Phishing-E-Mails Betrüger ködern mit angeblicher Steuererstattung

Das Bundeszentralamt für Steuern warnt vor Betrügern, die im Namen des Amts Phishing-E-Mails versenden. Sie ködern den Empfänger mit der Aussicht auf eine Steuererstattung.

Euro-Scheine (Symbolbild): Falsche Behörde lockt mit Geld
DPA

Euro-Scheine (Symbolbild): Falsche Behörde lockt mit Geld


Wem derzeit per E-Mail eine Steuererstattung versprochen wird, der sollte diese Mitteilung am besten ignorieren. Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) warnte am Montag vor einer nicht ganz neuen Betrugsmasche, die in diesen Tagen anscheinend wieder auflebt. Betrüger verschicken demnach im Namen des Amts die Nachricht, der Empfänger habe zu viel Einkommensteuer gezahlt. Zurückbekommen könne er dieses Geld, wenn er ein Antragsformular ausfüllt. Das BZSt warnt davor, "auf solche oder ähnliche E-Mails zu reagieren".

Wer auf einen Link in der E-Mail klickt, werde auf eine Phishing-Website gelockt, konkretisiert Heise Security die allgemein gehaltene BZSt-Beschreibung. Dort werde der Nutzer aufgefordert, Kreditkarten- und Kontodaten in ein Web-Formular einzutragen.

Ein Indiz dafür, dass er dies lieber nicht tun sollte, ist das holprige Deutsch auf der Website: "Bitte, wenn Sie bitte sicher, die Genauigkeit der Daten, werden alle fehlerhaften Anwendung abgelehnt werden", heißt es beispielsweise oberhalb des Formulars, wie ein Screenshot bei Heise Security zeigt. Das Design der BZSt-Seite wurde allerdings glaubwürdig nachgeahmt.

Zuständig ist das Finanzamt

Außer den sprachlichen Auffälligkeiten gibt es weitere Indizien, die den E-Mail-Empfänger stutzig machen sollten: So weist das BZSt darauf hin, dass Benachrichtigungen über Steuererstattungen nicht per E-Mail verschickt werden. Auch Kontoverbindungen würden nie in dieser Form abgefragt. Zudem sei das Bundesamt für die Rückerstattung überbezahlter Steuern nicht mal zuständig - das sei Aufgabe des jeweils zuständigen Finanzamts.

Wellen von Phishing-E-Mails zum Thema Steuererstattung gibt es immer wieder. Im April 2012 beispielsweise hatte das BZSt eine nahezu wortgleiche Warnung veröffentlicht. Nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW ging es damals um E-Mails, die mit dem Betreff "Steuerrückerstattung Benachrichtigung" verschickt worden waren, ebenfalls im Namen des Bundeszentralamts. Versprochen wurde eine Steuererstattung in Höhe von 223,56 Euro - gegen Angabe allerlei persönlicher Daten.

mbö



insgesamt 12 Beiträge
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meinmein 16.07.2013
1. optional
Ich bin ja der Meinung, dass Dummheit bestraft werden sollte. Und das geschieht hier mit denen, die auf sowas hereinfallen. Mal abgesehen von dem falschen Deutsch weiß man, dass die Kontonummer schon im Antragsformular stehen sollte und dass der Erstattungsbetrag so ohne weitere Nachfrage überwiesen wird.
tam_venceremos 16.07.2013
2.
Von dem Geld, welches die Betrüger dadurch einnehmen könnten die sich ja vernünftige Deutschlehrer holen, sodass die nächsten gefakten Seiten möglicherweise stark dem Original ähneln, auch grammatikalisch orthographisch. Und dann sind's nicht mehr nur die dummen die darauf hereinfallen. Trotzdem witzig wozu der Google Translator inzwischen schon genutzt wird.
felisconcolor 16.07.2013
3. kann nur Spam sein
denn das würde ja heissen unsere Behörden hätten endlich das Internet entdeckt. Wo doch Mama Merkel erst neulich von "Neuland" sprach
beissreflex 16.07.2013
4. Leichtes Spiel
Wer an die Raffgier der Deutschen appelliert, hat leichtes Spiel.
holzheizer 16.07.2013
5. Problem ist doch hausgemacht
Wer sich mit dem Mailprotokoll beschäftigt hat, sieht sofort, wie leicht sich der Absender einer Mail fälschen läßt. Hätten wir eine (staatliche) Stelle, die Zertifikate verwaltet, dann gäbe es das Problem nicht. Dann könnte ich meine Mail signieren und jeder könnte erkennen, ob die Mail wirklich von mir stammt (analog zu HTTPS-Zertifikaten von Webservern). Und wenn die Mail nicht signiert ist, dann kann der Mailclient wüste Warnungen ausstoßen. Ich könnte meine Mails auch Ende-zu-Ende verschlüsseln. Aber das ist ja politisch nicht gewollt. Es ist ein politisches Problem und kein technisches!
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