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23. Juli 2017, 07:09 Uhr

"Pic2Recipe" ausprobiert

Diese Software soll das Rezept zum Essensfoto liefern

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Leckeren Speisen begegnet man online ständig - doch nicht immer ist sofort klar, worum es sich handelt. Ein Programm will direkt das richtige Rezept anzeigen, wenn man es mit einem Essensfoto füttert.

Wer sich regelmäßig durch die Bilderflut bei Instagram scrollt, der weiß: Kaum ein Motiv ist so beliebt wie Essen. Ständig tauchen Fotos von selbst gerollter Pasta, frisch gebackenen Muffins und krosser Pizza auf. Manchmal sieht das so lecker aus, dass man die Gerichte am liebsten gleich nachkochen möchte. Fehlt eigentlich nur das Rezept.

Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) wollen dieses Problem lösen. Die Forscher aus dem Bereich der Computerwissenschaften und künstlichen Intelligenz haben die Software "Pic2Recipe" entwickelt, die Rezepte anhand eines Essensfotos finden soll.

Die Wissenschaftler haben sich dafür bei mehr als 20 Kochseiten im Internet bedient, die Rezepte ausgelesen und passende Bilder der Hobby-Köche heruntergeladen. Mit mehr als einer Million Rezepten und 800.000 Essensbildern in einer Datenbank haben die Wissenschaftler schließlich ein neuronales Netzwerk trainiert, um die Ergebnisse von einer künstlichen Intelligenz miteinander verknüpfen zu lassen.

Auf dieser Website kann man ein Essensbild hochladen und bekommt ein Rezept serviert. Die Erfolgsrate beträgt nach Angaben der MIT-Autoren 65 Prozent.

In unserem Test klappt die Bilderkennung leider nur sehr mangelhaft. Marmorkuchen wird nicht erkannt, das Paella-Bild liefert auch kein Ergebnis und selbst beim Bild einer Pizza spuckt das System in unserem Versuch kein Rezept aus. Mit dem Bild einer Donut-Box klappt es allerdings.

Salz, Mehl, Milch, Backpulver: Elf Donut-Zutaten listet die Software auf, dazu erklärt sie die einzelnen Schritte beim Backen und zeigt gleich noch ein paar Bilder von anderen Nutzern an, die ihre fertigen Donuts fotografiert haben.

Weit entfernt von zuverlässigen Ergebnissen

Auch das aufgeschnittene Bauernbrot erkennt der Algorithmus und bietet das Backrezept für ein kalifornisches Frühstücksbrot an. Ganz sicher ist sich die Software allerdings nicht - und listet daher lieber auch noch ein Rezept für einen Kuchen auf. Beim Döner im Fladenbrot tippt die Software auf einen mexikanischen Burrito, der mit Truthahn oder Fisch belegt ist. Das Tool ist also noch weit davon entfernt, zuverlässige Ergebnisse zu liefern.

Doch auf lange Sicht könnte eine solche Software durchaus hilfreich sein. Hobby-Köche etwa könnte sie dabei unterstützen, Menüs aus ihrem Lieblingslokal nachzukochen. Wer auf seine Figur achten will, der könnte künftig anhand der Zutatenliste errechnen, wie viele Kalorien in einem Imbiss stecken. Ein Smartphone-Foto im Restaurant könnte dann genügen, um zu erfahren, wie viele Kohlenhydrate und wie viel Fett sich im Hauptgang verbergen. Auch Allergiker könnten sich so darüber informieren, ob etwa Nüsse im Rezept vorkommen, die sie nicht essen dürfen.

Bis es soweit ist, dürfte es aber noch eine Weile dauern und die Restaurants müssen sich wohl auch keine Sorgen machen, dass ihre Gerichte zu leicht nachgekocht werden können. Schließlich sind nicht alle Zutaten allein am Aussehen zu erkennen und bereits die Auswahl der richtigen Zutaten wie einem speziellen Olivenöl kann einen großen Unterschied machen.

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