P2P-Legende Gnutella-Miterfinder Kan beging Selbstmord
Er war eins der Idole der Internetszene. Der 25-jährige Gene Kan, einer der Väter der Tauschbörse Gnutella, hat sich offenbar selbst erschossen. Die Hintergründe sind unklar.
San Francisco Einer der wichtigsten Programmierer der Internet-Tauschbörse Gnutella ist tot. Gene Kan habe sich in der vergangenen Woche in seiner Wohnung in Nordkalifornien erschossen, sagte eine Untersuchungsrichterin. Kan soll sich mit einem Gewehrschuss in den Kopf selbst getötet haben.
Der 25-Jährige war an der Entwicklung einer nicht kommerziellen Variante des Gnut-Protokolls beteiligt. Dieses wurde zur Grundlage populärer Tauschprogramme wie Gnutella weiter entwickelt. Die große Zeit von Gnutella kam, als sich Millionen von Nutzern nach dem Aus für die Tauschbörse Napster nach Alternativen umsahen. Mittlerweile werden nicht nur Musikstücke, sondern auch Filme und Software über so genannte Peer-to-Peer-Netze getauscht.
Kan galt als inoffizieller Sprecher von Gnutella. Er wies oft darauf hin, dass sich die Technologie von Napster unterscheidet: Es gebe bei Gnutella weder eine Gesellschaft, die auf Schadenersatz verklagt werden könne, noch einen Zentralcomputer, der sich abschalten lasse. Gnutella ermögliche einfach den Datentransport von einem Computer zum anderen.
Kan hob im Juni 2000 InfraSearch aus der Taufe, eine Peer-to-Peer-Suchmaschine für mögliche Investoren. InfraSearch wurde von Sun Microsystems im März vergangenen Jahres gekauft. Kan wechselte das Unternehmen und arbeitete bis zu seinem Tod bei Suns Peer-to-Peer-Projekt "JXTA". "Die Industrie hat Gene viel zu verdanken, vor allem der Bereich Peer-to-Peer", erklärte Sun. "Gene hatte neue Ideen und bereicherte unser Denken."
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