Online-Durchsuchungen Experten nehmen Bundes-Trojaner auseinander

6. Teil: Experten-Fazit: "Hanebüchene Äußerungen"


Die Details in der Argumentation des Innenministeriums überzeugen die Experten nicht. Frank Rosengart vom "Chaos Computer Club" nennt die Stellungnahme des Innenministeriums eine "Nebelkerze". Seine Organisation, sonst einer der schärfsten Kritiker mangelnden technischen Verständnisses bei Behörden, könne "dem BKA so viel technisches Unwissen nicht abnehmen". Rosengarts Fazit: "Hier wird mit hanebüchenen Äußerungen abgelenkt, heruntergespielt und verschleiert."

Solch ein Verhalten erscheint auch Andreas Pfitzmann plausibel, der schon als Experte in Bundestagsausschüssen gesprochen hat. Ihn überrascht die geringe fachliche Qualität der Ministeriumsschreiben nicht. Pfitzmann zu SPIEGEL ONLINE: "Ich habe im März und Mai den BKA-Präsidenten Ziercke zum Bundes-Trojaner sprechen hören. Die Aussagen waren unplausibel, uninformiert und realitätsfern."

Auch Pfitzmann nimmt dem BKA so wenig Sachverständnis nicht ab. Seine Vermutung: "Behörden gehen taktisch sehr klug vor" - vor allen in Bezug darauf, "wie viel Detailwissen Mitarbeiter haben, die sich öffentlich äußern müssen".



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delta058 29.08.2007
1.
Zitat von sysopHanebüchen, unglaubwürdig, verschleiernd: Informatiker zerfleddern die jetzt enthüllten Erklärungen des Innenministeriums zum Bundes-Trojaner. Ein ebenso überflüssiges wie gefährliches Unternehmen des Innenministeriums? Sind Online-Untersuchungen überhaupt mit der Rechtsordnung vereinbar? Oder geht die Terrorabwehr vor?
Da müßte ja ersteinmal glaubhaft belegt werden, dass diese Durchsuchungen irgandwas nützliches Bringen in Bezug auf die Terrorabwehr, außer noch mehr Arbeit. Diesen Beleg ist uns Schäuble bis heute schuldig geblieben.
Klo, 29.08.2007
2.
Zitat von sysopHanebüchen, unglaubwürdig, verschleiernd: Informatiker zerfleddern die jetzt enthüllten Erklärungen des Innenministeriums zum Bundes-Trojaner. Ein ebenso überflüssiges wie gefährliches Unternehmen des Innenministeriums? Sind Online-Untersuchungen überhaupt mit der Rechtsordnung vereinbar? Oder geht die Terrorabwehr vor?
Terror wehrt man nicht ab, indem man den Bürger präventiv zum Terroristen erklärt und wahllos ausspioniert. Selbst Orwell wäre auf derat kranke Ideen nie gekommen.
ax0l0tl 29.08.2007
3.
Zitat von delta058Da müßte ja ersteinmal glaubhaft belegt werden, dass diese Durchsuchungen irgandwas nützliches Bringen in Bezug auf die Terrorabwehr, außer noch mehr Arbeit. Diesen Beleg ist uns Schäuble bis heute schuldig geblieben.
Diesen Beleg wird er uns niemals bringen koennen. Sinn und Zweck des Trojaners ist es, den einfachen Bueger ueberwachen und kontrollieren zu koennen. Im Kampf gegen den Terror (mal ganz daemlich gefragt, wer fuehlt sich denn persoenlich bedroht?) ist diese Waffe absolut nutzlos.
Chromlatte 29.08.2007
4.
Zitat von sysopHanebüchen, unglaubwürdig, verschleiernd: Informatiker zerfleddern die jetzt enthüllten Erklärungen des Innenministeriums zum Bundes-Trojaner. Ein ebenso überflüssiges wie gefährliches Unternehmen des Innenministeriums? Sind Online-Untersuchungen überhaupt mit der Rechtsordnung vereinbar? Oder geht die Terrorabwehr vor?
Wie schon ein Forist an anderer Stelle bemerkte, die Annahme dass auf "verdächtigen" Rechnern Dateien a la Bombenbauplan.xml zu finden sein wären ist an Naivität schon fast nichtmehr zu überbieten.
inci 29.08.2007
5.
Zitat von ax0l0tlDiesen Beleg wird er uns niemals bringen koennen. Sinn und Zweck des Trojaners ist es, den einfachen Bueger ueberwachen und kontrollieren zu koennen. Im Kampf gegen den Terror (mal ganz daemlich gefragt, wer fuehlt sich denn persoenlich bedroht?) ist diese Waffe absolut nutzlos.
das wird so gehen, wie mit der kontenabfrage. ursprünglich nur für einen eng begrenzten personenkreis vorgesehen, darf heute jeder arge-mitarbeiter mal so eben auf die konten *aller* hartz4-ler zugreifen. vielleicht sollte man mal wieder anfangen, massenhaft briefe zu schreiben, da hätte sogar die post was davon, nämlich mehr umsatz. und die sicherheitsbehörden hätten ein problem, das man nicht genug personal hat, alle abgefangenen briefe auch zu lesen. das hat schon in der ehemaligen ddr nicht funktioniert, die hatten auch nicht genug personal dafür.
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