Bei Rechten beliebtes Netzwerk Parler ist nicht mehr erreichbar

Das alternative, vor allem bei Rechten beliebte Netzwerk Parler ist offline. Nach dem Rauswurf aus den App-Stores von Apple und Google hat Parler nun auch keinen Dienstleister für den Serverbetrieb mehr.
»Unterstützung für uns eingestellt«: Parler-App

»Unterstützung für uns eingestellt«: Parler-App

Foto: Hollie Adams / Getty Images

Der besonders von Rechten genutzte US-Onlinedienst Parler ist am Montag vorerst abgeschaltet worden. Das Netzwerk war ab kurz nach Mitternacht in der Nacht zu Montag (Ortszeit, 09.00 Uhr MEZ) nicht mehr zu erreichen, wie der Netzwerkanalysedienst »Down For Everyone Or Just Me« berichtete. Auf Parler schreiben offizielle Accounts der rechtsextremen »Proud Boys« neben konservativen Politikern wie Ted Cruz und rechten Kommentatoren wie Tucker Carlson.  

Zuvor hatte Amazon angekündigt, Parler nicht länger seine Clouddienste nutzen zu lassen. Der Onlinedienst kündigte daraufhin an, einen neuen technischen Anbieter zu suchen; offenbar ist ihm dies bislang nicht gelungen. Parler-CEO John Matze hatte in seinem eigenen Netzwerk geschrieben , dass nach dem Vorgehen von Apple und Google gegen Parler auch »die meisten anderen Anbieter ihre Unterstützung für uns eingestellt haben«, und auch »die meisten Leute mit genug Servern, um uns zu hosten« hätten ihnen die Tür vor der Nase zugemacht.

Amazon hatte den Schritt nach der Erstürmung des Kapitols in Washington, D.C., durch Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump angekündigt. In einem Brief an Parler schrieb Amazon, dass das Netzwerk nicht schnell genug gegen gewalttätige Inhalte auf der Plattform vorgegangen sei. Zuvor hatten bereits Google und Apple Parler aus ihren App-Stores verbannt.

Googles Begründung: Parler lasse »ungeheuerliche Inhalte« zu, die zu tödlicher Gewalt anstiften könnten. Apple hatte Parler aufgefordert, in kürzester Zeit eine echte Moderation von Inhalten aufzubauen, und die App aus seinem App Store geworfen, als das nicht passiert war.

Seit Netzwerke wie Facebook und Twitter verstärkt gegen Desinformation sowie rassistische und gewaltverherrlichende Inhalte vorgehen, haben Parler und andere Plattformen wie Newsmax, Gab.ai und Rumble starken Zulauf verzeichnet. Unter anderem wanderten Unterstützer von Trump, die dessen unbelegte Wahlbetrugsvorwürfe glauben, dorthin ab.

pbe/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.