphones nutzen?

Welches Netzwerk auch immer am Samstag in London überlastet war: Für die Behauptung, dass das an der Nutzung sozialer Netzwerke lag, gibt es keinen Beleg. Ebenso plausibel erscheint es, dass die Zuschauer am Straßenrand die aktuellen Ergebnisse des Rennens per Smartphone abrufen oder sich mit Freunden verabreden oder sonst etwas online erledigen wollten, während gerade keine Radfahrer vorbeifuhren. Die BBC-Olympia-App, mit der man über Smartphones rund um die Uhr Videostream abrufen kann, dürfte erheblich mehr Daten-Traffic verursachen als bei Facebook oder Twitter hochgeladene Kommentare.

Beim Straßenradrennen der Damen am Sonntag jedenfalls funktionierte die Datenübertragung der OBC wieder. Dass das an plötzlicher Online-Abstinenz der Zuschauer lag, ist unwahrscheinlich.

lis
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