Vermeintliche Support-Anrufe Deutsche Fahnder bremsen Onlinebetrüger in Indien

Der Staatsanwaltschaft Osnabrück ist ein schwerer Schlag gegen Internetkriminelle gelungen. Die Täter hatten ihre Opfer mit vermeintlichen Hilfsangeboten per Telefon abgezockt.
Telefonanruf (Symbolbild)

Telefonanruf (Symbolbild)

Foto: Jan-Philipp Strobel/ dpa

Deutschen Fahndern ist bei einem Einsatz in Indien ein Schlag gegen Onlinebetrüger gelungen, die Tausende Deutsche mit vorgegaukelten Computerpannen abgezockt haben. Von einem Callcenter mit 250 Arbeitsplätzen in Kalkutta aus hätten die Betrüger mit Anrufen in englischer Sprache von abgelaufenen Lizenzen, Viren oder anderen Problemen berichtet, teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück am Montag mit .

Im Rahmen solcher Anrufe werden den Opfern auch bestimmte Details über ihren Computer mitgeteilt, um die Glaubwürdigkeit der Anrufer zu erhöhen. Um die angeblichen Probleme zu beheben bieten die Betrüger in den Gesprächen neue Software-Lizenzen und vermeintliche Reparaturprogramme an. Zudem fordern sie die Betroffenen auf, ein Fernsteuerungsprogramm herunterzuladen, das den Zugriff auf den Rechner ermöglicht.

Im Gegenzug werden die Opfer aufgefordert, 180 bis 250 Euro für diese Arbeiten zu überweisen. Der Staatsanwaltschaft zufolge seien die online in die Überweisungsmaske eingetragenen Beträge dann aber unbemerkt von den Betrügern erhöht worden.

Sollten sich die Angerufenen weigern, die geforderte Summe zu bezahlen, hätten die Täter Daten auf dem Rechner gelöscht oder den PC gar mit einem neuen Kennwort gesperrt.

Tausende Geschädigte

Bundesweit gibt es 7647 Geschädigte. Die Schadenssumme ist nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt gehen allerdings von einer Vielzahl weiterer Opfer aus, die den Betrug nicht den Behörden gemeldet haben. Die Betrüger sind mit der als Microsoft-Technical-Support-Calls bezeichneten Betrugsmasche laut Staatsanwaltschaft weltweit tätig.

Bei dem Einsatz in Kalkutta, bei dem ein Osnabrücker Staatsanwalt und drei LKA-Experten dabei waren, wurde das Callcenter stillgelegt und sämtliche Rechner sichergestellt. Sieben Beschuldigte, die Vermieter und Betreiber des Callcenters, befinden sich in Haft.

Unmittelbar nach dem Einsatz in Indien ist die Zahl der gemeldeten Betrugsfälle merklich zurückgegangen und seither nicht wieder angestiegen. Die Betrüger mussten also einen herben Rückschlag hinnehmen, sind aber immer noch aktiv.

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mak/dpa