Patentallianz Google wirft Microsoft Erpressung vor

Harte Worte im Patentkonflikt der Mobilfunk-Branche: Ein Google-Sprecher wirft Microsoft Erpressung vor - der Konzern wolle sich an den Innovationen anderer bereichern.
Samsung Nexus S: Der koreanische Konzern schließt eine Patentallianz mit Microsoft

Samsung Nexus S: Der koreanische Konzern schließt eine Patentallianz mit Microsoft

Foto: ALBERT GEA/ REUTERS

Mit heftigen Vorwürfen reagiert Google auf die Patentallianz von Microsoft und Samsung: "Das ist die selbe Taktik, die Microsoft immer und immer wieder einsetzt," heißt es in einem Statement eines Google-Sprechers  an die US-Presse: "Weil sie im Smartphone-Markt scheitern, greifen sie auf juristische Maßnahmen zurück, um den Gewinn von anderer Firmen Leistungen zu erpressen und Innovation auszubremsen."

Zum Hintergrund: Der Software-Riese Microsoft und der südkoreanische Hersteller Samsung öffnen sich gegenseitig den Zugang zu ihren Patenten. Als Teil des Abkommens leistet Samsung zukünftig Lizenzzahlungen für Smartphones und Tablets mit dem Google-Betriebssystem Android an den US-Konzern.

Das US-Fachblog "Business Insider" urteilt harsch über Googles harte Kommentare: Google spiele natürlich auch Patent-Spielchen, Microsoft handelte schon lange vor Smartphones mit Schutzrechten und die große Innovation von Android war - natürlich! - dessen Geschäftsmodell (das Betriebssystem verschenken, um Marktanteile zu gewinnen). Das harsche Statement lasse Google wie eine Heulsuse dastehen.

Aber natürlich sind Microsofts vollmundige Versprechungen , mit dem Samsung-Deal "Innovation und Zusammenarbeit" zu fördern, nicht weniger berechnend-naiv: Natürlich geht es darum, Google einen heftigen Schlag zu versetzen, natürlich geht es um Geld, Marktanteile, strategische Vorteile und Verhandlungsmassen.

Für Google geht es ans Eingemachte: Microsoft hat mit vielen weiteren Firmen ähnliche Patentabkommen geschlossen - die " Los Angeles Times " zählt unter anderem Acer, Onkyo, ViewSonic, General Dynamics Itronix, Velocity Micro und HTC auf - und ist Googles Android-Geschäft damit empfindlich nahe gekommen.

Eine Firma, die noch keinen entsprechenden Deal mit Microsoft geschlossen hat, ist Motorola Mobility. Google versucht die Mobilfunksparte Motorolas derzeit zu kaufen, wartet aber noch auf das Placet des US-Justizministeriums. Sollte der Deal klappen, könnte das dem Internetunternehmen Munition liefern, um in dem Konflikt um Android zurückschlagen zu können.

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