Passwörter Sicher surfen mit Madonna

Britische Psychologen haben die Passwörter von 1200 Internetnutzern studiert. Die Surfer, so das Ergebnis, lassen sich anhand ihrer Geheimcodes in vier Charaktergruppen einteilen.


Inspiriert Briten bei der Passwortsuche: Pop-Diva Madonna

Inspiriert Briten bei der Passwortsuche: Pop-Diva Madonna

Wenn es gilt, ein sicheres Passwort für einen E-Mail-Account oder eine geschützte Webseite zu finden, ist jeder Surfer mit sich allein. Der eine grübelt Stunden, der andere tippt ein, was ihm gerade durch den Kopf geht. Doch egal, wie es zustande kommt: Das erdachte Geheimwort lässt tief blicken, glauben britische Forscher.

Im Auftrag der Internetfirma CentralNic befragte das Team um die Psychologin Helen Petrie 1200 Landsleute zu ihren Passwörtern. Anhand der verwendeten Begriffe lassen sich die Internetnutzer vier Hauptgruppen zuordnen, so die Wissenschaftlerin von der Hertfordshire University.

Besonders verbreitet ist demnach der Familien-Typus, dem mit 48 Prozent fast die Hälfte der Teilnehmer zuzurechnen sind. Dieser Surfer wählt als Passwort mit Vorliebe den Namen oder das Geburtsdatum eines nahe stehenden Menschen - nicht gerade die sicherste Variante.

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Enthüllungen im Eingabefeld

Britischen Psychologen zufolge gibt es vier verschiedene Passwort-Typen. Welcher Kategorie gehören Sie an?

Etwa ein Viertel aller Befragten beließ es gar beim eigenen Namen oder Spitznamen. "Der Familien-Typ scheint ein Mensch zu sein, der sich nicht besonders gut mit Computern auskennt, in seinem täglichen Leben aber gelegentlich mit ihnen zu tun hat", sagte Petrie gegenüber "BBC News Online".

Weitere 32 Prozent fielen in die Fan-Kategorie - sie lassen auch am Computer keinen Zweifel an ihrer Bewunderung für Filmstars, Sportler oder Cartoonfiguren aufkommen. Besonders hoch im Kurs standen bei den Briten David Beckham, Madonna, Homer Simpson und George Clooney.

Weitere 11 Prozent der Testpersonen nutzen selbst noch ein profanes Eingabefeld, um ihre heimlichen Gelüste auszuleben. Der typische Phantast, so fanden die Forscher, loggt sich mit Begriffen wie "Sexy" oder "Hengst" in eine Webseite ein - und fühlt sich danach offenbar besser.

Die kleinste Gruppe bilden die so genannten Kryptiker: Sicherheitsfanatiker, die sich nur mit absolut unkenntlichen Codes zufrieden geben. Dazu kombinieren sie Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen in scheinbar zufälliger Folge. Die einfachste Methode: Man nimmt einen leicht zu merkenden Satz und reiht die Anfangsbuchstaben der Wörter aneinander. So wird etwa aus "Ich darf mein Passwort nicht vergessen" die Kennung "IdmPnv".



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