Hackerangriff auf Versandhändler Pearl nimmt seinen Onlineshop vom Netz

Vom Teleskop-Kerzenlöscher bis zum Marder-Abwehrgerät verkauft Pearl allerlei seltsame, oft auch nützliche Artikel. Jetzt ist der Versandhändler aus Buggingen Opfer eines Hackerangriffs geworden.
Regale von Pearl: Das Unternehmen kämpft mit den Folgen eines Hackerangriffs

Regale von Pearl: Das Unternehmen kämpft mit den Folgen eines Hackerangriffs

Foto: Jörg Breithut

»Der Pearl-Webshop ist momentan nicht verfügbar«: Diese Statusmeldung begrüßt derzeit Nutzerinnen und Nutzer, die auf der Internetseite des Händlers nach nützlichen oder auch absurden Gadgets suchen wollen. Hinter der Zwangspause des Shops steckt ein Hackerangriff vom Samstag, wie Pearl selbst mitteilt .

»Am 5. Juni 2021 wurden die IT-Systeme der Pearl GmbH von Hackern angegriffen, die Zugriffe auf virtuelle Server und Maschinen erlangt haben«, schreibt das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Buggingen, ohne Angaben dazu zu machen, ob es etwa im Zuge einer Ransomware-Attacke erpresst wird. »Unsere IT-Experten haben daraufhin umgehend und vorsorglich alle Zugänge gesperrt, den Netzwerkzugriff getrennt und die Server und Systeme heruntergefahren, um weiteren Schaden abzuwenden.« Präventiv sei auch der eigene Onlineshop vom Netz genommen worden.

Nach Angaben von Pearl gibt es bislang keinen Hinweis darauf, dass bei dem Angriff Daten kopiert oder Kundendaten kompromittiert wurden. »Wann wir wieder im Regelbetrieb sein werden, können wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen«, teilt das Unternehmen noch mit. »Doch wir sind auf einem guten Weg!«

Vom Softwarehändler zum Gadget-Giganten

Pearl, mittlerweile mehr als 30 Jahre alt, vertrieb in seinen Anfangsjahren vor allem Software und Produkte wie Scanner, Soundkarten und Modems. Heute ist das Unternehmen ein bisweilen skurril anmutender Versandhändler, der vom Teleskop-Kerzenlöscher über den »Kinnbügel-Kopfhörer für TV und Musik« bis zum »mobilen Marder-Abwehrgerät« allerlei Nischenprodukte im Angebot hat (siehe Fotostrecke).

Fotostrecke

Vom Furby bis zu Flirt-Tipps: Was Pearl alles verkauft

Foto: SPIEGEL ONLINE/Pearl

Pearl verzichtet größtenteils auf Markenprodukte, bestellt Ware in Fernost und verkauft das Sortiment unter den Namen zahlreicher Eigenmarken. Das Unternehmen bringt nicht nur einen Katalog auf den Markt, sondern betreibt mit Pearl.tv auch eine Art eigenes Werbefernsehen.

Während dieser Artikel entstand, wurde im YouTube-Livestream von Pearl.tv ein »Profi-Fensterputz-Roboter mit Sprühfunktion« beworben. In einer Einblendung im Stream war dabei von einem »Großschaden in unserem IT-Zentrum« die Rede. Bestellungen des Geräts seien deshalb vorerst nur telefonisch möglich, hieß es in der Einblendung.

mbö
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